Mandy

Anfang 2008 erfuhr ich von einem Hund, den sich ein Leipziger Obdachloser angeschafft hatte. An die Unterbringung des Tieres hatte er jedoch nicht gedacht, in Obdachlosenunterkünften natürlich nicht erlaubt. Also wurde die sensible Mandy zum „Wanderpokal“, mal hier und mal da „abgestellt“.

Nach einiger Zeit ließ sich der Eigentümer zum Glück für Mandy überzeugen, den Hund abzugeben und sich erstmal um sein eigenes Leben zu kümmern.

Nun brauchte Mandy von jetzt auf gleich eine Pflegestelle, was dazu führte, dass ich für drei Tage mein selbstgesetztes Limit von 5 Hunden im Haus überschritt. Nach der Arbeit holte ich sie ab ohne zu wissen, ob sie überhaupt verträglich ist. Nach einigen Stunden Chaos im Garten ließ Rudi sie aber dann doch ins Haus.

Sie ist alles, was ich nicht wollte: bellt sehr viel, ist nervöser als Rudi, hat Jagdtrieb ohne Ende und … durch die „gute“ Vorarbeit des Ex – Besitzers konnte sie keine Minute alleinbleiben, ohne in Panik zu verfallen.

Naja, man wächst ja mit seinen Aufgaben.

Es gab sogar etliche Interessenten – die Vermittlung scheiterte jedoch immer wieder an der Verlassensangst.

Als unser Alfred dann so plötzlich verstarb stand fest: Mandy bleibt. Sie hat uns sehr schnell mit ihrem Charme um die Pfote gewickelt und wir wollen den Erfolg, den wir inzwischen mit ihr erzielt haben, nicht wieder zerstören. Sie kann inzwischen in gewohnter Umgebung allein bleiben – ein Riesenerfolg von 1,5 Jahren Arbeit und Geduld.

Nein, keine Fledermaus - es ist Mandy! Nein, keine Fledermaus - es ist Mandy!

Mandy im Agility

Unser erster Start war im Herbst 2009 in der Anfängerklasse.

Es macht einen riesigen Spaß, mit Mandy zu laufen. 

An ihrer mangelnden Konzentration im Slalom scheiterte bisher ihr erster Start in der Klasse 1.

Wir arbeiten dran und schauen, was das Jahr 2012 bringt. Eine Anfängerklasse wird es ja leider nicht mehr geben.

Mandy im Obedience

Wider Erwarten arbeitet Mandy auch im Obedience sehr gut.

Bei ihrem ersten Start in der Beginner - Klasse erreicht sie ihr "V" und damit die Qualifikation für Klasse 1.

Schon beim zweiten Start in Klasse 1 schaffte sie auch hier ihr "V".

Wir werden aber in 2012 trotzdem noch einmal in Klasse 1 antreten, da es schon eine Herausforderung ist, diese Klasse nach der neuen Prüfungsordnung zu laufen.

Podengo – Blut und Freilauf geht doch zusammen!

Mandy beim Rückruftraining Mandy beim Rückruftraining

An dieser Stelle möchte ich einfach mal vom Rückruftraining mit meiner kleinen Jägerin Mandy berichten und damit allen Podengo – Haltern Mut machen – die Mühe lohnt sich.

Mandy kann ihr Podi – Blut nicht verleugnen und – ganz typisch – ist sie angesichts von potenzieller Beute nicht mehr ansprechbar. Da sie aber so viel Freude am Rennen hat, arbeite ich seit ich sie habe daran, sie zumindest in übersichtlichem Gelände ableinen zu können. Natürlich ist immer reichlich Futter dabei, die Pfeife und die Jackpot - Würstchen für den „Superpfiff“.

Die Ausdauer, das Ganze wirklich über Jahre zu trainieren, lohnt sich wirklich! Viele geben vielleicht zu schnell auf.

Bei uns ist der Stand nun folgendermaßen:
Mandy schätzt je nach Gelände ein, wie weit sie sich entfernen kann. Für unsere tägliche Runde sind das geschätzt etwa 300 Meter. Durch das häufige Rückruftraining bleibt sie nach dieser Strecke von sich aus stehen, dreht sich um und „fragt nach“ – dafür gibt es das Lob, wie für jede Kontaktaufnahme, und schon kommt sie gesaust und holt sich Futter ab. Dann beginnt das Spiel von vorn. So werden wir ihrem Bewegungsdrang gerecht und es macht ihr auch noch einen Riesenspaß zwischen mir und der imaginären 300 – Meter – Marke zu pendeln und ab und an Futter abzugreifen.

Im Tagebau ist der Abstand deutlich größer, aber sie hält trotzdem stets Kontakt. Wenn ich plötzlich „verschwinde“, also mich hinhocke und ganz still bin, steht sie binnen Sekunden neben mir.

Für Situationen, in denen mir früher mulmig geworden ist, habe ich den Superpfiff. Der wird im Schnitt drei Mal in der Woche trainiert und hier gibt es im Gegensatz zum „normalen“ Rückruftraining immer den Jackpot (Wiener, frischen Pansen oder ähnlich leckere Sachen).

Ab und an gab es auch schon einen „Ernstfall“ – so konnte ich die Maus mit dem Superpfiff von einer Gruppe stehender Rehe abrufen und heute von einem Eichhörnchen, welches direkt vor ihr den Weg kreuzte.

Natürlich beobachte ich die Umgebung immer sehr genau, so dass es noch nicht zu weiteren Ernstfällen gekommen ist, aber das ist ja bei einem Jäger selbstredend.

Mag sein, dass man das nicht bei jedem Podi so klappt, aber man sollte die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen. Alle Podis und deren Mischlinge, die bisher als Pflegehunde durch meine Hände gegangen sind, zeigten diese Entwicklung. Es dauert eben nur etwas länger als bei anderen Rassen.

Logisch, dass ich nicht mit einem satten Hund spazieren gehe und dass ich pro Spaziergang wenigstens 10 bis 20 Mal den Rückruf trainiere. Im Wald wird sie wirklich nur abgeleint, wenn ich alle Aufmerksamkeit nur für sie habe, also mit ihr allein unterwegs bin.

Also, liebe Podi – Halter, haltet durch und bleibt dran, Eure Hunde danken es Euch, wenn sie nicht ein Leben an der Leine fristen müssen.

Mandy beim Freilauf Mandy beim Freilauf

Mandy in Aktion beim 10. Fortuna - Cup

So fühlt sich Mandy am wohlsten: frei und schmutzig!

Mandy wie sie leibt und lebt! Mandy wie sie leibt und lebt!

Wir müssen uns damit abfinden: Mandy ist und bleibt eine Raubsau!

 

Am wohlsten fühlt sie sich, wenn sie bei Schmodderwetter durch den Schlamm düsen kann.

 

Je dreckiger - desto glücklicher!

 

Mandy im Dezember 2011 -->