Tulas Tagebuch

15.10.2011

Das war ein Tag heute, sag ich Euch. Eine ganze Nacht und einen ganzen Tag hindurch nur Autofahren und zwischendurch immer wieder umsteigen, da kam man auch nicht wirklich zur Ruhe.

Zum Schluss habe ich noch mein neues Rudel kennen gelernt. Die waren aber ganz nett zu mir. Naja, bis auf die kleine Hyäne, die hat sich jetzt aber auch beruhigt.

Ich habe schon mal auf dem Sofa Probe gelegen, aber artig im Flur geschlafen, den Fisch zum Abendbrot habe ich fein aufgegessen und vor her artig gewartet, bis ich als letzte dran war. Eine Weile mit dem neuen Rudel im Haus bin ich auch schon allein geblieben. Mein neues Frauchen kam aber wieder, also war alles gut.

Frauchen sagt, ich ziehe meinen Rücken auf – was auch immer das heißt, sie will mich nun beobachten. Außerdem sagte sie, dass die Fotos von mir auf der Vereinshomepage geschummelt sein müssen, ich würde aussehen, wie ein gerupfter Windhund. Aber Schönheit ist schließlich nicht alles, dass das mal klar ist!

16.10.2011

Na der Tag ging ja gut los. Frauchen hat mich mit einem Kaninchen verwechselt. Sollte ich doch zum Frühstück Gemüse mit Quark essen. Die anderen haben sich veralbern lassen, aber ich habe das durchschaut und natürlich nichts angerührt. Mal sehen, wer den längeren Atem hat.

Heute sind wir ein paar Mal gemeinsam im Wald gewesen. Ich freue mich aber immer, wenn ich wieder im Haus bin und mich in meinem Klo zusammenrollen kann.

Der ganze Wald war heute voll Menschen. Ich war echt schwer beschäftigt damit, jeden zu begrüßen. Ich verstehe gar nicht, dass Frauchen das nicht gut findet, wenn ich an jedem Menschen erst mal hochspringe. Es ist doch die beste Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu bekommen, das habe ich schon in Spanien gelernt.

17.10.2011

Es ist mühsam, das neue Frauchen zu erziehen. Aber immerhin hat sie jetzt begriffen, dass ich Wert auf meinen eigenen Wassernapf lege, den bitteschön kein anderer benutzt.

Vorhin war Frauchen mit mir allein draußen und hat doch tatsächlich von mir erwartet, dass ich mich für sie interessiere. Sowas, dabei gibt es überall so interessante Gerüche. Ich hab mich hin und wieder dazu hinreißen lassen, ein Stück Würstchen bei ihr abzuholen, da freut sie sich drüber. Das verstehe, wer will.

Aber dann hat sie einen Ball aus der Tasche gezaubert, um den ich kämpfen sollte, na das musste sie mir nicht zwei Mal sagen. Sie hat mich sogar gelobt, als ich ganz böse geknurrt habe. Dabei habe ich mich wirklich bemüht, so richtig gefährlich zu klingen. Aber so richtig lange hatte ich an dem Spiel keinen Spaß.

Auf Fotos müsst Ihr noch warten, da Frauchen keine machen kann, wenn sie allein mit mir draußen ist.

18.10.2011

Frauchen ist gemein – macht sie ein Foto von mir noch vor der Morgentoilette. Ist doch klar, dass ich da noch nicht salonfähig bin.

Ansonsten hatten Rudi, Erdmann und ich heute einen verantwortungsvollen Job. Wir mussten Daumen drücken zu Mandys Operation. Dazu sind wir mit hingefahren. Während der OP sind wir zwei Stunden lang mit Frauchen spazieren gegangen. Das war auch gut so, als Mandy dann wieder zu Hause war, war sie völlig daneben und Frauchen musste sich nur noch um sie kümmern, damit sie nicht im wahrsten Sinne des Wortes in der Gegend herum stürzt. Hoffentlich muss ich mal nie so eine Narkose bekommen, das scheint nicht schön zu sein.

Ich habe meinen Lebensmittelpunkt heute vom Klo in die Küche verlagert. Da riecht es immer so lecker nach Essen. Nur das, was mir Frauchen anbietet, das mag ich nicht.

20.10.2011

Frauchen zu erziehen ist gar nicht so einfach, im Gegensatz zu Herrchen, der gleich nach meiner Pfeife tanzt, würde ich Frauchen fast als schwer erziehbar bezeichnen. Aber ein paar kleine Dinge hat sie schon begriffen.

Ich möchte nicht nur meinen eigenen Wassernapf, den kein anderer mit benutzt, sondern der muss gefälligst vor jedem Trinken frisch gefüllt werden. Außerdem bestehe ich auf Wahlessen und lasse natürlich immer ein Anstandshäppchen übrig. Wenn ich mein Geschäft erledige, dürfen kein Grashalm und kein Blatt meinen edlen Popo berühren, also sollte die betreffende Stelle am besten vorher gefegt werden.

Wenn Frauchen im Haushalt was tut, bedarf das einer ständigen Kontrolle, die ich hier übernehmen muss – ist ein ganz schön harter Job, den ich hier scheinbar ganz allein übernehmen muss.

Frauchen erziehen ist echt anstrengend und macht müde.
Frauchen erziehen ist echt anstrengend und macht müde.

21.10.2011

Das ist nicht so einfach mit dem Frauchen, sag ich Euch. Jetzt soll ich auch noch wie die anderen auf Kommando mein Geschäft verrichten, ICH ALS DIVA! Gestern Abend habe ich mich drauf eingelassen (aber nur, weil ich sowieso mal musste), aber eigentlich ist das unter meiner Würde.

 

Nachdem mir Frauchen mit schnödem Trockenfutter gedroht hat, habe ich mich entschlossen, nun doch das Futter hier anzunehmen. So schlecht ist es ja dann doch nicht. Nur die Banane habe ich Frauchen brav aus der Hand genommen und dann, als sie sich umgedreht hat, dem Rudi gegeben. Frauchen hat es bestimmt nicht gemerkt und sich mit Rudi gut zu stellen, kann ja nicht schaden. Er scheint hier sowas wie Frauchens rechte Hand zu sein.

 

Gestern Nachmittag war Frauchen wieder mit mir allein im Wald. Da habe ich festgestellt, dass wir so richtig Spaß miteinander haben können. Wenn ich an ihre Seite komme, freut sie sich und wenn ich ganz schnell auf sie zu laufe, freut sie sich noch mehr. Was genau sie von mir will, muss ich noch herausfinden, aber sie hat gestern selbst festgestellt, dass ich nicht dumm bin. Ob das ein Kompliment ist?

Bei unserem Spaziergang haben sich die anderen drei nämlich auf Frauchens Kommando mit den Vorderpfoten auf eine Bank gestellt, wie im Zirkus. Da hab ich mir gedacht, das ist leicht, mache ich gleich mal mit. Das schnöde Trockenfutter – Leckerchen habe ich natürlich abgelehnt, so teif sinke ich nun auch wieder nicht.

22.10.2011

Frauchen sagt, ich hätte eine „komische Figur“, weil mir kein Geschirr so richtig passen will. Das, was mir die Mandy zur Verfügung gestellt hat, ziehe ich mir immer selber aus – natürlich nur, wenn Frauchen nicht guckt. Sie wird wohl nie herausfinden, wie ich das mache. Die anderen wackeln und rutschen hin und her, sind also sehr unbequem.

 

Gestern hatte ich eine ganz verantwortungsvolle Aufgabe. Ich habe Frauchen bei einer Vorkontrolle unterstützt. Allein bekommt sie nichts so richtig hin. Und da es ja ganz wichtig ist, dass alle Hundekollegen aus dem Verein ein wirklich gutes Zuhause bekommen, habe ich vorsichtshalber mal mit geschaut. Außerdem mussten die vorhandenen Katzen ja überprüft werden, ob sie einen Hund überhaupt ins Haus lassen. Aber die beiden waren sehr anständig und höflich.

 

Heute habe ich einen vollen Terminplan, hat Frauchen gesagt. Es geht zum ersten Mal auf den Hundeplatz. Ich bin ja gespannt, was das ist. Und dann haben wir auch noch einen Termin bei der Tierheilpraktikerin – Frauchen meint, das ist eine ganz liebe Tante. Na, wenn das so ist, werde ich ihr doch gleich um den Hals fallen.

23.10.2011

Das war dann gestern doch ganz schön aufregend. Frauchen hatte die Taschen voll Käse, dafür lohnt es sich, mit ihr etwas herumzutoben.

Als ich zum zweiten Mal aus dem Auto durfte – in dem ich übrigens ganz brav und still abwarte, bis ich dran bin – waren plötzlich ganz viele Menschen und Hunde auf dem Platz. Einige der Menschen stürzten sich gleich auf mich, eine hat mir die Beine langgezogen und mich von oben bis unten abgetastet. Dann hat sie auch noch Nadeln in mich reingesteckt. Die andere hat mir das Fell im Gesicht raus gezupft und Frauchen hat mich auch noch festgehalten. Da ich aber ein superlieber Hund bin, hab ich sie machen lassen. Wahrscheinlich brauchen die Menschen sowas. Dann haben sie noch über meine „komischen Füße“ gesprochen, was ich nicht verstanden habe. Ich habe vorn zwei und hinten zwei, was daran komisch ist – ich weiß es nicht, aber Frauchen hat sehr nachdenklich geschaut.

 

Als alle andern dann wieder weg waren, ist Frauchen mit mir noch lustig herum gehopst. Wir sind über eine Stange gesprungen, Hürde hat sie dazu gesagt. Und Frauchen hat einen schönen Ball dabei gehabt, der war toll, um den haben wir gekämpft. Leider musste ich ihn meistens wieder hergeben.

Tula auf ihrem Lieblingsplatz, der Küchenbank
Tula auf ihrem Lieblingsplatz, der Küchenbank

24.10.2011

Wisst Ihr, was ich heute festgestellt habe? Die Treppe ist gar nicht so schlimm. Ich musste heute mal eine Weile allein in der Küche bleiben und als Frauchen wieder kam, habe ich mich so gefreut, dass ich gleich mit ihr die Treppe hoch gelaufen bin – sonst wär sie ja gleich wieder weg gewesen. Und runter ging es genauso, ganz leicht.

Dann durfte ich ganz lange in den Garten, die anderen sind ja nach ein paar Minuten gleich wieder rein, aber ich habe alles ganz genau untersucht und feststellen müssen, dass der Artur gar nicht mehr da ist. Frauchen hat mich aber beruhigt und gesagt, dass er ein schönes neues Zuhause gefunden hat.

27.10.2011

In den letzten Tagen war so viel los, dass ich gar nicht zum Schreiben kam. Frauchen macht jetzt immer lustige Sachen mit mir abends im Garten. Da gibt es lecker Würstchen und Käse und vorher jeweils einen „Klick“ – ich muss dann herausfinden, wofür es den „Klick“ gibt, ich glaube, jedes Mal für etwas anderes. Naja, ich bekomme das schon noch raus.

Ich habe auch schon versucht, mir das Futter selbst zu erklickern indem ich Frauchen den Klicker geklaut habe. Leider hat das nicht funktioniert.

Manchmal spielt Frauchen auch Ball mit mir, hin und wieder schaffe ich es auch, den Ball zurück zu werfen. Leider habe ich dabei einmal Frauchen am Kopf getroffen, was mir sehr leid tat.

 

Gestern sind wir ziemlich lange mit dem Auto gefahren und als wir ankamen, waren dort ganz viele andere Hunde und ich durfte zum ersten Mal ohne Leine laufen, weil dort ein riesiges eingezäuntes Gelände war. Als ob ich weglaufen würde, so ein Quatsch aber auch – ich glaube das hat Frauchen jetzt auch begriffen.

Ich sollte dort wieder über die Hürden hopsen und dann sollte ich auch noch durch einen Tunnel laufen, was ich aber nur widerwillig gemacht habe und auch nur, weil es am anderen Ende Käse oder den Ball gab. Obwohl dort ganz viele Menschen und Hunde waren, habe ich immer schön aufgepasst, dass mir Frauchen nicht verloren geht. Aber wenigstens begrüßen muss ich nach wie vor JEDEN Menschen. Die Hunde könnten meinetwegen auch weg bleiben.

 

Vorhin sind wir an einem großen Gehege voller rülpsender Hirsche entlang gelaufen. Die Mandy ist ganz irre geworden davon, weil die auch noch wilde Liebesspiele getrieben haben. Mir war das egal, ich kann nur nicht verstehen, wie die Hirschdamen diese Geräusche der Herren toll finden können.

 

Die arme Mandy ist aber auch gestraft, muss seit über einer Woche nur an der Leine laufen und würde doch so gerne mit mir um die Wette rennen. Seit Artur ausgezogen ist, fallen unsere Spaziergänge auch viel länger aus, das finden wir natürlich alle Klasse.

30.10.2011

Jippiii, unsere Spaziergänge scheinen jetzt grundsätzlich länger zu werden, ohne Zweiteilung. Nur dass es mir nach einiger Zeit echt schwer fällt, mich auf Frauchen zu konzentrieren, dass ich nicht den Anschluss verliere. So muss ich nach dem halben Spaziergang immer an die Leine, da kann ich nicht verloren gehen. Frauchen denkt eben mit.

Gestern waren wir wieder auf dem Hundeplatz, es ist aber ganz schön anstrengend, sich zu konzentrieren und herauszufinden, was Frauchen von mir will. Das mit der Hürde habe ich inzwischen verstanden und es macht mir langsam auch Spaß, schließlich gibt es auf der anderen Seite lecker Käse. Durch den Tunnel gehe ich noch nicht gern.

Ansonsten habe ich Frauchen überrascht indem ich mal schnell über die Terrassenbrüstung und dann aus dem Stand auf den Tisch gesprungen bin. Sie meinte zwar, dass das nicht höflich sei, aber sie hat sich trotzdem gefreut, dass ich so toll springen kann.

Die Mandy muss jetzt keinen Halskragen mehr tragen und ich durfte mir gestern anschauen, wie Agility funktioniert – die Mandy ist nur so über die Hürden geflogen, war echt beeindruckend.

Übrigens teilt die Mandy sogar mit mir ihre Lieblingsbank, Frauchen sagt, ich kann mich deshalb geehrt fühlen.

friedliche Dreisamkeit
friedliche Dreisamkeit

Tulas erster Tagebauausflug

So sieht es aus, wenn ich Tula heranrufe.

Sie kommt nicht einfach gerannt - nein - Tula kommt geschwebt!

 

Und natürlich immer lächelnd, die süße Maus!

 

 

01.11.2011

Oh oh! Heute hat Herrchen zum ersten Mal mit mir geschimpft. Richtig sauer war er, nur weil ich die Fernbedienungen etwas umgestaltet habe. Er hätte doch auch mal vorher sagen können, dass er das nicht wünscht, oder?!

05.11.2011

23,80€ - die Kosten für die Fernbedienung – sollen mir vom Futtergeld abgezogen werden. Ich glaube es ist besser, wenn ich künftig nur geringwertige Güter umgestalte. Grünpflanzen eignen sich gut, sind außerdem nachwachsend. Ein kleines Puzzle habe ich für meine Tagebuchleser vorbereitet. Wer herausfindet, was das im Urzustand mal war, der kann sich gerne melden.

Heute waren wir auch wieder auf dem Hundeplatz. Das ist auch immer ganz lustig. Nur Frauchen möchte gern, dass ich mache, was sie will und auch noch dann, wann sie es will. Dafür habe ich eigentlich kein Verständnis. Mal sehen, wer den längeren Atem hat.

11.11.2011

Ich glaube, ich kann mich hier zu Hause fühlen. Klar musste ich erst mal etwas testen, ob die hier auch alle spuren, aber nun, nach fast vier Wochen, bin ich überzeugt, es klappt.

Dass wir gut miteinander klar kommen, sieht man zum Beispiel auf den Bildern mit Mandy. Die lässt nämlich nicht jeden so nah an sich ran. Ich glaube, bei ihr habe ich einen Stein im Brett, weil ich so eine Nette bin. Mit Mandy zusammen über die Felder zu flitzen macht auch einen riesigen Spaß. (Leider hatte Frauchen wieder den Fotoapparat nicht mit – die muss ich noch ein wenig erziehen.) Ich bin zwar nicht so schnell wie Mandy, aber ich trainiere fleißig.

Dass ich mich inzwischen auch mitten im Wohnzimmer wohl fühle, sieht man auf diesen Bildern. Klar schlafe ich immer noch gern in der Küche – als Diva muss man sich schließlich auch mal zurück ziehen können. Aber ich bin jetzt auch gern mittendrin statt nur dabei.

12.11.2012

Herrchen hat – nein hatte – eine neue Fernbedienung. Aber ich hab das Spiel gewonnen. Er hat sie versteckt und ich hab sie gefunden. Sieger! Da muss er sich schon ein besseres Versteck suchen um mich auszutricksen!

16.11.2011

Ich habe schon ein Kilogramm zugenommen und das ist nicht nur Fell! Klar wird auch mein Fell immer länger und dichter. Frauchen gefällt das nicht, aber man weiß ja nie, wie kalt der Winter wird. Der Mantel, den man einmal hat, ist einem sicher. Gestern, als wir am Abend im Auto warten mussten, hat Frauchen uns extra noch einen Mantel angezogen. Ich durfte mir sogar einen aussuchen, war auch nicht so schlecht. Allerdings war ich erst als letzte von uns Dreien dran mit trainieren – da hatte ich dann auch keine Lust mehr.

Wenn ich aber mal Lust habe, ist es ein richtiger Gaudi, mit Frauchen zu spielen. Schaut mal auf den Fotos.

18.11.2011

Frauchen ist ein Versager! Ein Pflegestellenversager! Für mich kann das ja nur gut sein, ich brauch nämlich nicht mehr umziehen. Nun bleibe ich hier wohnen. Nur das mit dem Zusammenarbeiten muss ich mir echt überlegen.