Das Tagebuch des schwarzen Riesen

Hier kommt der Teddybär.
Hier kommt der Teddybär.

13.08.2011

 

Das war ein anstrengender Tag heute. Normalerweise war es in der Tierpension immer recht langweilig, immer der gleiche Tagesablauf. Aber heute musste ich am frühen Morgen schon ein neues Geschirr anziehen und in ein Auto steigen. Dann sind die netten Leute ganz lange mit mir Auto gefahren, bis ich dann in ein anderes Auto umsteigen musste.

Dann wurde ich aus dem Auto gelassen und eine Tante stellte sich mir als das neue Pflegefrauchen vor. OK hab ich gedacht, wenn Du das sagst.

 

Und nun komme ich endlich in einem fremden Haus an bei lauter fremden Hunden und erfahre, dass dies nun erst mal mein Zuhause ist – solange, bis ich ein endgültiges Zuhause gefunden habe.

Die kleinste von all den Hunden hat erst mal ganz schön mit mir geschimpft, aber da stehe ich drüber. Das neue Frauchen hat mich auch beschützt und die kleine Hyäne immer wieder von mir weg gerufen, bis sie aufgegeben hat.

 

Im Haus finde ich es eigentlich doof, ich will lieber raus, aber das darf ich noch nicht allein, weil ich dann nicht wiederkomme. Man weiß ja nie, also halte ich, wenn es geht, lieber noch Abstand von den Zweibeinern.

 

Außerdem wird von mir schon am ersten Abend verlangt, dass ich Tagebuch schreibe. Mein neues Frauchen meint, dass ich dadurch schneller meine eigenen Zweibeiner finde. Na sie muss es ja wissen, ich bin wohl nicht der erste Pflegehund hier. Aber jetzt bin ich echt todmüde, ich melde mich morgen noch mal.

Schreckliche Kamera, ich tu mal so, als wäre ich nicht da.
Schreckliche Kamera, ich tu mal so, als wäre ich nicht da.

14.08.2011

 

Für die Nacht habe ich ein ruhiges Plätzchen in der Gästetoilette gefunden, nachdem ich den Kampf mit Frauchen um das Sofa leider verloren hatte.

Gleich früh musste ich auf einen Teststreifen pullern – na hier herrschen ja Sitten, nicht mal in Ruhe sein Geschäft verrichten kann man.

 

Der Rudi ist hier Frauchens rechte Hand, das musste ich heute früh schon zwei mal spüren. Als ich Erdmanns Futter stehlen wollte, gab es den Anpfiff vom Rudi und als ich der Schüssel hinterher in den Küchenschrank wollte, gleich noch mal.

Also man darf hier nichts stehlen, man darf nur durch eine Tür gehen, wenn Frauchen oder Herrchen das erlauben und auf das Sofa darf ich auch nicht – die anderen schon, ist doch ungerecht. Frauchen meint, ich bin zu groß für das Sofa, stimmt gar nicht – ICH würde schon drauf passen!

Die ersten Bilder bei der Erkundung des Gartens

Frauchen meint, wir müssen an meiner Kondition arbeiten, ich würde eher schlapp machen als der hüftkranke Rudi und der ist doppelt so alt wie ich. Aber müssen wir denn auch schon am ersten Tag einen Marathonmarsch von einer halben Stunde machen?

Außerdem ist es ja auch ganz schön stressig beim Spaziergang, da sind viele Menschen, die Lärm machen. Und da gibt es noch Menschen mit Rädern (Anmerkung Frauchen: Radfahrer und Kinderwagen) und welche mit zwei Köpfen (Kinder auf der Schulter) – sowas Gruseliges! Außerdem sind die Bäume gefährlich – die knacken plötzlich mit den Zweigen und werfen mit Eicheln, nur um mich zu erschrecken. Ich finde das schon gemein! Bloß gut, dass Frauchen und Erdmann dabei waren. Und gerade als ich glaubte, wir hätten es geschafft, springt neben uns ein Betonmischer an – das war dann echt zu viel für mich! Ich muss mir noch überlegen, ob ich nochmal mit spazieren gehe.

Diese Schönheit ist Artur
Diese Schönheit ist Artur

16.08.2011

 

Ich hab mich inzwischen doch zu weiteren Spaziergängen überreden lassen, so schlecht ist es ja nicht. Manchmal schnüffel ich auch schon etwas herum.

Inzwischen finde ich einzelne Radfahrer gar nicht mehr so schlecht, oft gibt es Essen, wenn der Radfahrer kommt. Nur große Gruppen, die sich unterhalten, sind schrecklich.

 

Heute früh stand Frauchen mit einem Glas in der Hand im Vorgarten und hat gewartet, bis ich mein Geschäft mache, ich durfte mich nicht verstecken. Also etwas mehr Diskretion diesbezüglich hätte ich schon erwartet. Dann hat sie sich gefreut, als ich mich doch durchringen konnte. Kurze Zeit später hat sie mich zum ersten Mal ausgeschimpft, weil ich das Beinchen gehoben habe. Diese Menschen soll einer verstehen. Mal Hüh und mal Hot. Dabei wollte ich doch bloß am Türrahmen des Schlafzimmers markieren, dass ich dies hier jetzt als mein Zuhause betrachte.

17.08.2011

 

So richtig Verlass ist auf Frauchen auch nicht. Heute ist sie schon wieder ohne mich aus dem Haus gegangen. Ich wollte zwar mit, aber durfte nicht, ich musste bei Herrchen bleiben. Als Frauchen wiederkam, musste ich erst mal wieder herausfinden, ob sie noch gut zu mir ist. Erst mal Abstand halten, man weiß ja nie.
Aber nach drei Stunden Beobachtung hab ich mich entschieden, ein wenig zu ihr schmusen zu gehen – als die Männer nicht da waren, ganz heimlich und vorsichtig. Wenn Frauchen am Rechner sitzt und ich in meiner Ecke liege, kann ich auch endlich mal entspannen. Da hab ich mir vorhin sogar schon mal den Rudi vom Hals gehalten, weil ich meine Ruhe wollte. Aber ich habe nur ganz leise geknurrt. Frauchen hat schließlich gesagt, ich soll mich mit dem Rudi nicht anlegen.

 

Ich bin schlau, hat auch Frauchen gesagt. Gestern hat sie doch mit mir geschimpft, wegen des nassen Türrahmens. Also markiere ich das Inventar nun nur noch, wenn Frauchen nicht guckt – wenn das nicht schlau ist. Aber sicher fehlt nicht mehr viel, bis ich alles als meins markiert habe. Die Honey darf das schließlich auch.

Gestern habe ich mal versucht, mit der Honey zu spielen, aber sie wollte nicht. Ich versuche es später noch mal. So lange freue ich mich auf den Spaziergängen über Igel und Grashüpfer.

 

Heute hat mich Frauchen auch endlich mit der Kamera in Ruhe gelassen, deshalb gibt es auch keine neuen Fotos. Aber Ihr wisst ja alle, dass ich der Schönste bin. Ich laufe jetzt auch fast immer mit erhobener Rute – wenn sich nicht gerade Menschen nähern.

Endlich habe ich ein Versteck vor dem Gewitter gefunden.
Endlich habe ich ein Versteck vor dem Gewitter gefunden.

19.08.2011

 

Gestern hat mich Frauchen mit zum Hundeplatz genommen – immer diese falschen Versprechen – da heißt es Hundeplatz und dann laufen lauter Menschen dort herum. Das ist doch gemein! Ich hätte mich am liebsten in Luft aufgelöst.

 

Heute war hier ein mächtiges Gewitter – Mannomann, Ihr glaubt gar nicht, was ich für eine Angst hatte. In den Garten gehen mein Geschäft machen ging gar nicht! Ich habe mich lieber auf dem Beistelltisch hinter dem Drucker versteckt, das schien mir am sichersten.

 

Frauchen sagt, ich soll auch was Positives schreiben. Klar, kann ich doch auch. Zum Beispiel habe ich es heute geschafft, liegen zu bleiben, obwohl Frauchen ganz dicht an mir vorbei gelaufen ist. Und als Frauchen vorhin nach Hause kam, habe ich sie mit einem Schwanzwedeln begrüßt, worüber sie sich sehr gefreut hat.

Meine eigene Decke gleich neben Rudi
Meine eigene Decke gleich neben Rudi

21.08.2011

 

Gestern war ich wieder mit auf dem Hundeplatz, das war sehr anstrengend, deshalb war ich abends zu müde, noch Tagebuch zu schreiben. Auf dem Hundeplatz waren viele tolle Tanten, die fast alle Futter für mich dabei hatten. Ein Onkel hatte sogar Würstchen für mich, ich habe mich aber trotzdem nicht zu ihm hin getraut.

 

Ich glaube, dass ich jetzt meinen festen Schlafplatz gefunden habe, gleich neben Rudi. Er meckert mich zwar immer mal wieder an, aber er kann wohl ganz gut mit der Bedrohung durch die Menschen umgehen. Er scheint sie sogar Klasse zu finden, die Menschen meine ich.

 

Heute früh hab ich Frauchen mal gezeigt, dass ich ganz schön flitzen kann, bin ich mit den anderen im Schweinsgalopp durch den Garten geflitzt. Auch wenn ich im Moment noch wenig Kondition habe, werde ich sicher mal ein ganz bewegungsfreudiges Kerlchen. Wenn ich dann irgendwann mal ohne Leine laufen darf, werde ich Euch das zeigen. Aber bis dahin dauert es noch etwas, Frauchen meint, sie muss erst herausfinden, wovor ich noch so Angst habe. Aber sie hat mir als Zwischenlösung eine lange Leine in Aussicht gestellt, weil ich so artig an der Leine laufe und auch schon recht gut auf meinen Namen höre – natürlich nur, solange nichts Bedrohliches passiert.

 

Eine Kleinigkeit muss ich leider noch erwähnen. Frauchen meint, ich soll ehrlich sein, also bin ich das auch. Beim Autofahren wird mir übel, mir ist das echt peinlich, aber vielleicht gewöhne ich mich ja noch dran.

22.08.2011

 

Ich darf heute mal so richtig angeben und mich selber beweihräuchern. Frauchen hat es erlaubt, sie sagt, es sei gerechtfertigt. Ich habe nämlich dem Tierarztbesuch mit Bravour gemeistert. Die Mädels waren mit und sind gleich in die Praxis gestürmt, also bin ich mit rein. War gar nicht so schlimm.

Weil ich unbedingt hinter Frauchen sitzen wollte, während Honey dran war, saß ich auch gleich auf der Waage, war auch nicht schlimm. Ich bin ein elegantes, super schlankes Kerlchen, bringe nur 35 kg auf die Waage.

 

Honey hat ein riesiges Theater gemacht auf dem Behandlungstisch – zu dritt mussten sie die kleine Maus festhalten und auch die Mandy hat nach der zweiten Spritze geschrien wie am Spieß. Da hab ich mir gesagt, die Blöße gibst Du Dir nicht, Artur.

Erst hat Frauchen mir einen Maulkorb umgemacht, hat aber hinterher selbst gesagt, dass das nicht nötig gewesen wäre. Dann haben sie mich zu zweit auf den Tisch gehoben, da bin ich tapfer sitzen geblieben. Und das Pieken von der Kanüle habe ich kaum gemerkt, schließlich hat Frauchen mich die ganze Zeit gekrault, das war schön. Dann gab es auch noch Essen vom Personal. Als wir dann wieder im Wartezimmer waren, hab ich mich mit Mandy vor die Praxistür gestellt, aber wir durften nicht noch einmal hinein, nur Honey durfte bleiben.

 

Jetzt bekomme ich Tabletten, ich bin nämlich nicht allein hier in der Pflegestelle eingezogen, sondern habe E.coli – Gesellen mitgebracht, die will Frauchen aber nicht haben.

 

Das einzige Problem hatte ich wieder bei der Autofahrt – Mannomann wird mir da jedes Mal schlecht. Frauchen meint, das ist ein Fall für Cocculus. Wer auch immer das ist, soll mir helfen. Überhaupt vergleicht mich Frauchen hin und wieder mit einer gewissen Maja, die hatte wohl die gleichen Probleme wie ich. Schade, dass ich sie nicht kennenlernen dufte, wir hätten uns bestimmt gut verstanden.

 

Bis bald! Euer Knuffelbärchen

23.08.2011

 

Gestern habe ich Post von Maja bekommen. Sie war auch mal Pflegehund hier und genau so ängstlich und ihr wurde auch immer übel beim Autofahren. Inzwischen hat sie ein ganz tolles Frauchen gefunden, hoffentlich passiert mir das auch bald.

 

Aber lest selbst, was sie mir geschrieben hat! Ein Bild hat sie mir auch mitgeschickt, da ich sie ja nicht kennen lernen konnte. So eine liebe Maja!

Lieber Artur!

Vorhin habe ich mir mit Ute dein Tagebuch durchgelesen (na gut, Ute hat vorgelesen!) und auch deine Bilder angeschaut. Ich glaube du würdest mir sehr gefallen, ich mag so große schwarze Jungs wie dich! Ute sagt, den Blick von dir, den kennt sie! So würde ich auch manchmal gucken. Ich weiß gar nicht was sie meint! Vielleicht weil ich mich heute vor einer herunterfallenden Kastanie erschrocken habe und wie der Wind wieder zurück zum Gartentor gerannt bin? Das mit den Eicheln, die dich erschrecken kann ich gut verstehen! Kastanien, die auf Autos fallen sind schrecklich! Aber sonst bin ich doch fast immer entspannt! Am Samstag war ich sogar auf einem Kindergeburtstag - 14 Jungen, da war vielleicht was los! Wir waren auf dem Sportplatz und ich hatte keine Angst vor dem Fußball, wenn er gegen den Zaun geknallt ist. Früher mochte ich das gar nicht.... Und dann später im Haus hab ich ruhig in der Küche gelegen als die Jungs getobt haben. Ute sagt ich bin eine Streberin! Wenn sie mich gelassen hätte, hätte ich vielleicht sogar mitgespielt. 

Ich kann dir nur sagen, es lohnt sich, wenn du übst, die Angst zu verlieren. Und Conny kann dir da ganz toll helfen und der Rudi bestimmt auch. Dann hast du bestimmt auch Glück und findest so ein tolles Zuhause wie ich. Am 11.9. fahren wir sogar in den Urlaub! 14 Tage immer mit Ute, nie alleine und jeden Tag in der Natur! Das wird so toll! Ich renn doch so gerne und wälze mich im Gras und im Sand! Wir fahren sogar an den Strand! Und in der zweiten Woche werde ich sogar zwei Hundekumpel zum Spielen haben - die Lotta, die erinnert mich an Honey, die humpelt auch, weil sie eine kaputte Hüfte hat und sieht ihr auch sonst ähnlich, und den Johnny, der ist so ein Kaliber wie du, ein ganz großer brauner Labbi. Als ich ihn kennengelernt habe, war er noch ein Baby, da fand ich ihn doof. Mal sehen wie er jetzt so ist. Aber die Chefin bei den beiden bin ganz klar ICH, die sind ja beide viel jünger als ich und ich weiß einfach wo es langgeht! 

Du siehst, es gibt noch so viel zu entdecken und als Hund kann man sogar in der Stadt ganz zufrieden sein, du wirst sehen, du gewöhnst dich an alles. 

Jetzt zum Beispiel, muss ich nochmal raus, aber es ist schon dunkel. Finde ich nicht sooo toll. Aber eigentlich ist es nicht anders als am Tag. Und den Weg kenne ich inzwischen ganz gut und weiß dass da keine Monster sind und ich Ute nicht beschützen muss. (Manchmal frage ich mich aber schon, ob sie ÜBERHAUPT irgendetwas mitbekommt. Wenn ich aufgeregt werde, weil es geknallt hat oder so, bleibt sie immer ruhig und merkt NIX. Ob sie taub ist?)

Ich schick dir mal Bilder von mir nach dem Urlaub und dann hast du dich bestimmt auch schon viel besser eingewöhnt und bist ganz heldenhaft geworden, passend zu deinem Aussehen!

Ganz liebe Grüße aus Berlin, MAJA

P.S.: Ich liebe Autofahren! My car is my castle! Das Cocculus hilft ganz toll!

Hat sie schon wieder diese Knipse in der Hand...
Hat sie schon wieder diese Knipse in der Hand...

25.08.2011

Frauchen meint, dass ich doch endlich mal den Sinn und Zweck des Gassi – Gehens erkennen soll. Ich weiß gar nicht, was sie meint. Wenn ich das rausgefunden habe, werde ich es hier berichten. Ich finde schon, dass ich den Zweck der Spaziergänge erkannt habe, man kann sich nämlich bewegen und mit Frauchen zusammen etwas erleben. Naja, zum Geschäfte erledigen hat man da natürlich keine Zeit, aber das kann man ja in Ruhe zu Hause erledigen, da ist Zeit genug.

Aber die Spaziergänge an sich sind schon was Tolles. Ich kann es immer gar nicht erwarten. Heute hatte ich deshalb die erste ernsthafte Auseinandersetzung mit Frauchen. Sie hatte einfach kein Verständnis dafür, dass ich es so eilig hatte spazieren zu gehen, dass ich sie von der Tür weggedrängt habe. Naja, ich gebe zu, es ist beim Versuch geblieben, sie hat gewonnen, hat aber ganz schön mit mir geschimpft.

Dafür habe ich sie vorhin wieder ärgern können. Sie hat nämlich wieder den Fotoapparat rausgeholt, als wir im Garten Kaffee getrunken haben. Ich habe aber inzwischen gut gelernt, mich so zu bewegen, dass ich ihr entweder den Popser zeige oder geschickt einen Stuhl, den Tisch, den Grill oder andere Gegenstände zwischen uns bringe. Ätsch, es gibt also keine schönen neuen Fotos von mir zu sehen.

28.08.2011

Leute, ich kann Euch sagen, hier ist man ständig auf der Flucht. Immer wieder kommt der kleine gefährliche Kasten ins Spiel, den Frauchen oft in die Hand nimmt. Der macht komische Geräusche und manchmal blitzt er auch noch. Ich bemühe mich, sobald ich das Einschaltgeräusch höre, schnell zu flüchten. Manchmal bin ich nicht schnell genug, dann erwischt es mich auf der Flucht – schrecklich! Schaut Euch das mal an!

Heute durfte ich das erste Mal an der Flexileine laufen. Frauchen meinte, da kann ich mich mehr bewegen. Klar, ich bin ab und an ein paar Meter getrabt, aber am liebsten bin ich in Frauchens Nähe – acht Meter Leinenlänge – viel zu weit weg von Frauchen!

30.08.2011

Heute sind wir beim Spaziergang an einem Rudel lärmender Jugendlicher vorbeigelaufen. Mannomann, die waren gruselig. Mandy und Fred haben die Gefahr gar nicht erkannt und Frauchen geht erst blind durch die Welt – oh je. Also musste ich mir ein Herz fassen und tapfer dran vorbei gehen. Klar bin ich ganz dicht am Graben lang, aber immerhin.

Und wir haben mal wieder einen Igel getroffen. Da waren Fred und ich uns einig – den wollten wir haben. Aber Frauchen und Mandy waren wieder die Spielverderber und sind einfach weiter gegangen. Diese Frauen!

Übrigens, hab ich Euch schon erzählt, dass es hier Katzen gibt – die sind ja spannend. Bisher durfte ich zwar keine fangen, aber das schaffe ich schon noch irgendwann, soll sich bloß mal eine in meinen Garten verirren! Vögel finde ich auch spannend, das hat mir bestimmt mal ein Setter beigebracht.

Aber keine Angst, das Ende der Leine akzeptiere ich immer, deshalb kann Frauchen ja mit mir gemeinsam noch zwei weitere Hunde mit auf den Spaziergang nehmen.

31.08.2011

Heute haben wir die Walker getroffen, auf die Frauchen schon immer gewartet hat. Die haben neben ihren normalen Beinen noch zwei dünne Beine, die Lärm machen. Aber ich bin einfach weiter gelaufen. Frauchen hat gemeint, alles OK, dann geht das schon. Selbst über den geisteskranken Radfahrer, der immer wieder vorbeikam und mehr rutschte als fuhr, konnten Frauchen und ich gemeinsam nur lächeln.

Leider habe ich mich mit dem Rüden des Hauses zerstritten, wir mögen uns einfach nicht. Deshalb hier der Hinweis, dass ich lieber eine Hündin als Hausgenossin hätte. Ich bin eben ein Macho. Draußen komme ich natürlich nach wie vor mit allen Hunden zurecht, egal ob Männlein oder Weiblein.

03.09.2011

Gestern habe ich mein erstes „Sitz“ gemacht und dafür ganz viel Essen bekommen. Eigentlich ganz einfach, wenn ich diese Sache auch nicht für notwendig halte. Frauchen meint, das Hören auf meinen Namen kann und muss sie mit mir gar nicht üben, weil ich eh immer in ihrer Nähe bin, wenn sie da ist. Heute durfte ich im Wald auch das erste Mal von der Leine, natürlich bin ich trotzdem immer neben Frauchen gelaufen. Ist doch nichts Besonderes. Wenn sie sagt „Warte mal!“, dann warte ich eben, sagt sie „Komm mal her!“, gehe ich eben hin – sowas muss man doch nicht üben, als Klasse – Hund wie ich es bin hat man einfach einen Draht zu Frauchen.

Übrigens kann ich inzwischen nur noch drüber lachen, dass diese vorwitzigen Bäume ständig mit Eicheln nach mir werfen. Begegnungen mit fremden Menschen sind inzwischen stressfrei, mit Hunden ja sowieso. Nur den Marder, der heute früh vor uns über den Weg gesaust ist, den hätte ich schon gerne gehabt, aber ich habe mich von Frauchen überzeugen lassen, dass der weiter im Wald leben will und darf.

Bei dem Igel, der heute früh einfach in meinen Garten eingedrungen ist, kam Frauchen leider zu spät, also musste ich ihm klar machen, dass er hier nichts zu suchen hat. Der kleine Kerl war aber ganz schön renitent. Frauchen und Herrchen konnten ihn aber dann zum Umzug in den  Nachbargarten bewegen.

07.09.2011

Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Frauchen weiß genau, dass ich die Monster auf den Gleisen doof finde und was macht sie – sie geht mit mir zum Bahnhof! Nur weil Herrchen sich offenbar nicht allein nach Hause findet und wir ihn abholen müssen. Absolut keine Orientierung, er sollte das mal üben. Selbst ich finde allein nach Hause und wohne noch nicht so lange hier.

Naja, jedenfalls ist das Monster auf den Gleisen wenigstens langsamer geworden als es mich gesehen hat – sehr rücksichtsvoll. Aber dann hatte es gleich wieder alle Rücksichtnahme vergessen und lauter Menschen ausgespuckt, die auch noch alle an mit vorbei wollten. Und Frauchen hat wieder total gepennt und die Gefahr nicht erkannt. Sie stand einfach nur so rum als wäre nicht Besonderes.

09.09.2011

Das war ein toller Tag heute! Erst ging es gar nicht so toll los – Frauchen musste mittags nach der Arbeit erst mal schlafen, also musste ich auf meinen Spaziergang warten. Das kommt davon, wenn man bis fast um zwei in der Nacht mit Hundeleuten telefoniert und halb vier schon wieder aufsteht!

Aber dann ging es los. Ich durfte wieder mit Mandy zusammen gehen. Auf der großen Wiese durfte Mandy die Sau raus lassen und rennen – da wollte ich so gerne mit. Und da Frauchen ja ein großes Herz hat, hat sie demselben einen Ruck gegeben und mich von der Leine gemacht. (Dort sind ja keine Menschen, sondern nur Hirsche und die interessieren mich nicht.) Das war herrlich – ich konnte mit Mandy zusammen mal so richtig die Beine in die Pfoten nehmen. Als Frauchen gepfiffen hat, bin ich gleich zur ihr zurückgerannt, Mandy hat mir das gezeigt, bei Frauchen gab es dann Essen. Als ich mich genug ausgetobt hatte hab ich natürlich wieder aufgepasst, dass ich Frauchen nicht von der Seite weiche. 

Zuletzt waren wir noch beim Nachbarn im Garten zum Plausch. Erst hab ich mich etwas zurückgehalten, aber dann habe ich mich auch von den fremden Menschen streicheln lassen. Ihr werdet es nicht glauben – ich bin von ganz allein zu ihnen hin gegangen. Da hat auch Frauchen sich gefreut.

Nun hab ich den Bauch voll und nach der vielen Bewegung die nötige Bettschwere. Also leg ich mich hin – mir wachsen diese Nacht bestimmt auch wieder ein paar neue Muskeln.

11.09.2011

Worüber Frauchen sich so alles freuen kann, komisch. Heute habe ich auf dem Morgenspaziergang zwei Mal mein großes Geschäft im Wald gemacht und nicht im Garten, schon allein darüber hat sich Frauchen gefreut wie verrückt. Ich durfte auch wieder ohne Leine laufen. Da ich inzwischen Freude an viel Bewegung gefunden habe, laufe ich auch schon mal 10 – 20 Meter vor. Aber dann drehe ich um und bin gleich wieder bei Frauchen, schließlich muss ich aufpassen, dass sie nicht verloren geht. Wenn sie auch so eine „tolle“ Orientierung hat wie Herrchen, findet sie sich ja nie wieder nach Hause.

Von gestern muss ich Euch noch erzählen. Ich war wieder mit auf dem Hundeplatz. Gleich nach der Ankunft wurde ich von einer Riesenschnauzerdame begrüßt. Mannomann, können Frauen aufdringlich sein. Mir war noch ganz schlecht von der Autofahrt und dann sowas. Liebe Damen, lasst Euch sagen, ich bin sensibel, also geht auch sensibel mit mir um!

Ansonsten bin ich zu all den Zweibeinern hingegangen, mit der einen Tante bin ich sogar mit gelaufen, Frauchen war wohl ganz eifersüchtig.

Dann hat Frauchen ganz komische Anfälle bekommen und ist wild über den Hundeplatz gerannt und gehopst. Da musste ich natürlich mit rennen und aufpassen, dass es nicht noch schlimmer wird. Sie haben das dann Fotoshooting genannt. Das verstehe ich zwar nicht, aber Frauchen lässt ausrichten, dass die Ergebnisse bald hier zu sehen sind.

Die Ergebnisse des Fotoshootings - Danke Franka

12.09.2011

Frauchen ist ganz begeistert von den Ergebnissen des Fotoshootings. Ich weiß auch so, dass ich eine Schönheit bin. Außerdem eine treue Seele. Das hat auch Frauchen jetzt erkannt und lässt mich im Wald jetzt meist ohne Leine laufen. Das ist prima, ich muss nicht mehr nebenher trotten, sondern kann auch mal etwas flotter laufen.

Heute hat mir Frauchen dem Emmes und seine Damen vorgestellt. Sie sagt, die Mädels sind unsere Eierlieferantinnen und ganz fleißig. Ich fand sie mäßig interessant – nur der Emmes, der hat sich unbeliebt bei mir gemacht, ging der mich doch an obwohl ich ihm wirklich nichts getan habe. Na, da hat er aber meine mächtige Stimme zu hören bekommen. Die Damen waren viel netter. Frauchen meint, vielleicht passiert es ja, dass ich mit solchen Tierchen mal zusammen wohne. Naja, solange ein Zaun dazwischen ist, ist es OK. An alles andere müsste ich mich erst gewöhnen.