Diego hat ein Zuhause gefunden

Post von Diegos Familie vom 22.12.2011

Hallöchen liebes Kanthack Rudel,

 

Weihnachten steht vor der Tür und wir möchten mal wieder einen kleinen Überblick über unserem Spanier verschaffen. Im August waren wir zusammen im Urlaub und haben u.a. Köln erkundet. Dabei waren wir auch in einem Auslauf von "Hunde aus Mallorca", dort waren auch allerlei andere Podencos unterwegs. Seitdem gehen wir regelmäßig zum Hundespielplatz nach Oelzschau. Außerdem besuchen wir jede Woche einen anderen Park oder Hundewiese in und um Leipzig. Im Sommer waren wir auch oft zusammen baden, wobei er immer wieder versuchte Enten zu jagen. Wir haben auch ein neues Halsband für ihn, mit der Aufschrift "V.I.P.", wobei das P nicht für Person, sondern natürlich für Podenco steht. Diego beweist auch ab und zu seine gute Spürnase und findet auch immer ein paar Sachen - wie letztens als er in einem großen Laubhaufen einen Schnuller fand, den er auch "benutzte". Für die Ratte  interessiert er sich mittlerweile gar nicht mehr, selbst wenn sie sich beide sehen. Das Rückruf-Training klappt oft ganz gut, selbst wenn er - wie in letzter Zeit so oft - einen Igel findet. Er rennt zwar sofort hin, lässt sich aber abrufen. Bei einem Fuchs oder einem Hasen funktioniert das leider nicht. Das Apportieren klappt auch immer besser, aber nur bei seinem eigenen Spielzeug, fremdes Spielzeug wird gerne geklaut und stolz vorgeführt, zum Glück hat ihm das noch keiner übel genommen. Diego macht mich auch oft darauf aufmerksam, wenn ich etwas vergesse, z.B. wenn ich auf dem Tisch einen Lebkuchen vergesse. Der wird natürlich schnell aufgefressen. Oder als ich beim Saubermachen die Küchenrolle auf dem Boden vergessen habe. Was dabei rausgekommen ist, sieht man auf dem Bild. Das Barfen haben wir auch beibehalten, v.a. seitdem es in Leipzig den dazugehörigen Shop "proCani" gibt, der sogar einen Lieferservice hat. Das war‘s erst mal von unserer kleinen Bande.

 

Wir wünschen dem Rudel frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

Liebe Grüße,

 

Linda+Marc+Diego

 

Post von Diegos Familie vom 30.06.2011

Hallöchen liebes Kanthack-Rudel,

 

nachdem wir Diego nun seit über einem halben Jahr haben, wollten wir uns auch mal wieder melden. Diego macht sich prima. Ich konnte ihm nun auch ein paar kleine "Kunststückchen" beibringen wie Slalom laufen oder "Tot stellen", nur das Apportieren klappt nur nach seinem Willen. Allerdings bereite Diego's Knie ein paar Probleme, aber nur das rechte. Deswegen waren wir auch beim Tierarzt und es stellte sich heraus, dass in Spanien wirklich das rechte Knie operiert wurde. Die Nägel waren aber viel zu lang und stachen in die Sehne. Das tut natürlich weh, aber nun wurden sie entfernt und seitdem gab es gar keine Probleme mehr mit seinem Knie. Mit den Ratten versteht sich Diego etwas besser, wenn sie allerdings abends zu laut machen, schreitet Diego ein und weist sie zurück in ihr Häuschen. Diego hat hier auch schon allerhand andere Tiere gesehen: Hase, Fuchs, Igel, Maulwurf, Enten, Schwäne, usw. Mäuse und einen kleinen Spatz hat er auch schon gefangen und mir lebend gebracht, genauso verhielt es sich mit dem Maulwurf. Vom Hasen und Fuchs konnte ich ihn dank Leberwurst gut ablenken. Er geht auch gerne ins Wasser, um Enten zu jagen. Ende Mai waren wir bei einem Windhund- und Podencoseminar und konnten so unser Rückruftraining weiter verbessern. Wir freuen uns auf weitere Erlebnisse mit Diego.

 

Liebe Grüße,

 

Diego+Marc+Linda

 

Post von Diegos neuer Familie vom 12.01.2011

 

Hallo Frau Kanthack,

 

Diego ist nun seit einem Monat bei uns und er ist wirklich das Beste was uns passieren konnte. Mittlerweile konnte ich ihm "Sitz", "Platz", "Gib Pfötchen", "Fuß" und "Bleib" beibringen. Derzeit haben wir mit dem Apportieren angefangen und auch hier stellt er sich klug an. Des Weiteren verstecke ich während des Spaziergangs ein paar Leckerlies, die er auch gleich findet. Alleine bleiben kann er nun auch schon - problemlos bis zu zwei Stunden (länger war er bisher auch noch nicht alleine). Das Rückruf Training haben wir natürlich weiter geübt und das klappt auch hervorragend, außer Diego hat mal wieder etwas zu fressen gefunden. Ich treffe mich mehrmals die Woche mit meiner Freundin (die auch einen Hund vom Tierschutz hat) im Friedenspark, dort kann er sich ordentlich austoben. Ansonsten laufen wir zum nahegelegenen Sportplatz und Hundewiese, dort treffen wir auch oft andere Hunde. Mit meinen beiden Ratten versteht er sich zumindest tagsüber, auch mit offener Tür, gan  z gut, wenn die beiden allerdings abends dann ihren Käfig unsicher machen, hält Diego nichts mehr auf der Couch. Es ist mittlerweile auch schon ein paar mal vorgekommen, dass Diego den Ratten gegenüberstand. Zuerst beobachteten sie sich, aber Diego hielt dies nicht lange aus und bellte der Ratte ins Ohr. Die flüchteten natürlich sofort. Mittlerweile haben wir sogar einen Fuchs und einen Hasen gesehen. Diego war aber sehr leicht mit einem Leckerlie abzulenken. Nach dem Spaziergang legt er sich meist auf die Couch und schläft. Dabei "erfindet" er ziemlich lustige Schlafpositionen (siehe Fotos).

So, das wars dann fürs erste.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Linda+Marc+Diego

Diegos Geschichte ...

 

Diego ist ca. zwei Jahre alt, kastriert und etwa 52 cm groß.

 

Er ist einfach nur lieb, sehr anhänglich und auf seinen Menschen bezogen.

 

Das Alleinbleiben wird gerade geübt, in der Autobox klappt es schon prima.

 

Diego läuft prima an der Leine und liebt ruhige, gemütliche Spaziergänge. Er kann sich auch über längere Zeit selbst im Garten beschäftigen.

 

Andere Hunde liebt Diego abgöttisch und tobt sehr gern mit ihnen, er verträgt sich mit allen.

 

Diego braucht noch Erziehung, dann wird er sich zu einem pflegeleichten Familienhund entwickeln, er ist bemüht, alles richtig zu machen und lernt schnell.

Vermittelt wird er durch den Verein „Hundepfoten in Not e.V.“.

Zurzeit ist er in Behandlung wegen eines Problems mit der Kniescheibe. Er wird sicher dadurch kein Sporthund werden, aber gut damit leben können.

 

Für eine größere Ansicht bitte auf ein Bild klicken!

Diego's Pflegestellentagebuch

01.08.2010

Den ganzen Tag bin ich gestern Auto gefahren, ganz oft musste ich umsteigen, Mannomann war das anstrengend. Hier angekommen habe ich mich erst mal mit den anderen Hunden arrangiert. Der Große ist manchmal etwas ruppig, aber ansonsten sind die alle ganz nett zu mir.  Ich habe das Erdgeschoss des Hauses erkundet, alle Schuhe, Jacken und den liegengebliebenen Abwasch inspiziert, den Garten und nun auch das Sofa meines Pflegefrauchens erobert.

Und genau da hab ich mich von der ganzen Aufregung jetzt erst mal richtig ausgeschlafen. Übrigens hab ich mein aus Spanien mitgebrachtes Halsband auch gleich zerkaut, denn zurück will ich nicht mehr, hier ist es ganz prima. Schon weil ich immer in der Nähe von Frauchen oder Herrchen sein kann und ich will ja nichts anderes.

 

05.08.2010

Mannomann ist das schwierig, so im Haus zu leben. Auf der einen Seite super bequem, vor allem, wenn man einen Sofaplatz ergattert hat, auf der anderen Seite muss man sich ganz schön konzentrieren. Da gibt es einige Dinge, die darf ich durch die Gegend tragen und auch darauf herum nagen, aber viele Sachen sind laut Pflegefrauchen tabu. Keine Ahnung, warum man Möbel, Schuhe, Fernbedienungen und Telefone nicht annagen darf, aber wenn Frauchen das sagt, versuch ich mich dran zu halten. Ich will ja so gern alles richtig machen.

Auf den Spaziergängen werde ich ganz viel gelobt, weil ich so schön an der Leine laufe – das wäre wohl für einen Podenco was Besonderes. Als ob ich nicht wüsste, dass ich was Besonderes bin.

 

08.08.2010

Worüber Menschen sich so freuen können – mein Pflegefrauchen ist jedes Mal ganz außer sich vor Freude, wenn ich draußen mein Geschäft mache. Naja, wenn ich ihr damit eine Freude machen kann, versuch ich mal, alles für draußen „aufzuheben“.

Die letzten Tage musste ich wieder mit dem Auto mitfahren, erst wollte ich ja nicht einsteigen, aber ich glaube, dass ich nicht wieder nach Spanien gefahren werde, wir sind immer wieder alle gemeinsam ausgestiegen. Jetzt will ich schon allein einsteigen, Hilfe brauch ich nur noch, weil mein Knie nicht mitspielt beim Hineinspringen.

Beim Tierarzt waren wir inzwischen auch, die haben mich dort alle gelobt, weil ich so brav und tapfer war – obwohl es wirklich nicht fein war, was die dort mit meinem Bein gemacht haben. Nun bekomme ich jeden Tag ein Extra - Leckerli, Frauchen sagt, dass mir davon bald mein Knie nicht mehr so weh tut.

Meine Zweibeiner haben mich inzwischen auch schon ein paar Mal allein gelassen, aber das ist gar kein Problem, die werden schon wiederkommen, die anderen Hunde sind ja noch da.

 

... schnarch ....
... schnarch ....

14.08.2010

Heute war ich mal wieder mit Pflegefrauchen allein unterwegs. Wir haben viele andere Hunde getroffen, doch zu keinem durfte ich hin – war das blöd. Aber dann habe ich mitbekommen, dass es bei Frauchen Futter gibt, wenn ich nur auf sie achte, na das war ein Spaß, das war viel besser als die anderen Hunde. Ich hab auch wieder ganz viel Lob bekommen, weil ich ganz toll an der Schleppleine gelaufen bin.

Außerdem bin ich heute ganz allein ins Auto gehopst. Und in der Autobox – was glaubt Ihr, was ich da gefunden habe – richtig, prima Futter.

 

19.08.2010

Heute war mein Pflegefrauchen mit mir im Einkaufszentrum, was auch immer das ist. War schon ein beeindruckender Ort, so viele Menschen und vor allem die vielen verschiedenen Gerüche. Ich hätte noch viel mehr Zeit gebraucht, das alles zu verarbeiten. Ein bisschen unheimlich war mir schon, aber ich bin immer brav Frauchen hinterhergelaufen, da konnte mir ja nichts passieren.

Außerdem musste sie mich heute vor einer Wespe retten – da hatte ich echt Angst – nur gut, dass Frauchen da war.

Ich gewöhne mich jetzt auch langsam dran, dass Frauchen sich tagsüber immer mal wieder verkrümelt. Und ich lerne, dass ich nicht zu jedem Hund, den wir treffen, hinlaufen muss – ich freu mich einfach von Weitem umso mehr.

 

25.08.2010

Jippeeee! Ich hab’s begriffen, ich bin jetzt stubenrein. Ist eigentlich gar nicht so schwer: einfach warten, bis Frauchen mit mir rausgeht oder die Tür zum Garten aufmacht.

Meinen Job als Innenarchitekt werde ich wahrscheinlich auch aufgeben, wird langweilig. Frauchen freut sich darüber auch noch. Dafür darf ich jetzt mehr mit spazieren gehen, meinem Knie geht es immer besser. Nur das Treppensteigen liegt mir mit dem Knie gar nicht, aber sicher findet sich ein ebenerdiges Zuhause für mich.

 

28.08.2010

Heute hatte die Mandy Prüfung, ich dachte erst, da hat Frauchen für mich gar keine Zeit. Aber weit gefehlt, nach der Prüfung hatte sie noch eine Überraschung für mich. Da das Gelände des Hundeplatzes dort vollkommen eingezäunt ist, durfte ich von der Leine und mit den Hunden dort spielen und toben und auch die Zweibeiner waren alle ganz freundlich zu mir. Ich kam wieder gar nicht hinterher mit dem Po – Wackeln vor Freude. Die haben gedacht, ich bin behindert, weil ich vor lauter Freude meine Beine nicht koordiniert bekommen habe. Dann bin ich ganz glücklich allein in meine Autobox gesprungen, ein ganz toller Tag war das.

05.09.2010

Gestern durfte ich wieder mit auf den Hundeplatz und Frauchen hat sich ganz viel Zeit nur für mich genommen. Ich hatte ja sowieso schnell begriffen, dass dieses komische Klick – Geräusch, was Frauchen immer mal macht, heißt, dass ich was richtig gemacht habe.

 

Dass es gut ist, wenn ich Frauchen ins Gesicht schaue, habe ich schnell begriffen. Nun sollte ich das auch machen, wenn andere Hunde in der Nähe sind. Das ist mir schon schwer gefallen, wo ich alle Hunde doch so toll finde. Aber für jeden Klick gab es heute frisches Putenfleisch, da lohnt es sich schon, sich zu bemühen.

 

Und dass ich auf Rufen ganz schnell zu Frauchen laufe, klappt auch schon sehr gut, schließlich verdiene ich mir da immer feine Leckerchen.

Meinem Bein geht es auch immer besser, Frauchen sagt, ich habe nun wieder das Podenco – typische Temperament und nennt mich „Quirl“, was auch immer das heißen mag.

Ansonsten bringe ich die Zweibeiner immer wieder zum Lachen, weil ich mich über alles und jeden so sehr freue. Sogar zum Tierarzt gehe ich gern, weil man da immer nette Hunde trifft, darüber freue ich mich dann so, dass ich mit dem Wedeln und Wackeln nicht hinterher komme und manchmal fast umfalle, weil ich mit dem ganzen Körper gleichzeitig wedeln will – was natürlich nicht so einfach geht.

12.09.2010

Die letzten zwei Wochen musste ich ja jeden Tag Tabletten nehmen für mein Knie, nun brauch ich die nicht mehr, so ein Glück. Ich kann auch wieder rennen und springen, meinem Knie geht es bestens.

 

Also, liebe Interessenten, an meinem Knie soll es nicht liegen, ich komme damit super klar, laut Tierarzt kann ich damit ein Leben lang gut zurechtkommen.

 

Gestern hab ich dann noch einen Spielkameraden getroffen. Nico heißt er und hat so viel Fell, dass er immerzu bellen musste, damit ich weiß, wo vorn ist. Mit dem konnte man so richtig schön toben. Und auch danach tat mir mein Knie nicht weh.

Frauchen sagt, dass ich für meine Rasse und mein Alter sehr pflegeleicht bin. Drei Mal am Tag spazieren gehen, ein bisschen Leckerchen suchen oder Clickertraining oder schön mit anderen Hunden toben und schon bin ich zufrieden. Den Rest des Tages liege ich am liebsten Frauchen zu Füßen oder in meiner Rückzugsbox.

Im Haus bin ich wirklich entspannt, wenn die anderen Hunde sich wegen Kleinigkeiten wie Türklingel oder Hundebellen aufregen, bleibe ich völlig tiefenentspannt. Warum sollte man wegen sowas bellen? Verstehe ich gar nicht. Frauchen sagt, ich wäre wegen diesen Eigenschaften auch ein guter Bürohund. Was auch immer das ist, Hauptsache in der Nähe meines Zweibeiners. Und wenn das mal gar nicht geht, kann ich auch schon ein Weilchen alleinbleiben.

18.09.2010

Heute war mal wieder was los. Frauchen ist mit uns ganz zeitig losgefahren. Es ging auf einen fremden Hundeplatz. Da war vielleicht ein Trubel, ganz viele Menschen und Hunde – ich kam aus dem Freuen gar nicht mehr raus, hätte am liebsten jeden persönlich begrüßt, aber Frauchen hat mit mir „Guck mal!“ geübt, da war ich ganz schön hin und her gerissen zwischen Frauchens Leckerchen und den vielen Leuten und Hunden. Auf dem Platz standen ganz viele Geräte, Parcours genannt  – die Mandy und der Erdmann sind mit Frauchen zusammen da drüber gerannt. Ich durfte eine ganze Weile mit am Rand sitzen und das Geschehen beobachten. Der Trubel und die lauten Lautsprecherdurchsagen haben mich gar nicht gestört. Frauchen meint, es ist erstaunlich, dass ich das alles so mitmache ohne jede Angst und sie hat mich gelobt, weil ich so artig war.

Frauchen sagt, dass Hundesport sicher auch was für mich wäre – kein Agility wegen des Knies – aber Suchen, Apportieren oder Tricks lernen kann ich sicher auch.

27.09.2010

Das hat Frauchen nun davon. Musste ich doch gestern beim Agility – Turnier fleißig üben, ruhig neben Frauchen herzulaufen statt alle Zwei – und Vierbeiner zu begrüßen. Heute früh auf dem Spaziergang dachte ich mir, mach ich das doch gleich noch mal und Frauchen hat sich tierisch gefreut. Und dann wundert sie sich, dass ich nicht mehr allein in den Garten gehe? Haha, ich bleib an Frauchens Seite und sie muss im strömenden Regen mit mir Runden durch den Garten drehen. Blöd nur, dass ich natürlich, wenn ich mich so auf Frauchen konzentriere, mein Geschäft nicht machen kann. Frauchen meint, jetzt muss ich lernen, die beiden Dinge auseinanderzuhalten. Das muss ich mir doch noch überlegen.

 

29.09.2010

Jetzt hab ich den Dreh raus. Vormittag und Mittag passiert hier im Hause ja eh nicht viel. Ich habe mir jetzt angewöhnt immer wenn Frauchen ins Bad geht und sich zur Jagd fertigmacht schon in meine Box zu gehen und es mir gemütlich zu machen. Darüber freut sich Frauchen und ich bekomme meist noch einen Keks zum Abschied.

Frauchens Jagd ist nicht immer erfolgreich, aber manchmal bringt sie eine ganze Kiste Essen mit, wenn sie Nachmittag nach Hause kommt. Vielleicht wäre sie ja erfolgreicher, wenn sie mich mitnähme (zumindest hätten wir dann viel mehr Mäuse und Kröten im Speiseplan), aber das will sie wohl nicht. Naja, so genieße ich die Ruhe am Vormittag und satt hat Frauchen uns bisher immer alle bekommen.

 

04.10.2010

Heute sind Herrchen und Frauchen weggegangen und drei Stunden lang nicht wiedergekommen. Was merkwürdig war – sie haben mich nicht in meine Box gesperrt. Aber das macht ja nichts, ich habe inzwischen gelernt, dass man die Inneneinrichtung in Ruhe lässt, nichts habe ich angerührt. Das wäre doch gelacht, wenn ich das nicht hinbekommen würde.

 

05.10.2010

Frauchen ist jetzt den ganzen Tag zu Hause, Urlaub nennt sie das, das ist Klasse. Heute ist sie mit mir auf ein Feld gegangen. Erst musste ich an der Seite angebunden warten, fand ich ja blöd, aber immer wenn ich versucht habe, aus dem Geschirr rauszukommen, hat sie schrecklich geschimpft.

Aber dann ist sie mit der langen Leine mit mir auf das Feld und da lag doch plötzlich ein Stück Fleisch, so eine Überraschung! Frauchen meinte „Such weiter“, was ich nicht verstanden habe, aber dann fand ich zufällig das nächste Stück Fleisch. Und stellt Euch vor, so ging es immer weiter auf das Feld, lauter Fleischstückchen. Und dann hatte ich plötzlich eine ganze Dose Fleisch gefunden. Das hat vielleicht einen Spaß gemacht. „Fährten“ hat Frauchen dazu gesagt, das sollten wir öfter machen.

 

06.10.2010

Heute hat Frauchen angesagt „Körperpflege üben“ – dabei war da gar nichts zum Üben, ich musste einfach nur still halten. Eine meiner leichtesten Übungen. Dann hat sie mir in den Ohren herum gesucht, weiß nicht, was sie dort finden wollte. Als nächstes kam ein riesiger Metallstriegel, damit hat sie mir mein loses Fell entfernt, das tat gut, muss jetzt im Herbst eh raus. Und als letztes hat sie mir mit einem Metallding an den Krallen herum geschnitten und meine schönen hellen Krallen gelobt – dabei kann ich dafür gar nichts. Jedenfalls habe ich die ganze Zeit ganz still gehalten, alles gar kein Problem für mich.

 

15.10.2010

Heute waren wir mal wieder zu den Damhirschen im Wald schauen. Die haben sogar nach mir gerufen – natürlich nur aus sicherer Entfernung hinter dem Wildzaun, diese Feiglinge – aber ich war ganz cool und bin immer gleich zu Frauchen gelaufen, wenn sie gerufen hat.

Außerdem gibt es viele Mäuse dort im Wald, Frauchen belächelt mich immer, weil ich grabe und grabe, aber einfach keine erwische. Ich muss mir das wirklich mal von Mandy zeigen lassen, die schnappt die sich so im Vorbeigehen, die ist richtig gut im Mäusejagen.

16.10.2010

„Streber“ hat Frauchen heute zu mir gesagt, aber es klang nicht böse, sondern sogar ein bisschen stolz. Dabei brauchte ich nur an ihrer Seite mitlaufen, war gar nicht so schwer, schließlich hat sie mir wieder mit dem Klick – Geräusch signalisiert, was ich machen soll. Auch zu den anderen Hunden sollte ich nicht hin, da musste ich mich ganz schön zusammenreißen, aber ich hab mir Mühe gegeben und Frauchen musste nicht einmal die Leine kurz nehmen. Ich werde also weiter streben, hoffentlich bald bei meinem endgültigen Besitzer.

23.10.2010

Heute hat Frauchen das erste Mal mit mir geschimpft, au weia! Dabei wollte ich doch nur die Situation ausnutzen und meinem rassebedingten Jagdtrieb nachgehen. Frauchen hatte nämlich die tolle Idee, mit uns allen fünf gleichzeitig spazieren zu gehen. Klar, da kann sie ja nicht auf jeden so genau achten. Also hab ich mich den Hirschen zugewendet, die in ihrem Gehege Hasche gespielt haben. Und da gab es den Ärger.

Ich hab dann am Nachmittag versucht, Frauchen mit fleißigem Streben wieder gut zu stimmen und im Auto hab ich mich auch ganz brav verhalten.

Für morgen hat sie mir versprochen, dass sie mit mir allein wieder zu den Hirschen geht, da freu ich mich schon. Vielleicht darf ich ja doch noch einen jagen.

 

24.10.2010

„HELD“ hat mich Frauchen heute genannt! Dem Tonfall nach muss das was Tolles sein. Aber von vorn. Nachdem sie mit mir die Hirsche besucht hat und ich mich für die heute natürlich gar nicht interessiert habe, ist sie mit Rudi, Mandy und Erdmann aufgebrochen und ich bin bei Honey geblieben damit die nicht so allein ist. Außerdem ist es meine heimliche Liebe.  Dumm war nur, dass Honey im Obergeschoss war und nicht zu mir kam weil sie die Treppen nicht hinunter steigen kann. Also hab ich allen meinen Mut zusammengenommen und bin zu ihr hoch – hat ja keiner gesehen außer meiner Honey.

Und als Frauchen mit den anderen dann wiederkam und gesehen hat, dass ich zum ersten Mal die Treppe gestiegen bin, hat sie ganz laut „EIN HELD!“ gerufen und mich damit gemeint.

Irgendwann in einer ruhigen Stunde werde ich vielleicht auch mal üben, die Treppe wieder runter zu steigen. Aber nicht weitersagen!

 

27.10.2010

So, nun könnt Ihr mich alle bewundern – ich hab den Dreh mit der Treppe raus. Man muss immer schön langsam einen Fuß nach dem anderen setzen und so komme ich seit gestern sogar die Treppe wieder runter. Ich hab auch schon intensiv das Obergeschoss erkundet.

 

31.10.2010

Anstatt zu dritt unsere Männer - Morgenrunde zu drehen, haben wir heute Mandy mitgenommen und sind mit dem Auto auf den Mond gefahren, zumindest der Landschaft nach. Na, die drei anderen haben vielleicht am Zeiger gedreht, die ganze Zeit hat man sie nur als Kondensstreifen vorbeisausen sehen. Da bin ich ja ganz anders, bin eher von der ruhigeren Sorte, gemütlich die Umgebung erkunden ist mehr meine Sache. Da stört es mich auch nicht, dass ich noch an der Schleppleine bleiben muss. Das kann sich ja dann bei meinen endgültigen Zweibeinern ändern.

Heute hab ich schon mal gelernt, dass es immer, wenn Frauchen laut pfeift, Wiener Würstchen gibt, die gibt es sonst nie, sowas Leckeres. Da lohnt es sich echt, beim Pfiff ganz schnell zu Frauchen zu laufen.

Ach und die Mandy ist vielleicht ein Ferkel, sowas will ein Mädchen sein. Sie könnte heute glatt ins Guinnessbuch der Rekorde als dreckigster Hund der Welt. Durch die tiefsten Pfützen ist sie geschwommen und dann durch den Matsch gerannt, bis zum Rücken hat sie sich eingesaut. Sie meint, Podengos tun das – na da muss ich aber noch mal drüber nachdenken.

04.11.2010

Mannomann – Frauchen kann sich verdoppeln und sogar fliegen – bin ich heute früh erschrocken!

Aber von vorn. Wenn es draußen dunkel ist, laufen vor den Terrassentüren immer Menschen und Hunde herum, die genau so aussehen wie wir. Da die anderen darauf aber nicht reagieren, muss das wohl so sein. Ist zwar komisch, dass die nur im Dunkeln in unserem Garten sind, aber naja, ich habe mich dran gewöhnt. Heute aber war ein zweites Frauchen draußen vor dem Schlafzimmerfenster. Das hab ich dort noch nie gesehen – im Obergeschoß, also kann sie auch noch fliegen! Das fand ich schon sehr merkwürdig. Mein nicht fliegendes Frauchen meinte, das ist in Ordnung so, aber ich bin trotzdem ziemlich verwundert. Ob mir das jemand erklären kann?

Ansonsten hat Frauchen seit gestern festgelegt, dass wir nun Kuschelwetter haben – na das ist ja was für mich, wo ich doch nichts lieber mache als kampfkuscheln bis zum Umfallen und dann immer noch weiter. Ich glaube, das ist meine Bestimmung.

 

13.11.2010

Na da hat sich Frauchen wieder was ausgedacht. Hat sie heute Futter in so einer Stoffrolle versteckt, da kam ich doch gar nicht ran, sowas Doofes. Ich hab es probiert und als ich das Ding in die Schnauze genommen habe, hat Frauchen mich daraus etwas fressen lassen. War aber nur Trockenfutter drin, wie langweilig. Ich als Gourmet strenge mich nur an, wenn es sich wirklich lohnt. Das hat dann auch Frauchen begriffen und Hühnermägen in das Ding gefüllt. Die durfte ich mir dann „erarbeiten“. Ich glaube, ich soll das Ding in die Schnauze nehmen und zu Frauchen bringen, wenn ich das richtig verstanden habe, zumindest gab es da immer was aus der Rolle. Naja, wir werden das sicher noch mal üben.

 

23.11.2010

Jetzt hat sich Frauchen was Neues einfallen lassen. Neuerdings müssen wir nach jedem großen Spaziergang durch den Wald im Vorgarten warten bis Frauchen mit Handtüchern kommt und uns abputzt. Erdmann hat sich immer ganz mädchenhaft. Für mich ist das natürlich gar kein Problem, ich halte fein still und hebe sogar selbst die Hinterpfoten, damit Frauchen besser putzen kann. Was tut man nicht alles, um die Zweibeiner glücklich zu machen. Frauchen meinte jedenfalls, dass ich berichten soll, dass Körperpflege für mich gar kein Problem ist.

 

25.11.2010

Nachdem Frauchen völlig versagt hat, als es darum ging, mal wieder neue Fotos (im Schnee) von mir zu machen, hab ich mich wenigstens als Fotomodell bei meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Zeitung(zer)lesen, zur Verfügung gestellt.

Frauchen schimpft nämlich immer, dass die Papiertonne zu klein ist für die viele Werbung. Also ist es nun mein verantwortungsvoller Job, den Papiermüll so zu zerkleinern, dass alles in die Tonne passt. Einer muss das Problem ja lösen. Ich gebe zu, bei den großen Kartons lasse ich mir ein wenig von Rudolf helfen, aber der will ja auch was zu tun haben.

Ich zerkleinere übrigens wirklich nur den Papiermüll, Frauchens Unterlagen für die Arbeit, die Bücher und Ordner kann sie getrost draußen liegen lassen, da würde ich als wohlerzogener Junge nie rangehen – Podiehrenwort!

 

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29.11.2010

SCHNEE – WINTER – HERRLICH! Ich bin ein Winterhund! Ich liebe Schnee! Da macht das Toben erst so richtig Spaß.  Es könnte immer solches Wetter sein.

 

(Für eine größere Ansicht bitte auf ein Bild klicken.)

04.12.2010

Ich liebe ja den Schnee – aber heute habe ich ganz merkwürdige Beobachtungen gemacht: bei manchen Menschen hat der Schnee ganz komische Auswirkungen. Da hatten heute ganz viele Menschen im Wald schrecklich lange Füße und die konnten auch gar nicht mehr richtig laufen, sondern sind nur so gerutscht. Die Armen taten mir schon ein bisschen leid. Hoffentlich bekommen wir nicht auch so komische Füße!

05.12.2010

Heute ist Frauchen mal wieder allein mit mir losgefahren. Erst wollte ich nicht so richtig mit, mir ist viel lieber, wenn wir alle zusammen sind. Dann sind wir in die Stadt gefahren, die Stadtleute sind komisch, haben die den ganzen wunderschönen Schnee von den Gehwegen weggemacht.

Dann haben wir die nette Frau besucht, die letztens bei uns zu Besuch war. Da gab es lauter interessante Dinge zu entdecken. Im Schlafzimmer wohnte schon ein Hund, der genau so aussah wie ich. Er hat auch mit mir gespielt, wollte aber nicht mir aus dem Zimmer kommen, komisch.

In einem anderen Raum wohnten zwei kleine Kerlchen, Frauchen hat sie Ratten genannt. Ich hab mich so aufgeregt, aber die beiden kamen nicht raus und haben sich mir nicht mal vorgestellt. Nicht mal, als ich sie gerufen habe.

Und ein echt gemütliches Sofa gab es dort. Da hab ich meinen Charme spielen lassen um dort drauf zu dürfen. Die nette Frau meinte, dass ich wiederkommen darf. Was meint sie damit nur???

 

09.12.2010

Heute musste ich ein neues Geschirr anprobieren. Frauchen sagt, dass ich am Wochenende umziehen werde zu einem neuen Frauchen und einem neuen Herrchen. Na da bin ich ja gespannt, da gibt es bestimmt wieder tausend neue Sachen zu erleben. Hoffentlich gehen die beiden auch viel im Schnee mit mir spazieren, das mag ich nämlich zurzeit am liebsten.

Diego auf gepackten Koffern
Diego auf gepackten Koffern

11.12.2010

Wie Ihr sehen könnt, ich sitze auf gepackten Koffern.  Morgen soll ich umziehen. Ich bin ja schon gespannt auf das neue Zuhause. Hoffentlich schmusen meine neuen Zweibeiner genauso viel mit mir wie mein Pflegefrauchen. Das mag ich nämlich am liebsten.

Nur eins ist etwas traurig: meine geliebte Honey zieht nicht mit um. Das bedrückt mich etwas. Ich hoffe nur, dass meine neuen Zweibeiner dafür sorgen, dass ich schnell neue Hundefreunde finde.

Mein Pflegefrauchen sagt, wenn ich mich ganz brav verhalte, kann ich mir bestimmt auch im neuen Zuhause einige Privilegien erarbeiten. Ein Schlafplatz neben dem Bett wäre ja schon toll. Na mal sehen.