Mein Pflegestellentagebuch

 

Wenn ich schon mal an den Tasten sitze, kann ich ja auch gleich meine Erlebnisse der letzten Tage niederschreiben. Vielleicht will es ja jemand wissen.

 

30.06.2013

 

Heute habe ich den halben Tag in laufend wechselnden Autos verbracht, da das ziemlich langweilig war, hab ich die ganze Zeit geschlafen und hab die Details nicht mitbekommen, war auch sicher nicht so wichtig. Hier angekommen, bin ich mit dem neuen Pflegefrauchen und dem großen Rudi erst mal eine Runde spazieren gegangen. Der Rudi hat mir im Auto schon gesagt: „Ich bin hier der Chef, gleich nach Frauchen.“ „Okay“ hab ich gesagt und seit dem verstehen wir uns prima.

Hier zu Hause haben mich dann noch drei andere Hunde begrüßt. Einen kleinen ganz freundlichen Opi und eine supernette Dame namens Trulla mag ich sehr. Das andere Mädel namens Mandy versucht immer, mich zu erziehen. Dabei bin ich doch immer nur lieb. Naja, sie wird das auch noch verstehen.

 

01.07.2013

 

Da bin ich nun gerade erst angekommen, da verschwinden die Zweibeiner schon wieder. Erst Pflegeherrchen und dann auch noch Pflegefrauchen. Sie sind wohl auf die Jagd gegangen. Naja, den Job hätte ich auch gern übernommen, wo ich doch schon entdeckt habe, dass hier gleich nebenan tolle Hirsche wohnen, aber sie wollten das wohl nicht. Aber es dauerte gar nicht lange, da kam Frauchen schon wieder. So macht sie das immerzu, gehen, wiederkommen usw. – naja, da sie offensichtlich immer wiederkommt, habe ich da kein Problem damit.

 

03.07.2013

 

Heute durfte ich mit auf den Hundeplatz, da habe ich schon wieder eine neue zweibeinige Freundin gewonnen mit meinem unvergleichlichen Charme. Dafür hat sie ganz tolle Fotos von mir geschossen und ich habe mir große Mühe gegeben beim Model spielen.

Danach durfte ich wieder im Auto dösen, während die Mädels trainiert haben, was auch immer das bedeutet. Ja, das Auto ist auch mein Freund, wenn die Autotür auf geht, kann ich es gar nicht erwarten einzusteigen, sicher geht es immer an irgendeinen schönen Fleck zum Spazieren gehen.

12.07.2013

 

Nachdem mein Pflegefrauchen die ganze letzte Woche einschließlich Wochenende nur hektisch durch die Gegend gestürzt ist und ich mich an Herrchen halten musste, hat sie sich heute früh mit einem entspannten Lächeln noch einmal umgedreht und gesagt: „Ferien! – Ausschlafen!“ Also war Schlafen bis sieben angesagt. Was das mit den Ferien bedeutet, finde ich bestimmt noch heraus.

 

Kürzlich beim Morgenspaziergang lief uns doch glatt ein frecher Fuchswelpe über den Weg. Pflichtbewusst wie ich nun mal bin, wollte ich dem Frauchen das Füchslein sofort bringen, aber ich durfte nicht – das soll erst mal einer verstehen. Naja, soll sie doch selber sehen, wie sie zu was Essbarem kommt!

 

Ich kann ja als Ausgleich immer noch meinen Tennisball im Garten jagen. Da muss ich nur aufpassen, dass ihn der Rudi nicht erwischt, aber wie man sieht, gelingt mir das recht gut.

13.07.2013

 

Es muss aber auch nicht immer was los sein um mich herum, ich kann auch völlig tiefenentspannt im Garten herumliegen und das stundenlang.

Eins möchte ich noch erwähnen, ich mag auch Kinder sehr. Heute hat mich Frauchen zu einer Familie mitgenommen mit drei kleinen Kindern – das fand ich Klasse, die streicheln so schön!

05.08.2013

 

Die letzte Zeit war stressig, deshalb kam ich nicht zum Tagebuch-Schreiben. Wir haben im Wohnwagen geschlafen, ein neuer Hund ist hier eingezogen, wir hatten Besuch mit Kleinkind und wir waren viel mit dem Auto unterwegs. Das alles war für mich gar kein Problem!

Frauchen sagt, ich sei „anfängertauglich“ und meint damit, dass ich mit allen Situationen im Leben super klar komme und meine künftigen Zweibeiner nicht unbedingt viel Hundeerfahrung haben müssen.

Kajo mit Ida
Kajo mit Ida

10.11.2013

 

Heute war alles komisch. Mein Pflegefrauchen hat mich besonders hübsch gemacht. Dann kamen die netten jungen Leute wieder zu Besuch. Viele Hände zum Streicheln finde ich ja immer Klasse.

 

Nun soll ich aber mit den beiden mit gehen - für immer, sagen sie.

Das ist mächtig aufregend, aber in Zukunft werde ich dann wohl hier nichts mehr schreiben können.

 

Tschüß sagt Euch Kajo.