Pflegefrauchen - Tagebuch

12.03.2011

Ich hole Olli von der Fahrkette ab. Er ist sehr freundlich, liegt aber beim Umsteigen fast nur auf dem Rücken. Im Auto ist er jedenfalls sehr entspannt.

Im Haus werden erst mal alle Möbel markiert und versucht, das Sofa in Beschlag zu nehmen. Es geht also gleich los mit der Erziehung.

 

13.03.2011

Olli hält sich offenbar lieber im Garten als im Haus auf, ist aber nach dem ganzen Tag im Garten (ohne viel Bewegung) völlig erschöpft, so dass er zum Abendspaziergang nicht mehr aus seinem Körbchen zu bewegen ist.

 

14.03.2011

Olli hat nach gefühlten 3546 Korrekturen begriffen, dass sein Platz unten auf dem Boden ist. Sein Körbchen hat er als Rückzugsort akzeptiert und hält sich dort fast immer auf, wenn er im Haus ist.

Nach wie vor traut er sich nicht ins Haus, wenn er im Garten war, ich muss ihn hereintragen, da er sich am Halsband auch nicht führen lässt, dann wird er panisch. Auch im Garten ist er aber nicht entspannt, sondern sitzt hinten im Garten und man sieht ihm an, dass er lieber bei uns wäre.

 

15.03.2011

Olli hat begriffen, dass die Hand Futter bedeutet, er kommt aber zum Füttern immer noch nicht aus dem Wohnzimmer. Sobald es an das Füttern geht, zieht er sich zurück.

Ruft man ihn aus Sichtweite, kommt er – aber immer noch gekrochen. Er bewegt sich nicht frei, solange er zu Hause ist. Auf den Spaziergängen dagegen ist er völlig entspannt und die Rute wedelt freudig.

Was auffällt ist seine extreme Schreckhaftigkeit. Sollte das nicht besser werden, kann er sicher nur in einen ruhigen Haushalt vermittelt werden. Im Moment kann ich aber noch nicht wirklich gut einschätzen, für welche Menschen Olli der geeignete Partner wäre, auf jeden Fall brauchen sie viel Geduld.

 

16.03.2011

Olli läuft super an der Schleppleine, scheint auch langsam zu begreifen, dass es sich lohnt, Blickkontakt zu Frauchen zu halten.

Im Haus macht er nichts kaputt. Bisher habe ich ihn noch nicht bellen hören. Treppen sind ihm fremd.

Olli - immerzu am Beschwichtigen
Olli - immerzu am Beschwichtigen

17.03.2011

Gestern hat sich noch eine Menge getan. Olli geht jetzt durch alle Türen und bewegt sich ohne ständig zu kriechen im Haus.

Und er kann bellen – klingt wie ein alter Blecheimer.

 

Heute war Tierarztbesuch angesagt, dort hat er sich von seiner besten Seite gezeigt und war super brav. Seine Ohrenentzündung lässt er sich artig behandeln, so ist das sicher bald ausgestanden.

 

Autofahren findet Olli übrigens Klasse, Einsteigen, Aussteigen – alles kein Problem.

18.03.2011

Olli taut auf!!! Er bewegt sich jetzt völlig entspannt im Haus, kommt auf Rufen sofort aus dem Garten herein. Er fängt an, den Erdmann zum Spielen aufzufordern, wälzt sich genüsslich auf dem Rücken und fängt an, mit seiner Decke zu spielen.
Seit heute untersucht er auch das Haus, beschnuppert alles und schaut sich überall um. Ich bin völlig begeistert von den großen Fortschritten.
Jetzt ist es an der Zeit, ihn auch mal draußen zum Spielen zu animieren, mal sehen, wie er sich macht.

 

Das war ein Gaudi – vielleicht entwickelt sich der Futter – Dummie zum Zaubermittel – Olli war jedenfalls sofort begeistert, als ich das Teil aus der Tasche zauberte! Nun sehen wir beide aus wie die Schweinchen und sind glücklich.

24.03.2011

Mit Ollis Entwicklung geht es steil bergan. Er wird immer sicherer und ist inzwischen auch weniger schreckhaft. Mittlerweile erschrecken ihn sich öffnende Schranktüren nicht mehr, sondern machen ihn neugierig auf den Inhalt. Er ist eine unheimliche Schmusebacke.

Er hat auch schon begriffen, dass ich es nicht toll finde, wenn er mich anspringt und sitzt nun brav. Er weiß aber auch, bei wem er frech sein kann. Hier ist also noch einiges an konsequenter Erziehung nötig. Aber etwas Arbeit wollen ja die künftigen Besitzer auch noch haben.

Olli hört immer besser auf seinen Namen, das üben wir fleißig. Lange Spaziergänge sind auch kein Problem mehr, er hat nun eine normale Kondition und ermüdet nicht mehr so schnell.

01.04.2011

Ich glaube, dass dieses Tagebuch in Zukunft kaum noch nötig sein wird. Nein, das ist kein Aprilscherz. Olli hat sich inzwischen so gut in sein neues Leben eingefunden und kann deshalb selber am besten sein Tagebuch schreiben.

18.04.2011

Fassen wir mal das Wichtigste zum Olli zusammen.

Olli braucht:

  • ruhige, geduldige, liebevolle, konsequente Erziehung ohne Zwang oder Druck
  • reichlich Bewegung
  • viel Kontakt zum Menschen und auch zu Artgenossen
  • angemessene Beschäftigung – vor allem Nasenarbeit (er liebt es, seine Leckerchen im Gras zu suchen – ist viel interessanter als das Futter aus der Hand zu nehmen)

Olli bietet dafür:

  • viel Liebe und Treue
  • hohen Spaßfaktor
  • ist pflegeleicht