Ollis Tagebuch

12.03.2011

 

War das ein aufregender Tag heute, lauter nette Leute haben mich gestreichelt, geknuddelt und ich durfte in deren Auto mitfahren. Von früh bis Abend. Erst fuhr ich mit meinem Kumpel Miraco, der ist aber aus dem letzten Auto eher ausgestiegen als ich und seit dem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Mein Pflegefrauchen sagte mir aber, er hat ein gutes Zuhause mit einem weißen wuscheligen Hundekumpel.

 

Im Auto saß so ein großer Kerl gleich neben mir, das machte mir Angst, den musste ich erst mal anknurren – vorsichtshalber, man weiß ja nie. Nach dem Aussteigen hat sich herausgestellt, dass er gar nicht so schlimm ist und, genau wie ich, einfach in Ruhe gelassen werden will.

Die vierbeinigen Mädels hier im Haus spielen ein wenig die Unantastbaren, sind aber ganz nett. Am liebsten mag ich aber den Kleinen, der hat nichts gegen Körperkontakt, mit dem kann man auch ein bisschen kaspern.

13.03.2011

 

Nachdem ich die erste Nacht in meinem zugewiesenen Körbchen geschlafen habe wie ein Bär, war heute zeitig Aufstehen angesagt. Nach dem Morgenspaziergang durfte ich aber nicht mit ins Auto einsteigen – alles habe ich versucht, aber Frauchen hat geschimpft und mich nicht einsteigen lassen. Dabei mag ich Autofahren doch so.

Ich musste zu Hause bei Herrchen bleiben und Frauchen ist weggefahren. Zum Glück blieben Rudolf und Honey auch mit zu Hause – so konnten wir den herrlichen Frühlingstag im Garten genießen.

 

Als Frauchen wiederkam, ging sie mit mir allein raus – „Einzeltraining“ sagte sie dazu. Sie rief immerzu „Olli“ – ich glaube langsam, das ist mein Name – und danach gab es Futter. Ich fand es aber viel interessanter, überall zu schnüffeln und die Umgebung zu erkunden, da ist Futter nicht so wichtig.

Bis auf den Fisch, den habe ich genommen, fein säuberlich auf die Straße gelegt und mich darin gewälzt. Frauchen hat mir den Fisch dann wieder weggenommen, dabei wollte ich doch der am besten riechende Hund der Welt sein! Da verstehe einer die Menschen.

 

Die Nacht wollte ich gern auf dem Sofa verbringen, auch das wollte Frauchen einfach nicht verstehen. Immer wieder musste ich runter. Heimlich habe ich gewartet, bis sie eingeschlafen war, aber mitten in der Nacht ist sie wach geworden und ich musste nun doch im Korb schlafen – Mist!

Aufrecht sieht man Olli bisher nur von Weitem
Aufrecht sieht man Olli bisher nur von Weitem

14.03.2011

 

Mannomann! Schon wieder so zeitig aufstehen! Geht das etwa jetzt jeden Tag so? Was ist denn das für ein Rudel, wo man vor der Sonne aufstehen muss? Ob ich mich da dran gewöhne, ich weiß es nicht.

 

Als die anderen Hunde gefrühstückt haben, bin ich lieber auf meinem Platz geblieben. Man weiß ja nie. Aber Frauchen meinte, ich soll mir mein Futter schon abholen, sonst gibt es nichts. Wir sind uns dann auf halbem Wege entgegen gekommen, ein guter Kompromiss.

Nun stehe ich nicht mehr so hilflos und unschlüssig vor der Tür - jetzt kann ich allein durch die Tür gehen!
Nun stehe ich nicht mehr so hilflos und unschlüssig vor der Tür - jetzt kann ich allein durch die Tür gehen!

16.03.2011

 

Heute war ein aufregender Tag. Gleich früh ging es mit einer Überraschung los – ich durfte ausschlafen, Frauchen musste später los. Deshalb ist sie früh mit mir und Honey eine Extra – Runde gelaufen. Ich habe eine gaaanz lange Leine bekommen, war fast wie völlig frei. Immer, wenn ich mich zu Frauchen umgedreht habe, hat sie sich gefreut und mich mit Futter belohnt. Ich bin natürlich brav auf dem Weg geblieben.

Dann musste ich eine Weile mit Honey allein bleiben, während die anderen drei ihren Spaziergang gemacht haben – aber das ist für mich gar kein Problem. Dafür sind wir später alle zusammen in den Garten gegangen, da bin ich ja gern.

Eine ganz tolle neue Entdeckung habe ich auch gemacht: wenn ich durch die Tür gehe, passiert mir gar nichts! Frauchen musste mich nicht tragen heute. Als ich das entdeckt hatte, musste ich das gleich immer wieder testen – rein – raus – rein – raus – rein und so weiter. Das war ein Spaß! Na gut, ein bisschen ducke ich mich immer noch, wenn ich durch die Tür gehe, man weiß ja nie, aber ich trau mich jetzt durch alle Türen hier im Haus. Ganz stolz bin ich! Auch zum Fressen hab ich mich heute in die Küche getraut – könnt Ihr Euch das vorstellen?

 

Dann ist Frauchen auf die Jagd gegangen, aber ich war so müde, dass ich sowieso schlafen wollte. Jetzt bin ich auch wieder müde, mich strengt selbst ein halbstündiger Spaziergang sehr an, aber das wird sicher noch besser mit etwas Training.

17.03.2011

 

Heute ist Frauchen mit mir allein im Auto weggefahren. Autofahren ist Klasse! Ausgestiegen sind wir in der Stadt – überall nur Asphalt und Häuserwände. Es roch zwar interessant, aber schön war es nicht. Dann sind wir in eines der Häuser rein, dort fand ich es unheimlich, aber wenn Frauchen in der Nähe ist, wird mir schon nichts passieren.

 

Ich wurde von einem Mann ganz in weiß abgetastet und abgehört, sogar in die Schnauze und in die Ohren hat er geschaut, so ein neugieriger Mensch. Aber nett war er, also habe ich alles brav ertragen. Dafür habe ich sogar ein Leckerchen bekommen.

18.03.2011

 

Heute war Frauchen nur mit Erdmann und mir spazieren. Wir gingen zu einer großen Wiese, die ich noch nicht kannte und auf der Wiese zauberte Frauchen plötzlich ein Spielzeug aus der Tasche, das war ein Spaß – ich habe mich vor Freude im Schlamm gekullert, aber ich hab den Dummie mehrmals zu Frauchen zurück gebracht. Dann gab es ein Leckerchen, meist war ich viel zu aufgeregt um es zu nehmen.

 

Auf dem Rückweg haben wir noch zwei Hunde mit ihren Frauchen getroffen, eine feine Beagle – Dame und einen Rüden, aber die wollten nicht mit mir spielen, zum Glück hatte ich ja Erdmann dabei.

Endlich ist der Laptop frei für mich.
Endlich ist der Laptop frei für mich.

24.03.2011

 

So, nun darf ich endlich mal wieder an den Laptop. Frauchen lässt mich allein nicht da dran und die letzten Tage musste sie viel arbeiten.

Am Wochenende durfte ich endlich mal wieder mit dem Auto mitfahren, es ging nach Meißen. Dort haben wir ganz viele Hunde und deren liebe Menschen getroffen. Ich war erst etwas verunsichert, aber dann hab ich mich mit allen prima verstanden. Das war schön, mit so vielen Hunden spazieren zu gehen.

 

Heute war endlich mal wieder ausschlafen angesagt, Frauchen musste nicht so früh raus. Ein Nachbar hat übrigens heute endlich erkannt und laut gesagt, was ich schon immer wusste: „Das ist aber ein schlauer Hund!“. Logisch bin ich das und wenn Frauchen die Tür schließt, wenn sie raus geht und Herrchen am offenen Fenster steht ist ja wohl klar, welchen Weg ich nach draußen nehme.

 

Gestern hab ich einen mächtigen Anpfiff vom Rudi bekommen, vielleicht überlege ich mir das noch mal, ob ich ihn in Zukunft noch anknurren sollte. Frauchen meint, das wäre von Vorteil und der Rudi will mein Körbchen überhaupt nicht haben, ich muss also nicht knurren. Ich werde mal drüber nachdenken.

25.03.2011

 

Schon wieder so früh raus, noch vor der Sonne, Frauchen meint, die nächsten vier Wochen ist das jeden Tag so, da kommt ja was auf mich zu, oh je!

Heute waren wir wieder beim Tierarzt – nur dass mir heute eine Frau in die Ohren geschaut hat. Und auf die Waage sollte ich – Frauchen ist fast die Kinnlade heruntergeklappt, ich wiege mehr als die Mandy, obwohl ich fast 10 cm kleiner bin – bin eben ein muskulöses Kerlchen, 15 kg hab ich drauf!

 

Dann habe ich brav im Auto gewartet, als Frauchen zum Einkaufen ging. Zum Wagen wegschaffen durfte ich dann mit. Neben dem scheppernden Wagen herlaufen war zwar nicht gerade entspannend, aber wenn Frauchen meint, dass das in Ordnung ist, geht das schon. Am verrücktesten waren die Türen dort – man muss zielstrebig auf die geschlossene Tür zulaufen, ich dachte schon, Frauchen rennt dagegen – doch dann ging sie wie von Geisterhand auf. Als wir drin waren, wehten mir unendlich viele aufregende Gerüche um die Nase, war schon ganz schön beeindruckend. Aber wenn ich einen Hundeführer habe, der mir Sicherheit gibt, mache ich das alles tapfer mit.

27.03.2011

 

Gestern war ein lustiger Tag. Frauchen hatte mir eigentlich ein Fotoshooting versprochen, das musste aber leider wegen Abwesenheit der Fotografin ausfallen. Aber es waren andere zweibeinige Futterspender da und, was soll ich Euch sagen, die funktionierten genauso wie Frauchen. Auf Anspringen passierte nichts, aber wenn ich mich brav hingesetzt habe, gab es Futter. Alle meinten, dass ich mich bestimmt fürs Klickern eignen würde, weil ich so kreativ bin, aber keiner hat mir gesagt, was das ist. Ich hoffe, ich erfahre es irgendwann, vielleicht von meiner künftigen Familie.
Am Nachmittag kam dann noch ein viel kleinerer Zweibeiner, Ronja genannt. Sie funktionierte auch wie die Großen, das hatte ich schnell raus – sitzen und schon gab es Futter. Ronja hat schön mit mir gespielt und getobt. Also ich hätte nichts dagegen, wenn so ein kleiner Zweibeiner in meinem künftigen Zuhause lebt, wenn er auch so nett und vernünftig wie die Ronja ist und nicht wild zappelt, sich über mich beugt oder an den Ohren zieht. Das würde ich gruselig finden.

29.03.2011

 

Immer, wenn Frauchen mit den beiden Großen eine Runde geht – und das ist lange – dürfen wir Kleinen bei dem schönen Wetter nun meist im Garten toben. Das nutzen wir ausgiebig, obwohl vorher schon ein langer Spaziergang anstand. Aber wenn der Rudi nicht da ist, können wir super durch den Garten toben und so richtig wild miteinander spielen.

 

Frauchen übt nun immer das Apportieren mit mir. Ich habe so viel Spaß daran, mit dem Dummie durch die Gegend zu laufen, dass ich ihn ungern bei Frauchen abgebe. Schade nur, dass es dann kein Futter gibt. Naja, vielleicht überlege ich mir das dann doch noch mal.

01.04.2011

 

Ich bin ein großer Held! Ich habe auf dem Spaziergang einen ganz tollen alten zerfetzten Turnschuh gefunden. Der Rudi hat ihn auch gefunden, gleichzeitig! Und was glaubt Ihr? Ich hab ihn dem Rudi weggeschnappt! Frauchen hat mich für meinen Mut aber nicht gelobt, sie meinte, ich soll den Rudi nicht immer so herausfordern. Aber vielleicht werde ich ja doch noch Chef im Ring, bin schließlich der einzige ganze Mann hier.

04.04.2011

 

Am Wochenende hat sich Frauchen wieder mit uns auf Hundeplätzen herumgetrieben. Das Schöne ist, dass es da immer ganz viele nette Menschen und Hunde gibt. Und das Wetter war ja auch traumhaft. Gestern haben wir so viele schlappohrige Artgenossen getroffen, dass ich mit dem Zählen gar nicht nachkam. Alle hatten die gleichen Schlappohren wie ich, waren nur kräftiger und hatten viel mehr weißes Fell. Frauchen meint, das ist der Beagleclub, der sich dort trifft. So viele „gleiche“ Hunde auf einen Haufen hatte ich noch nie gesehen.

 

Gestern Abend hat dann auch noch der Himmel gedonnert, so ein Krach, da musste ich erst mal schimpfen. Aber auch beim zweiten, dritten und vierten Donner haben die anderen so gar nicht reagiert – haben die das nicht gehört? Ich habe mir dann gedacht, wenn die alle nicht dergleichen tun, nicht mal Frauchen, wird es wohl nichts Schlimmes sein und habe einfach weiter vor mich hin gedöst.

 

Heute früh war Frauchen sauer auf mich. Ich kann das gar nicht verstehen. Ich bekomme immer Trockenfutter und die anderen lecker Fleisch. Das ist so gemein! Also habe ich heute früh der Mandy das Fleisch geklaut, will auch mal so ein leckeres Stück haben. Sie hatte es zwar schon in der Schnauze, aber ich habe gezogen und gezogen, bis sie losgelassen hat. Ich war der SIEGER!

05.04.2011

 

ICH BIN DER HELD DES TAGES! Frauchen hat`s gesagt und da muss es ja stimmen. Warum? Nach über drei Wochen hatte ich endlich die Nase voll, dass alle anderen im Obergeschoss verschwinden und ich unten allein sitzen bleibe. Also habe ich allen Mut zusammengenommen und bin die offene Treppe hoch gelaufen. Na Frauchen hat vielleicht komisch geschaut, als ich plötzlich oben stand. Der Rudi guckte ganz böse, nun hat er wieder ein Privileg verloren. Dann bin ich auch ohne Hilfe wieder runter gelaufen. War gar nicht so schlimm!

18.04.2011

 

Ich hab mich ja lange nicht gemeldet. Hier war aber auch was los. Letzte Woche hat Frauchen die ganze Zeit gestöhnt, sie sagt, die Pflegehunde stehen Schlange bei uns. Aber warum lässt sie die nicht rein, hier ist doch noch Platz. Das soll hund nun verstehen.

 

Aber vom letzten Wochenende muss ich Euch unbedingt erzählen. Frauchen hat uns an beiden Tagen früh geweckt. Ich habe mich übrigens an das zeitige Aufstehen inzwischen gewöhnt, kann ich doch tagsüber meistens noch schlafen. Dann durften wir an beiden Tagen ins Auto steigen und den ganzen Tag im Auto verbringen. Grinst nicht so! Ich liebe es, im Auto zu sitzen.

 

Aber es kam noch dicker. Frauchen ist mehrmals am Tag mit mir durch den Wald spazieren gegangen, ohne die anderen, und hat sich nur mit mir beschäftigt. Ein neues Spiel haben wir gespielt. Ich schaue Frauchen in die Augen und sie wirft dafür Futter in die Wiese oder ins Dickicht. Das darf ich dann suchen – Ihr glaubt gar nicht, was das für einen Spaß macht. In der Nähe von Frauchen ist es dann viel interessanter als im Wald. Sie sagt, dass man mich später sicher ableinen kann. Also, liebe Leute, ein beliebtes Spiel von mir kennt Ihr nun.

 

Dann hat Frauchen mich aber noch auf einen großen Platz mitgenommen. Hunderte von Hunden und Menschen waren dort und alles roch so gut. Das war vielleicht aufregend. Aber ich durfte nicht zu den anderen Hunden und auch nicht alle Menschen begrüßen. Irgendwann hab ich mich zufällig mal ruhig hingelegt und habe dafür sogar Futter von Frauchen bekommen, einfach nur fürs ruhig liegen oder sitzen. Das verstehe ich zwar nicht wirklich, aber sie wird schon wissen, was sie tut.

Die anderen Hunde sollten möglichst schnell über den Parcours flitzen und haben dafür ihr Futter bekommen und ich soll still halten. So verschieden sind die Jobs, mit denen wir hier unser Futter verdienen.

 

27.04.2011

 

Heute hat Frauchen uns ins Auto geladen und erst auf dem Mond wieder raus gelassen. Sie meinte, es ist ein Tagebau, sieht aber aus wie der Mond. Die anderen waren total aufgeregt und als sie von der Leine durften, hab ich nur noch Kondensstreifen von ihnen gesehen. Ich musste leider an der langen Leine bleiben, hat aber trotzdem Spaß gemacht, die vielen Wildgerüche sind toll und Teile von toten Vögeln habe ich auch gefunden.

 

Stellt Euch vor, was dann passiert ist! Als wir wieder zu Hause ankamen, waren wir plötzlich zu sechst! Frauchen hat also doch einen, der da Schlange stand, rein gelassen – aber pssst – ist noch ein Geheimnis. Sie sagt, alle werden sie für verrückt erklären. Aber das ist mir egal, Tom ist jedenfalls ein Netter und sucht auch ein Zuhause, sicher wird er bald selber ein Tagebuch schreiben.

Kuckuck!!!

 

Da bin ich!

01.05.2011

 

Gestern war das lange versprochene Fotoshooting auf dem Hundeplatz. Ich sollte still halten und aufmerksam schauen und mich hin und her bewegen und auch noch die Nase vom Boden nehmen – ganz schön viel verlangt! Stillhalten und aufmerksam schauen kann ich nur ganz kurz, so schnell konnte die liebe Tante wahrscheinlich gar nicht knipsen. Nur das mit dem Bewegen bekomme ich gut hin und zwar in einem Affenzahn – das könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen.

 

Heute waren wir dann mal wieder zu einem Agility – Turnier, diesmal hat mich Frauchen aber nicht mir auf den Turnierplatz genommen. Sie meinte, es ist zu eng für mich Wirbelwind. Dabei kann ich doch gar nichts dafür, dass ich so bewegungsfreudig bin.

Dafür habe ich aber die Elbe kennen gelernt. Ich habe mich sogar gleich mit den Füßen hinein getraut. Nur die Wassermonster, die aus dem Wasser schauten, fand ich gruselig. Frauchen meinte, das sind nur Steine – die weiß ja gar nicht, wie gefährlich solche Monster sein können. Da muss man sich ganz behutsam herantasten, was ich dann auch Stück für Stück gemacht habe.

Viel interessanter waren dann aber die Stöckchen, die ich aus dem Wasser geangelt habe, dazu bin ich sogar mit der Nase unter das Wasser getaucht. Frauchen hatte natürlich keinen Fotoapparat dabei um meine Heldentaten zu dokumentieren – sie lernt es aber auch nicht! Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

Typisches Bild von Olli
Typisches Bild von Olli

07.05.2011

 

Heute ist Frauchen mal wieder weggefahren. Ich bin mit Herrchen und Honey zu Hause geblieben. Erst habe ich etwas geschimpft, aber dann habe ich die Vorteile erkannt, von Herrchen gab es ganz besondere Leckerbissen (Und Fressen ist ja mein zweiter Vorname!) und wir konnten durch den Garten toben ohne dass der Rudi für „Ordnung“ gesorgt hat.

09.05.2011

 

Ich soll doch mal die Rute still halten, hat Frauchen gesagt. Sie meint, wenn ich mal ausziehe, muss das Haus neu renoviert werden, weil ich mit meiner Rutenspitze alles blutig schmiere. Ich kann doch nichts dafür, wenn ich mich so freue! Wahrscheinlich wird das besser, wenn ich in bei bewegungsfreudigen Menschen wohne, die mich so richtig auspowern. Radfahren, Joggen und solche tollen Dinge kann Frauchen mit mir nicht, da wir dafür einfach zu viele Hunde hier sind und der Tag nur 24 Stunden hat, sagt sie. Also, liebe Jogger, Radfahrer, Wanderer, meldet Euch!

12.05.2011

 

Von Honey lernen heißt siegen lernen, hab ich gedacht, klappte aber nicht. Ich habe schon von Honey gelernt, dass man vor Rudolf seine Ruhe hat, wenn man im Oberschoss bleibt – Honey teilt auch ganz lieb ihre Decke mit mir.

Wenn die Honey irgendwo hin will und Rudi im Weg liegt, bellt sie so lange ganz laut, bis er aufsteht und geht. An ihm darf man nämlich nicht einfach so vorbeigehen, das nimmt er übel. Also habe ich mich heute auf die Treppe gestellt und laut gebellt, weil ich zu Frauchen wollte. Ihr werdet es nicht glauben, Rudi rührte sich kein Stück – das ist gemein, nur weil ich kein Mädchen bin, hört er nicht auf mich!

 

Aber es gibt auch noch was Schönes. Gestern hat Frauchen wieder Suchspielchen mit mir gemacht. Ich gebe mir große Mühe, es macht ja auch Spaß und gibt Futter. Ich glaube, wenn sie in eine Richtung zeigt, muss ich auch in dieser Richtung suchen, so hat es zumindest gestern einige Male geklappt. Ich muss also nicht mehr aufpassen, wo das Leckerchen hin fällt, sondern kann mich auf Frauchens Geste verlassen, das find ich prima.

15.05.2011

 

Heute hatte ich eine ganz verantwortungsvolle Aufgabe. Frauchen hat mich mit zu einer Vorkontrolle genommen. Dort soll eventuell ein Kollege aus Spanien einziehen, da hab ich natürlich genau drauf geachtet, dass es auch wirklich ein schönes Zuhause ist. Ich hab überall Hundehaare verteilt und bin ganz wild herum gewuselt, das hat die Frau alles mit Fassung ertragen. Sie ist also eindeutig hundegeeignet. Der Garten, den wir uns dann noch angeschaut haben, war viel spannender als unserer, lauter Verstecke und Ecken, die man erkunden konnte. Ich hab einen Riesenknochen gefunden, leider hab ich ihn in der kurzen Zeit nicht geschafft. Da kann sich der künftige Pflegehund schon mal freuen. Ich ruhe mich von den vielen Eindrücken jetzt erst mal aus.

21.05.2011

 

Ich habe den Dreh jetzt raus, glaube ich, wie ich mit Rudi friedlich koexistiere. Der Fred hat es mir verraten, der hat das ganz schnell hinbekommen. Aber mal ehrlich, mein Frauchen mit so vielen Hunden teilen zu müssen, ist nicht so ganz meine Leidenschaft. Also in meinem künftigen Zuhause bitte nicht so viele Hunde. Ein Kumpel oder sogar eine Freundin wäre mir recht. Ansonsten ist mir viel Aufmerksamkeit meiner Zweibeiner wichtiger.

 

Frauchen hat jetzt im Impfausweis gelesen, dass ich vielleicht doch jünger bin als vermutet. Das werden wir demnächst noch mal genau prüfen. Dem Benehmen nach bin ich auf jeden Fall noch ein Junghund – das sagen alle, die mich kennenlernen.

22.05.2011

 

Ich hab es begriffen! Ich meine die Geschichte mit dem Dummie. Frauchen war heute mit mir allein im Wald, das allein war ja schon Klasse. Und dann hat sie immer wieder den Dummie geworfen. Das Holen war ja noch nie ein Problem, aber das Abgeben… Aber heute ist der Groschen gefallen: Ich kann den Dummie bei Frauchen eintauschen gegen Futter – das ist vielleicht toll und macht einen Riesenspaß. Ich finde den Dummie natürlich auch, wenn ihn Frauchen in das Gestrüpp oder in hohes Gras wirft, schließlich habe ich eine gute Nase. Auf jeden Fall macht die Dummiearbeit ganz viel Spaß. Deshalb bleibe ich auch freiwillig bei Frauchen. Na gut, zur Sicherheit ist die lange Leine im Wald immer noch dran, aber die Länge habe ich nie ausgenutzt, stimmt wirklich.

 

Im Haus bin ich natürlich total ruhig und entspannt, wenn ich mich draußen genug bewegen konnte, Frauchen sagt, das ist ganz prima so, weil das bei den Zweibeinern gut ankommt. Wo sind nun aber meine Zweibeiner?

Beweisfoto
Beweisfoto

23.05.2011

 

Heute gibt es was zu feiern: eine ganze Woche ohne aufgeschlagene Rute, wenn das nichts ist. Also geh ich mal feiern, da gibt es heute bestimmt was Besonderes zu futtern.

Oh ja, ein halbes Hähnchen nur für mich, bin auch der Rekordhalter, hab es in knapp 1 ½ Minuten geschafft.

31.05.2011


So lange habe ich nichts geschrieben, Frauchen hatte ganz viel zu tun mit der Vorbereitung des Agility – Turniers und am Wochenende war dann das Turnier. Da hatte Frauchen auch ganz viel zu tun, aber wir waren alle mit auf dem Hundeplatz. Da war vielleicht was los! So viele Hunde und deren Menschen – ich konnte die gar nicht zählen. Selbst bei den Spaziergängen hat man ganz viele Hunde getroffen. Ich hatte sogar meinen persönlichen Gassi – Service. Die liebe Tante ist sogar mit mir gejoggt und war völlig überrascht von meinem Bewegungsdrang. Laufen ist nun mal meine Welt!

Mit den vielen Hunden habe ich mich super vertragen und im Auto in meiner Box hatte ich dann am Sonntag auch begriffen, dass ich nicht drängeln muss, sondern auch so oft genug herauskomme. Also habe ich mich in meiner Box zusammengerollt und den Tag genossen. Der Rudi neben mir war ja auch ganz entspannt und der muss es ja wissen.

 

Übrigens, ich habe mir schon über zwei Wochen die Rutenspitze nicht mehr aufgeschlagen. Frauchen meint, das Problem wäre dann erledigt. Ich kann mich ja auch drauf verlassen, dass ich mein Futter bekomme und dass ich auch regelmäßig raus komme, muss mich also gar nicht so aufregen. Sollte ich also in meinem künftigen Zuhause wieder so wild wedeln – das gibt sich, wenn Ihr nur die Ruhe bewahrt.

Ich springe Frauchen nun auch nicht mehr ins Gesicht (naja, nur noch ausnahmsweise, wenn ich besonders aufgeregt bin) und lasse sie auch in Ruhe ihre Schuhe anziehen. Alleinbleiben mit den anderen Hunden ist gar kein Problem. Nimmt Frauchen einen Teil der Hunde mit, heule ich ihnen kurz hinterher – muss schließlich das Rudel zusammenhalten – aber nur kurz und dann warte ich brav. Die kommen ja immer wieder.

Ich glaube, nun bin ich wirklich angekommen, dauerte bei mir eben etwas länger. Wahrscheinlich wird das in meinem endgültigen Zuhause ähnlich sein, also liebe künftigen Frauchen und/oder Herrchen, habt ein wenig Geduld mit mir, ich bin dann ganz pflegeleicht.

 

03.06.2011

 

Frauchen sagt, sie ist stolz auf mich. Ich kann mich jetzt beim Füttern beherrschen, wenn es mir auch schwer fällt. Ich sitze brav vor meinem Futternapf, bis ich das Okay bekomme. Ich beiße auch nicht mehr versehentlich in die Finger. Mir Leckerchen zu geben war ja noch nie problematisch.

 

Gestern war Besuch da. Dabei bin ich ganz ruhig und entspannt geblieben, hab mich gar nicht mehr so aufgeregt und auch nicht aufgedrängt wie früher.

 

Eigentlich bin ich wirklich anspruchslos, brauch jeden Tag mein Bewegungspensum, viele Streicheleinheiten und dann bin ich zufrieden.

07.06.2011

 

HILFE!!! Ich wurde meiner Männlichkeit beraubt! Deshalb konnte ich gestern kein Tagebuch schreiben – Mannomann war mir schlecht. Erst sind wir zum Tierarzt gefahren. Den kenne ich ja schon, der ist nett. Diesmal aber habe ich eine Spritze bekommen und dann fing ich an zu träumen. Von meinem Frühstück, was ich gar nicht bekommen habe. Ja ehrlich, es gab kein Frühstück gestern, sowas Gemeines! Als ich wieder wach wurde, drehte sich alles in meinem Kopf und Frauchen war weg. Von den Leuten in der Tierarztpraxis habe ich mich vorsichtshalber nicht anleinen lassen – man weiß ja nie. Es hat auch geholfen, Frauchen kam wieder mich abholen mit Rudi und Fred als Verstärkung.

Als wir wieder zu Hause waren, war mir immer noch übel, ich hab vielleicht gebrochen, da hab ich doch glatt freiwillig auf Essen verzichtet. Das will bei mir was heißen. Inzwischen hab ich meinen Kater ausgeschlafen und festgestellt, dass ich da, wo meine Männlichkeit saß, nur noch ein leeres Säckchen mit Fäden dran habe. Was soll ich nun bloß machen, wenn ich mal einer attraktiven Dame begegne??? Also, verratet es lieber keinem!

12.06.2011

 

Hilfe, ich werde gequält, hier herrscht eine Zeckenplage. Erst quält mich Frauchen nach jedem Spaziergang, indem sie mich von oben bis unten nach Zecken absucht. Dann quälen mich die übrig gebliebenen Zecken und die aus dem Garten, indem sie an mir herum saugen. Und dann quält mich Frauchen nochmal, indem sie die angedockten Plagegeister herauszieht. Das ist gemein! Frauchen meint, jetzt muss die chemische Keule ran – bin ja gespannt, was das nun wieder ist.

10.07.2011

 

Frauchen nimmt mich zwar nicht mit auf den Hundeplatz, aber dafür habe ich nun meine persönlichen Gassigänger. Ätsch, sowas haben die anderen hier nicht.

Gestern habe ich meinem Gassigänger etwas zusätzliche Bewegung verschafft, indem ich mit der Flexileine immer fleißig um die Bäume gelaufen bin und natürlich so getan habe, als würde ich den Rückweg nicht finden. Das war ein Spaß!

Ansonsten haben wir hier einen Club der Sonnenanbeter gegründet. Wir die Fotos zeigen, sonnen wir uns am liebsten gemeinsam auf der Terrasse.

14.07.2011 Vorstellung meiner Gassigänger:

16.07.2011

 

Heute durfte ich endlich mal wieder mit auf den Hundeplatz. Ich konnte im Schatten sitzen und das ganze Treiben beobachten. Dann hat Frauchen mit mir ein Probetraining im Agility gemacht – war das ein Spaß! Eine niedrige Hürde zum Testen und schon bin ich über die übrigen Hürden nur so geflogen, Frauchen kam gar nicht hinterher. Durch den Tunnel bin ich gelaufen und über ein Laufdielbrett balanciert. Frauchen meint, ich sei ein Agility – Naturlatent. Und superschnell! Macht ja auch Spaß!

Dann durfte ich zuschauen, wie der Parcours für die Fortgeschrittenen aufgebaut wurde, auch da hat mich Frauchen in den höchsten Tönen gelobt, weil ich mich so brav hingelegt und ohne zu murren gewartet habe. Eine der Tanten meinte doch sogar, ich soll bei meinem Pflegefrauchen wohnen bleiben, aber das geht leider nicht, wir sind zu viele hier.

Fazit: Wenn jemand gern Agility machen möchte, auch dafür bin ich ganz sicher geeignet, nur das Stillsitzen am Start muss ich noch etwas üben.

19.07.2011

 

HILFE! Ich werde misshandelt! Ich muss heute mit einer roten Socke am Fuß herumlaufen. Mit allen vier Füßen habe ich mich dagegen gewehrt, ohne Erfolg! Mit Socke kann man doch aber gar nicht laufen, also hab ich nur drei Beine benutzt. (Naja, als es Futter auf der Wiese zu suchen gab, hab ich das kurz vergessen, aber das verraten wir keinem.) Ich glaube das Tragen einer roten Socke ist die letzte Stufe vor dem Sterben – das hab ich meinem Pflegefrauchen auch klar gemacht mit meinem Verhalten! So! Hoffentlich bin ich das Ding bald wieder los, ich habe es bisher vergeblich versucht, abzuknabbern.

Und wisst Ihr, was Frauchen zu mir gesagt hat? Ich soll mich nicht so anstellen und „Weichei“, das ist frech! Und fotografieren lasse ich mich in diesem Zustand gleich gar nicht! So!

25.07.2011

 

Heute kam Besuch nur für mich allein, zwei ganz nette Leute, die mich gestreichelt haben und zu denen ich auf den Schoß krabbeln konnte, das war fein. Frauchen hat gesagt, dass wir diese netten Leute diese Woche noch besuchen werden, da freu ich mich schon drauf!

 

28.07.2011

 

Heute haben wir die netten Leute besucht. Da lag Spielzeug für mich bereit – ganz allein für mich, ich musste nichts an Rudi abgeben – SUUUUPER! Frauchen hat mich gefragt, ob ich da bleiben möchte – was für eine Frage, mit ZWEI kuscheligen Hundebetten, Spielzeug für mich allein und Zweibeinern, die mich streicheln und mir viele lange Spaziergänge versprochen haben. Klar bleib ich!