Fred Frohsinn hat sein Herrchen auf Lebenszeit gefunden

Anfang August 2012 ist er noch mal drei Tage bei uns in Pflege. Er wurde ganz schnell wieder ins Rudel aufgenommen, offenbar haben Hunde doch ein gutes Gedächtnis.

Hier ein paar Bilder aus diesen Tagen:

Tommy - Fred möchte bei Ihnen einziehen

 

Ich bin der Tommy, keiner weiß, was so in mir steckt, vielleicht etwas Labrador und etwas Viszla.

Auf jeden Fall bin ich  bildhübsch, sehr agil, anhänglich, sensibel und verschmust.

 

Ich bin etwa 50 cm groß (Schulterhöhe), 3 Jahre jung, natürlich gechipt, geimpft, entwurmt und auch kastriert.

 

Vermittelt werde ich über Zypernhunde e.V., Ansprechpartner

ist Petra Wolk Telefon 030 6568718 oder benutzen Sie einfach das Kontaktformular.

 

Kennenlernen können Sie mich in meiner Pflegestelle in der Nähe von Leipzig, einfach anfragen. Mein Pflegefrauchen beantwortet auch alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen.

 

Ich möchte gern Zweibeiner haben, die schon etwas Erfahrung mit Hunden haben. Sie sollten mich liebevoll und konsequent erziehen können und mir die Regeln des Lebens ohne jeden Zwang beibringen. Auf keinen Fall sollen es Menschen sein, die meine Nervosität und "Überdrehtheit" noch fördern. Ich lasse mich nämlich von einer unruhigen Umgebung leicht anstecken und komme ganz schwer wieder zur Ruhe. Gibt mir meine Bezugsperson die nötige Sicherheit, komme ich mit ungewohnten Situationen gut zurecht.

 

Nach 10 Wochen in meiner Pflegestelle bin ich schon richtig zur Ruhe gekommen, auch Besuch ist kein Grund zur Aufregung mehr für mich, wenn sich die Zweibeiner richtig verhalten und das ist nicht schwer. Meine künftigen Leute sollten einfach die Tipps meines Pflegefrauchens annehmen.

 

Dafür, dass in mir zweifellos Jagdhundrassen vereint sind, kann ich mit Stolz vermelden, dass ich praktisch keinen Jagdtrieb habe. Die Nase muss zwar immer unten sein aber ich interessiere mich nur für die Mäuslein. Ich bin aber durchaus in der Lage, meine Bezugsperson immer noch im Augenwinkel zu haben. Hier bei meinem Pflegefrauchen bin ich auch ableinbar und laufe natürlich nicht weg. Ruft sie mich, laufe ich sofort zu ihr hin und das auch im Wald. Egal, wie toll es runherum riecht.

Tommys Tagebuch

27.04.2011

 

So ein Hin und Her in den letzten Wochen. Erst wurde ich endlich aus dieser doofen Tötungsstation rausgeholt, dann bin ich nach Berlin gezogen und nun bin ich ein Sachse geworden.

Ich weiß noch gar nicht so richtig, wohin mit mir. Muss mich schon wieder an neue Menschen gewöhnen und einen Platz im ziemlich großen Rudel finden.

Der große Rüde hier ist ein ganz schöner Macho, lässt mich nicht aus den Augen, dabei will ich doch nur Freundschaft schließen. Die kleine Hündin hat mich angemeckert, naja, Mädels sind manchmal etwas eigen. Die anderen sind alle ganz nett zu mir.

Mein neues Pflegeherrchen wird nicht müde, mich zu streicheln, das finde ich Klasse. Meinen Schlafplatz habe ich auch schon entdeckt, mein eigenes Körbchen, das kenne ich wenigstens schon, aber im Moment ist mir noch nicht nach Schlafen.

29.04.2011

 

So, nach zwei Tagen kann ich sagen: Hier lässt es sich leben. Mit den anderen Hunden komme ich prima klar. Die lassen mich auch zur Ruhe kommen, ich liebe es nämlich, mich einfach nur in der Sonne zu räkeln und zu aalen.

 

Gestern Abend hab ich Frauchen veralbert, hab mich einfach zu Herrchen hoch ins Schlafzimmer geschlichen – Herrchen mag ich nämlich sehr. Frauchen hat unten nach mir gesucht und gerufen und ich war ganz still. Aber dann hat sie mich doch gefunden. Schade, jetzt weiß sie, dass ich doch Treppen steigen kann. Bisher hatte ich das verheimlicht.

 

Als Frauchen heute außer Haus war, hatte ich auch schon die erste Chorprobe mit den heimischen Hunden. Als sie wieder reinkam, schaute sie aber unzufrieden – wahrscheinlich müssen wir noch üben, damit es besser klingt.

Außerdem soll ich üben, vernünftig an der Leine zu gehen, da bin ich ja gespannt, wie das aussieht.

Tommys Steigerungsstufen der Tiefenentspannung:

30.04.2011

 

Heute war viel los. Zuerst war Fotoshooting auf dem Hundeplatz. Ich sollte mich viel bewegen und immer fein die Fotografin anschauen. Ich habe mir große Mühe gegeben und hoffe nun, dass einige schöne Bilder geworden sind.

 

Dann kamen noch nette Frauen, die mit uns spazieren gegangen sind. Frauchen hat uns kurzerhand auf die verschiedenen Leinenhalter verteilt. Das war lustig, bei meinem Leinenhalter hab ich sogar fürs Anspringen Futter bekommen – bei Frauchen darf ich das ja nicht. Aber man muss ja auch mal Glück haben. Die Frauen haben über viel Bewegung, Erziehung und Konsequenz gesprochen, was auch immer das bedeutet, aber die eine meinte, dass sie mich mag. Klar doch, wer kann mir schon wiederstehen, mal sehen, ob ich die Frauen mal wiedersehe.

Tiefenentspannung am Parcours
Tiefenentspannung am Parcours

01.05.2011

 

Heute waren wir zu einem Agility – Turnier. Ich hab mir von den anderen Hunden hier erklären lassen, was das ist – klingt spannend. Auf jeden Fall darf man sich dabei viel bewegen und das ist immer gut. Dann durfte ich sogar zuschauen, weil ich so brav bin, habe ich ganz lange mit Frauchen am Parcour gesessen – das war schön: Sonnenschein, Action auf dem Parcour und Frauchen in der Nähe.

 

Dann habe ich noch die Elbe kennen gelernt. Naja, wir war es ein bisschen zu viel Wasser, aber mit den Füßen habe ich mich dann doch hinein getraut. Aber nur weil Frauchen in der Nähe war und Futter ins Wasser geworfen hat. Sie meinte, ich werde schon noch auf den Geschmack kommen, wenn es so richtig heiß ist.

Leider hatte Frauchen den Fotoapparat nicht mit, also müsst Ihr mir so glauben, wie mutig ich war.

02.05.2011

 

Heute mussten wir alle zwei Mal zu Hause auf Frauchen warten. Einmal fast drei Stunden, das war mir zu lange, aber Frauchen hat den See im Wohnzimmer kommentarlos weggemacht. Ist eine liebe, sie schimpft gar nicht mit mir, ich gebe mir ja auch schon Mühe – das große Geschäft mache ich schon draußen, muss eben noch deutlich öfter raus als die anderen. Dann ist Frauchen noch mal für 2 ½ Stunden weg, da habe ich dann durchgehalten und gleich, als Frauchen wiederkam, in den Vorgarten gepieselt, da hat sie mich gelobt.

 

Außerdem hat Frauchen mit dem Kopf geschüttelt weil überall Blutflecken waren. Dabei freue ich mich einfach nur so doll, dass ich mir die Rutenspitze aufschlage. Das will einfach nicht heilen, aber es gibt Schlimmeres.

 

Einen neuen Lieblingsplatz habe ich jetzt auch, ganz optimal zwischen Frauchens und Herrchens Sofa gelegen, ganz nah bei beiden, so nah es geht.

03.05.2011

 

Ich bin ein ganz großer Kavalier. Da ich ja nun lieber bei Herrchen und Frauchen zu Füßen liege, habe ich der kleinen Honey erlaubt, in meinem „Körbchen“ zu liegen. Ich glaube, ihr gefällt das gut – auch wenn sie sich darin verlaufen kann.

04.05.2011

 

Heute habe ich die Dam(en)hirsche entdeckt, die wohnen gleich hier um die Ecke. Wie ich die nur bisher übersehen konnte, die sind ja so interessant, macht bestimmt Spaß, die ein bisschen zu jagen. Aber Frauchen lässt mich nicht. Ich hänge mich aber jetzt immer in die Leine, vielleicht lässt sie ja doch mal los.

Zumindest wäre nun die Frage nach meinem Jagdtrieb geklärt, dieser ist nämlich vorhanden.

Typischer Anblick
Typischer Anblick

05.05.2011

 

Heute haben die Männer den ganzen Tag im Garten gearbeitet und ich durfte den ganzen Tag mit draußen bleiben. Das fand ich so aufregend, dass ich sogar den Spaziergang mit Frauchen verpasst habe.

Nun durfte Frauchen auch herausfinden, weshalb ich umziehen musste. Ich rege mich nämlich sehr auf, wenn es in meiner Umgebung unruhig zugeht. Dann brauch ich sehr lange, um wieder zur Ruhe zu kommen. Frauchen meint aber, dass ich das schon noch lerne. Im Moment kann ich überhaupt nicht verstehen, weshalb die anderen fünf nur so völlig ruhig hier herumliegen können. Da haben wir gleich ein Trainingsziel, hat Frauchen gesagt. Wenn mir meine Bezugspersonen die nötige Ruhe geben und klare Grenzen setzen, kann ich natürlich ganz entspannt sein, hab ich ja schon gezeigt.

Deshalb möchte ich nicht in einen hektischen Haushalt. Ich brauch viel Bewegung und Beschäftigung, aber eine ruhige Führung.

Übrigens habe ich von Herrchen einen neuen Namen bekommen. Es gab nämlich immer Verwechslungen zwischen „Tommy“ und „Olli“, also führe ich jetzt noch einen zweiten Rufnamen. Kurz und knackig: „Fred“. Ein paar Mal habe ich auch schon darauf reagiert.

07.05.2011

 

Heute waren wir schon wieder auf einem anderen Hundeplatz – davon scheint es echt viele zu geben. Ich musste zwar wieder lange im Auto warten, aber wenn Frauchen mich raus gelassen hat, war richtig was los, deswegen fahren die anderen Hunde so gerne mit dem Auto mit.

Frauchen hat zwar die Box mit Decken ausgepolstert, aber ich habe mir wieder die Rutenspitze aufgeschlagen, bin aber nicht der Einzige, der Olli schlägt sie sich immer auf, wenn es Futter gibt – ich tue das wenigstens aus Freude über Frauchen.

Jedenfalls hat mir Frauchen heute gezeigt, wie das mit dem Klickern funktioniert – ehrlich gesagt, ich muss da noch mal drüber nachdenken, ob ich das gut finde. Aber sie hat auch mit dem Spielzeug mit mir gespielt und das finde ich definitiv gut – einfach Klasse sogar, naja, ich hab ihr ein wenig den Arm zerkratzt, aber ich muss ja die Spielregeln auch erst noch lernen.

Ich bin ein kleiner Traber
Ich bin ein kleiner Traber

09.05.2011

 

Frauchen hat gesagt, dass ich ein Fleischfresser bin – hm – das verstehe ich nicht. Die anderen fressen immer frisches Fleisch, ich mag das nicht. Aber Obst und Gemüse ist Klasse! Frauchen hat Unrecht – ich bin Vegetarier! Sie meint zwar, dass sie mich irgendwann mal noch überzeugen wird, aber das werden wir ja sehen. Solange bekomme ich weiter Trockenfutter, da hab ich wenigstens immer eine „Extrawurst“. Das Trockenfutter schmeckt ja auch immer nach Fisch, weil Frauchen Lachsöl dranmacht, damit meine Haut und mein Fell besser werden, sagt sie.

 

Heute war wieder Herrchens Sohn da, da bin ich wieder total aufgedreht gewesen und brauchte ganz lange, bis ich mich beruhigt hatte. Frauchen kann nicht so richtig verstehen, weshalb ich so durchdrehe, wenn er da ist und ich kann es ihr ja leider nicht sagen – sie versteht kein griechisch.

 

Übrigens halte ich jetzt schon die Nacht durch ohne zu pieseln, nur tagsüber schaffe ich noch nicht länger als vier Stunden. Aber das große Geschäft mache ich jetzt IMMER draußen.

12.05.2011

 

Gestern hat Frauchen wieder mit mir die Geschichte mit dem Klicker geübt und zwar nicht im Garten, sondern draußen. Da waren ganz viele Geräusche, andere Hunde liefen herum und es roch überall so gut. Ihr ahnt es schon, ich hab mich ganz schön ablenken lassen, aber an Weglaufen habe ich keinen Gedanken verschwendet, die Schleppleine war immer ganz locker. Eigentlich ist es ja schön, mit Frauchen zu arbeiten, wie sie immer sagt. Nun muss ich nur noch meine Gedanken zusammen bekommen.

 

Frauchen ist richtig kreativ, was das Futter betrifft – wenn ich es mir recht überlege, ist das viel besser als immer nur Fertigfutter. An Knorpel und Muskelfleisch will ich ja nicht ran, das hab ich heimlich der Mandy gegeben, ich glaube, Frauchen hat es nicht gemerkt. Aber heute gab es frischen stinkenden Blättermagen mit Kartoffeln, das war der Hit! Ein paar Hühnerhälse habe ich letztens auch verspeist, war auch gar nicht so schlecht.

 

Alleinbleiben find ich ziemlich doof. Da hab ich nun endlich eine Familie, dann verschwinden die immer mal wieder. Na gut, bisher sind sie immer wieder aufgetaucht, aber man weiß ja nie. Das müssen wir aber noch üben, hat Frauchen gesagt und schon war die Tür wieder zu und ich stand alleine da. Das werde ich vielleicht irgendwann auch noch verstehen.

13.05.2011

 

Freitag, der 13. – da liegt man so nichtsahnend auf Frauchens Schoß und dann sowas. Sagt sie doch ganz plötzlich „Du hast aber schmutzige Ohren!“ und ehe ich überhaupt über diese Worte nachdenken konnte, hatte sie auch schon ein Tuch in der Hand und puhlte mir in den Ohren rum. Und ich sollte auch noch stillhalten, echt viel verlangt. Wenn ich nicht in meiner Lieblingsposition an meinem Lieblingsplatz gelegen hätte, hätte ich mir das bestimmt nicht gefallen lassen.

 

Aber ich habe auch ein Erfolgserlebnis: ich habe nun das Sofa für mich erobert. Allerdings hat Frauchen einige Bedingungen daran geknüpft: ich darf nicht aufdringlich werden (die schwerste Bedingung), darf keinen anderen Hund anknurren und ich muss für Frauchen als Kopfkissen herhalten. Naja, wenn ihr Kopf zu schwer wird, kann ich ja immer noch gehen.

15.05.2011

 

Ich habe einen neuen Job. Ich bin jetzt der große Gartenaufräumer. Ich bringe alles, was so im Garten herumliegt und dort natürlich nicht hingehört, zu Frauchen ins Wohnzimmer. Sie freut sich dann immer sehr über Dachpappenschnipsel, abgebrochenen Zollstöcke, alte Tannenzapfen vom Vorjahr und lauter andere spannende Schätze.

20.05.2011

 

Ich finde es Klasse, weil ich so ein Rippchen bin, bekomme ich jetzt extra Bananen und Schlagsahne. Frauchen hat versucht, mir fettes Fleisch zu geben – da hat sie sich aber geschnitten, ich und Fleisch, das geht ja gar nicht. Ja, die Gurken und Bananen klaue ich mir aus der Einkaufstasche, aber Fleisch – Igitt!

Aber Frauchen schummelt, die mischt mir unter mein leckeres Gemüse kleingehacktes Fleisch und denkt, ich merke es nicht. Falsch gedacht, ich merke es, aber ich will Frauchen ja nicht enttäuschen. Ich habe ja auch schon mitbekommen, dass es ein paar fleischige Dinge gibt, die ganz gut schmecken. Pansen und Blättermagen sind OK und Hähnchenrücken und –hälse auch. Aber am liebsten mag ich Obst und Gemüse, so!

 

Mit der Stubenreinheit das klappt leider noch nicht zuverlässig, ich halte einfach keine fünf Stunden durch, mir drückt die Blase dann zu sehr. Frauchen meint, dass die Seen viel zu groß sind für die kurze Zeit, das wäre wohl nicht in Ordnung, aber das bekommen wir auch noch hin. Das Grundprinzip hab ich ja begriffen, weiß also, dass ich eigentlich draußen machen soll.

21.05.2011

 

Schön, heute ist wieder so ein Tag, an dem Frauchen nicht auf die Jagd geht. Sondern mit uns auf den Hundeplatz. Das mit der Jagd verstehe ich sowieso nicht, müsste sie gar nicht machen. Wenn sie mich mit Olli und Mandy zusammen in den Wald schickt, haben wir bestimmt immer genug zu essen. Fangen würde ich das Fleisch nämlich.

Aber Hundeplatz ist auch immer schön, da hat Frauchen viel Zeit für uns, verschwindet nicht zwischendurch am Schreibtisch. Immer abwechselnd dürfen wir aus dem Auto und fleißig tolle Dinge üben. Es ist immer sehr spannend, wann ich dran bin.

21.05.2011

 

Nachdem unser Hundeplatzbesuch heute buchstäblich ins Wasser gefallen ist, wurde der Tag dann doch noch schöner als erwartet. Nachdem es endlich aufgehört hatte zu regnen haben wir Frauchen im Garten geholfen. Ich habe zum Beispiel immer die achtlos weggeworfenen Stöcke weggeräumt. Naja, manchmal hab ich nicht den richtigen Ort gewusst, aber ich bin ja auch neu hier.

 

Am Abend hat Frauchen dann Brettspiele mit mir gemacht. Die anderen durften lustige Spiele im Garten machen, aber ich musste ans Spielbrett. Damit ich mit meinem Hummelhintern mal zur Ruhe komme, hat sie gesagt. Erst hat es ein wenig gedauert, bis ich die Spielregeln begriffen hatte, die sind aber auch schwierig. Erst muss man zuschauen, wie die Leckerchen unter den Holztellerchen versteckt werden. Dabei musste ich ganz ruhig sitzen – die schwerste Übung an der ganzen Sache, das kann ich Euch sagen! Der Rest war nicht so schwierig, als ich einmal (mit nur ganz wenig Hilfe von Frauchen – Ehrenwort) herausgefunden hatte, dass man die Tellerchen ganz leicht beiseiteschieben kann, hab ich mir ganz viele Leckerchen geholt.

Das mit dem Hummelhintern still halten werden wir aber noch oft üben müssen, ist echt schwierig, das kann ich Euch sagen.

22.05.2011

 

Heute habe ich wieder was Neues gelernt: Wenn Frauchen pfeift, gibt es bei ihr was besonders Tolles zu futtern, nämlich Würstchen. Es lohnt sich also, auf Pfiff zu ihr zu kommen. Das hat auch fast immer geklappt und dann wollte ich ihr unbedingt beweisen, dass ich den Weg nach Hause schon gut kenne und vor allem war ich schneller. Und das, obwohl ich an den Hirschen und Schafen vorbei musste. Ich habe auch keines davon mitgenommen, Ehrenwort.

Trotz dem, dass ich die Nase immer unten habe, passe ich auf, dass ich den Anschluss nicht verliere. Das muss natürlich noch geübt werden, aber Frauchen sagt, ich zeige gute Ansätze dazu, dass ich später gut ableinbar bin.

31.05.2011

 

Eigentlich wollten wir ja spazieren gehen, aber draußen geht die Welt gerade unter, so richtig mit Regen, Blitz, Donner und Hagel – da möchte Frauchen keinen Hund vor die Tür jagen. Oder ist sie vielleicht selber wasserscheu? Naja, mir ist es so auch lieber, sieht schon gruselig aus draußen. Da komme ich endlich dazu, mal wieder Tagebuch zu schreiben.

Ich kann inzwischen sechs Stunden ohne Pieseln durchhalten. Frauchen meint: Ziel erreicht, das reicht. Meine Rutenspitze schlage ich mir auch nicht mehr blutig. Ich bin auch schon etwas ruhiger geworden – zumindest für meine Verhältnisse. Die Tante Tierheilpraktikerin hat gesagt, dass die Rohfütterung gut ist für mich Hummelhintern.

 

Am Sonntag durfte ich eine Zeit lang mit bei Frauchen unter dem Richterzelt sitzen. Da war nämlich Agility – Turnier. Dort musste ich ganz ruhig und artig sein, was für mich gar kein Problem ist. Es hat sich sogar ein Kind gefunden, das mich gestreichelt hat, super. Diese Hopserei über die Hürden wäre vielleicht auch was für mich, da muss man auch nur ganz selten still halten. Da muss ich Frauchen mal fragen, ob ich das darf.

 

Nächste Woche gehen wir zum Tierarzt. Der Rudi kommt als Beistand mit, er meint, dass der Tierarzt ganz nett ist. Frauchen will überprüfen lassen, ob alle meine Organe richtig funktionieren, weil ich doch so schlecht zulege und so ein nervöses Kerlchen bin. Sie wird mir dann sicher das Ergebnis verraten, so dass ich es hier schreiben kann.

"Rippchen" Fred
"Rippchen" Fred

10.06.2011

 

Liebe Freunde, Entschuldigung, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich hole jetzt alles nach – versprochen! Es war in der letzten Zeit einfach so viel los.

 

Da war zum Beispiel das Obedience – Prüfungstraining von Frauchen auf dem Hundeplatz. Ich war natürlich mit dabei – Wahnsinn, was die anderen Hunde da alles machen mussten. Auch die Mandy hat mitgemacht, da kann ich vor ihr nur den Hut ziehen.

 

Am nächsten Tag war dann auf dem Hundeplatz Tag der offenen Tür. Da durfte ich beim Hunderennen mitmachen. Naja, der Schnellste war ich leider nicht, aber nicht, weil ich nicht schnell rennen kann, sondern weil ich erst nicht begriffen habe, worum es geht. Als ich dann gerafft habe, dass ich zu Frauchen rennen soll, hab ich aber die Füße in die Pfoten genommen.

 

Am Montag waren wir dann beim Tierarzt. Rudi und ich mussten Blut lassen, aber der Olli wurde kastriert – ich glaube, da sind wir noch gut weggekommen.

Die Ergebnisse der Blutuntersuchung sehen aber für mich nicht so gut aus. Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion und Ehrlichiose. Da braucht sich Frauchen nicht wundern, dass ich nicht zunehme. Sie meint aber, dass man das behandeln kann und ich mir keine Sorgen machen soll. Ich schätze, ich bin hier in guten Händen. Die Tante Tierheilpraktikerin hat auch noch einen guten Tipp, damit ich meine innere Unruhe ablege. Also warten wir es erst mal ab, ich werde schon wieder gesund. Und so lange lasse ich mich verwöhnen. Frauchen war extra für mich einkaufen, weil Essen natürlich Leib und Seele zusammenhält und deshalb Einfluss auf mein Verhalten hat, sagt sie.

Am Dienstag muss ich wieder zum Tierarzt, dann geht die Behandlung los und dann wird alles besser.

12.06.2011

 

„Vor Dir ist aber auch kein Salatblatt sicher!“ hat Frauchen heute gerufen und meinte mich. Muss sie aber auch gerade in die Küche kommen, als ich mir die Schüssel mit den Salatblättern für die Hühner geangelt hatte. Mannomann, die merkt aber auch alles. Außerdem bin ich ja gar kein reiner Vegetarier, hab ich mir doch heute früh wieder mein obligatorisches Frühstücksmäuschen gefangen, darin bin ich nämlich sehr erfolgreich.

05.07.2011

 

Mannomann, waren das anstrengende Wochen. Frauchen hat Tag und Nacht gearbeitet, meistens am Rechner, so dass ich gar nicht herankam, um mein Tagebuch weiter zu schreiben.

Vor zwei Wochen ist Frauchen wieder mal zum Agility – Turnier gefahren. Ich durfte mit, wir sind diesmal nur ganz kurz gefahren. Mandy und Erdmann müssen sich tapfer geschlagen haben. Da Mandy Siegerehrungen nicht mag und Erdmann zitternd im Auto saß, weil ein Gewitter heranzog, durfte ich nämlich mit zur Siegerehrung. Frauchen ist mit mir drei Mal nach vorn gerufen worden und ich musste abwechseln die Mandy und den Erdmann vertreten. Eine ganze Weile durfte ich auch wieder vom Rande zusehen, wie die anderen Hunde gehopst sind.

 

Beim Training letzte Woche war Frauchen stolz auf mich, weil ich zwei Sekunden still gelegen habe. Wir üben nämlich gerade „Platz“. Da heißt, dass ich mich flach hinlegen muss, mich nicht bewegen darf und Frauchen anschauen. Ihr glaubt gar nicht, wie schwer das ist! Aber es gibt immer ein Stück Wiener Wurst, wenn ich es schaffe, also gebe ich mit große Mühe.

 

Am vergangenen Wochenende war auf „unserem“ Hundeplatz Obedience – Prüfung. Schade, dass Frauchen da echt viel zu tun hatte. Sie hat die Prüflinge durch die Prüfung geführt. Die mussten vielleicht schwierige Sachen machen – hoffentlich verlangt das mal keiner von mir.

Zum Ausgleich hat Frauchen abends mit uns einen besonders langen Spaziergang gemacht. Die einzige, die wirklich geschafft war, war die Mandy. Die musste nämlich mit zur Prüfung antreten und meinte, dass es ganz schön anstrengend war, so viele Übungen hintereinander zu zeigen – im strömenden Regen und ohne Belohnung zwischendurch. Aber sie hat bestanden.

Frauchen meint, bei mir gäbe es da im Moment ganz andere Baustellen, als dass wir an Hundesport denken könnten. Keine Ahnung, was sie meint, ich rolle mich erst mal auf dem Sofa zusammen und schlafe eine Runde.

09.07.2011

 

Frauchen hat mir diese Woche Hoffnung gemacht, dass ich vielleicht endlich mein eigenes tolles Zuhause bekomme und dann … Ihr glaubt es nicht, hat mir ein Welpe den Rang abgelaufen. Nun sind wir ganz traurig. Immer müssen wir Großen zurückstecken, das ist gemein!

 

Liebe Leute, wisst Ihr denn die Vorzüge eines erwachsenen Hundes nicht zu schätzen? Ich zum Beispiel bin stubenrein, kann einige Stunden allein bleiben, laufe ordentlich an der Leine und mache definitiv nichts kaputt im Hause.

Ich wünsche mir doch so sehr ein Zuhause, am besten so eins wie hier: ruhiges Umfeld, keine Kinder, Garten, Hundekumpel, verständnisvolles Frauchen. Beim Thema Garten und Hundekumpel bin ich aber kompromissbereit, wenn ich genug draußen bin und Kontakt zu Artgenossen habe.

Jetzt wird es verrückt! Daran, dass Frauchen mich als Kopfkissen missbraucht, habe ich mich ja nun schon gewöhnt, aber nun tut das auch noch der Rudi – das ist gemein. So wird meine Gutmütigkeit ausgenutzt.

 

Frauchen hat gesagt: „Endlich Ferien!“, was zur Folge hat, dass wir nun endlich im Garten relaxen und in der Sonne braten können. Das nutze ich natürlich fleißig, wie man auf den Fotos sehen kann.

Unser Rippchen beim ausgiebigen Sonnenbaden:

Fred Frohsinn beim Training auf dem Hundeplatz:

18.07.2011

 

Nachdem wir gestern alle den ganzen Tag gefaulenzt haben – was sollte man auch tun bei dem Dauerregen – da bekommt mich keiner vor die Tür, war heute Gartenarbeit angesagt. Ich bin auch nicht mehr, wie am Anfang, aufgeregt um Frauchen herum gesaust, sondern war ganz entspannt einfach nur in der Nähe und hab zugeschaut, was Frauchen da so mit dem Unkraut macht. Herrchen hat die ganze Zeit Lärm gemacht, aber sowas stört mich ja nun gar nicht.

 

Frauchen meint, dass es nun Zeit wird, dass ich ein Zuhause finde, weil ich mich nämlich schon sehr an Frauchen gebunden habe. Umso schwerer wird dann der Umzug, wenn das noch länger geht. Mein Kumpel Olli sucht übrigens auch noch – wir sind auch gern im Doppelpack zu haben.

Fortsetzung des Tagebuches hier.