Zoras Tagebuch

 

 

Hallo, ich bin die Zora und warte hier auf meiner Pflegestelle auf mein endgültiges Zuhause.

 

Damit Ihr mich besser kennen lernen könnt, führe ich hier mein eigenes Tagebuch, was ich Frauchen quasi in die Tastatur diktiere.

11.12.2011

 

Hallo, liebe Leser, zwei Tage hatte ich Schonfrist, um mit dem unerwarteten Umzug klar zu kommen. Aber nun hat Frauchen gesagt, ich soll anfangen, ein Tagebuch zu schreiben, damit die Leute viel über mich aus erster Quelle erfahren. Ich hoffe, dass ich dann bald ein allerletztes Mal umziehen kann.

 

Eins kann ich schon sagen, Umziehen ist echt nicht meine Stärke, deshalb soll das nächste Mal wirklich das letzte Mal sein!

Aber nun zur Sache. Der Freitag hat es mit mir nicht gut gemeint. Eine gefühlt endlos lange Autofahrt, bei der ich immer wieder mit einem neuen Auto und neuen Menschen klarkommen musste. Zum Glück hatte mein jetziges Frauchen viel Verständnis für meinen Stress und nahm es mir nicht übel, dass ich aus Angst nach ihr geschnappt habe, kommt auch nicht wieder vor,  Zora - Ehrenwort.

 

Gestern durfte ich dann viel Zeit in meiner neuen Box verbringen, da fühle ich mich sicher, komme aber jetzt auch schon freiwillig wieder heraus, wenn Frauchen das möchte. Viele kurze Spaziergänge haben wir gestern gemacht, danach durfte ich mich wieder ausruhen. Auf der Nachmittagsrunde war ich dann auch schon deutlich entspannter. Nur wenn andere Menschen kommen, verstecke ich mich vorsichtshalber hinter Frauchen.

 

Dass man als Hund sein Geschäft draußen erledigt, ist für mich selbstverständlich. Ich mache mich auch bemerkbar, wenn ich raus möchte. Frauchen meinte aber, ich soll es nicht übertreiben, sie will nicht wegen mir aller drei Stunden aufstehen. Na gut, da hab ich mich eben wieder auf meinen Platz gelegt.

 

Ich helfe auch schon im Haushalt, gestern Abend war Schuhe aufräumen dran. Da es ja die Schlappen für den Garten waren, gehören die natürlich vor die Gartentür, oder seht Ihr das anders?

Einen schönen Liegeplatz habe ich auch, ein großer Korb mit hohem Rand, da kann ich mich sicher fühlen und brauch hier zu Hause auch keine Box zum Zurückziehen. Frauchen hat mir versprochen, dass ich heute in den großen Garten darf, wenn ich weiter so gut auf sie höre. Da gibt es bestimmt eine Menge zu entdecken.

 

Gestern Abend habe ich auch schon was gefressen, den leckeren Hühnerhälsen konnte ich dann doch nicht wiederstehen. Frauchen meint, nachher zum Frühstück gibt es Salat – na da muss ich wohl noch mal drüber nachdenken, ich bin doch kein Kaninchen.

 

Frauchen hat mir übrigens schon einen Kosenamen gegeben: Chamäleon – doofer Name, finde ich. Aber sie sagt, dann soll ich mir abgewöhnen, ständig zu züngeln. Die anderen Hunde mögen das komischerweise nicht, die Trulla reißt sogar aus, wenn meine Zunge geschossen kommt und Frauchen habe ich im Auge getroffen – war aber wirklich nicht mit Absicht, tut mir leid, Frauchen.

12.12.2011

 

Frauchen sagt, ich bin nicht der Nabel der Welt. Und ich werde es auch nicht, wenn ich sie anspringe oder herumfiepse. Naja, theoretisch ist mir das vielleicht klar, praktisch muss ich da noch mal drüber nachdenken. Blöd nur, dass die anderen Hunde hier alle auf Frauchens Seite stehen. Wenn Frauchen sagt, ich soll nicht auf die Couch, dann setzt die Mandy das glatt durch und wenn Frauchen sagt, ich soll nicht so unruhig in der Gegend herumquirlen, setzt der Rudi das auch durch. Die scheinen echt große Stücke auf Frauchen zu halten, da ist es wohl besser, wenn ich mich füge.

 

Übrigens mache ich ganz brav „Sitz“, wenn Frauchen das sagt. Nur plötzlich im Wald auftauchende Menschen finde ich gruselig, aber das werde ich auch noch lernen, wie ich mich da verhalten muss, damit mir nichts passiert. Knurren und Bellen war wohl falsch.

 

Übrigens, die Sache mit dem Salat war gar nicht so übel, es gab den Salat mit Äpfeln und Gurke und Quark, war echt lecker. Und heute gab es Zucchini mit Quark, war auch lecker. Nein, ich werde nicht zum Vegetarier, abends gibt es herrliches Fleisch.

 

Und der große Garten ist auch prima, da kann ich so richtig rennen, draußen darf ich ja noch nicht von der Leine. Nur heute und morgen ist Gartenverbot, das ist aber nicht meine Schuld. Nein, die Mandy war‘s, sie ist nämlich schon wieder ausgebüxt und nun muss erst der Zaun durch eine Zwei – Meter – Wand ersetzt werden. Von wegen Vorbild – solche Dummheiten würde ich nie machen.

15.12.2011

 

Heute ist Frauchen schon zum zweiten Mal hintereinander vormittags zur Jagd gegangen. Aber heute kam sie wenigstens mit reichlich Beute wieder, da hab ich mich auch nicht mehr ganz so sehr aufgeregt. Ich glaube, sie kommt tatsächlich immer wieder, wahrscheinlich sollte ich mir nicht solche Sorgen machen.

 

Beim Spaziergang sind wir heute über eine wackelige Holzbrücke gelaufen. Als alle anderen das als wenig aufregend eingestuft hatten, habe ich mich dicht an Frauchen gehalten und es war tatsächlich gar nicht so schlimm.

 

Nach dem Spaziergang ging es wieder mal ins Auto. Ausgestiegen sind wir dann beim Tierarzt, was ich nicht so toll fand. Aber solange ich dicht bei Frauchen liegen kann, ist ja alles in Ordnung. Der Doktor hat mir meine entzündeten Augen behandelt, so dass ich bald wieder kerngesund bin. Jetzt bekomme ich jeden Tag Augentropfen von Frauchen. Natürlich bin ich ganz lieb und lasse mir das auch alles brav gefallen – Ehrensache.

16.12.2011

 

Ich hab einen neuen Schlafplatz gefunden, ganz nah bei Frauchens Sofa. Das Körbchen ist zwar etwas klein, aber das nehme ich gern in Kauf für ein wenige mehr Nähe.

17.12.2011

 

Heute hat mich Frauchen mit auf den Hundeplatz genommen. Dort hat sie mit anderen Leuten und deren Hunden lauter lustige Sachen gemacht. Wir mussten im Auto warten, so eine verkehrte Welt, aber in meiner Box warten ist für mich gar kein Problem. Aber dann war ich auch dran. Die lustigen Sachen haben wir nicht gemacht, war auch viel zu gruselig, da waren nämlich fremde Menschen. Aber eine der Tanten dort hatte ganz viel Essen für mich. Das Dumme war nur, dass ich mir das bei ihr abholen musste, hat mich einige Überwindung gekostet, aber dann bin ich doch noch satt geworden.

18.12.2011

 

Ich habe jetzt einen eigenen Teddy. Den hab ich mir erobert. Rudi hat ihn im Wald gefunden und nach Hause getragen, dann lag er einsam im Vorgarten. Kann einem ja leidtun, der Teddy. Also habe ich ihn in einem unbeobachteten Moment mit ins Haus genommen. Nun muss ich aber ganz schön drauf aufpassen, dass der Rudi ihn nicht wieder haben will. Mannomann ist das anstrengend!

Übrigens sagt Frauchen immer, ich sei für mein Alter viel zu erwachsen. Ich bin eben schon eine reife junge Dame. Ich gestalte nur ganz wenig Inventar um und selbst dabei bin ich noch sehr sorgfältig und vor allem gerecht. So habe ich Frauchens und Herrchens Schuhe etwas interessanter gestaltet und zwar, wie man sieht, sehr genau nach den Regeln der Symmetrie Frauchens linken und Herrchens rechten Schuh. Hab ich dafür nicht einen Orden verdient???

21.12.2011

 

Ich habe das Sofa und das Fernsehprogramm für mich entdeckt. Da kam eine spannende Sendung mit Vögeln und anderem Getier, was interessante Geräusche gemacht hat.

24.12.2011

 

So nach und nach entdecke ich die Lieblingsplätze hier im Haus. Der auf der Treppe ist Klasse, da hat man alles im Blick, außerdem lässt sich dort prima auf Frauchen warten, wenn sie nicht da ist. Der Platz auf Herrchens Sofa ist total kuschelig, da kann man nicht nur bequem fernsehen, sondern auch herrlich schlafen – natürlich nur, solange Herrchen nicht drauf sitzt.

02.01.2012

 

Mannomann, hatte ich doch in den letzten Tagen gar keine Zeit Tagebuch zu schreiben. Hier war vielleicht was los. Frauchen sagt, wir sind ins neue Jahr gerutscht, deshalb die Knaller draußen. Was das nur soll?  Nicht, dass es mich stören würde, es ist mir egal, aber den Sinn verstehe ich nicht. Ich hab versucht, den Erdmann zu trösten, der hatte nämlich ganz große Angst. Leider hat er mir nicht geglaubt, dass es nicht schlimm ist.

Kaum war das neue Jahr da, haben wir Besuch bekommen und ich bin nicht geflüchtet. Na gut, anfassen lassen wollte ich mich nicht. Aber mal ehrlich, würdet Ihr Euch von fremden Leuten gleich beim ersten Mal anfassen lassen? Wahrscheinlich nicht! Ich auch nicht, bin schließlich ein anständiges Mädchen.

03.01.2012

 

Inzwischen darf ich bei den Spaziergängen an der langen Leine laufen. Das hab ich mir auch hart erarbeitet. Ich musste nämlich lernen, nicht immerzu um Frauchens Beine Kreise zu ziehen. Ich sehe ein, dass das mit einer langen Leine wirklich zu Verwicklungen führen kann. Inzwischen muss sie mich aber nur noch selten ermahnen, wenn ich wieder hinter ihr rum will.
Überhaupt hat Frauchen mich gelobt dafür, dass ich so schnell lerne. Ich würde auch noch mehr lernen und zwar gerne. Wenn meine künftigen Menschen mir tolle Tricks beibringen wollen, bin ich garantiert voll bei der Sache. Ich bin nämlich sehr aufmerksam, wenn man sich mit mir beschäftigt.
Und eins ist mal klar: Je mehr ich lerne, desto selbstbewusster werde ich und damit auch sicherer im Umgang mit Menschen – Pfote drauf!

04.01.2012

 

Gestern war vielleicht ein anstrengender Tag, da musste ich mich erst mal bis heute ausruhen. Erst hat Frauchen mich mitgenommen ins Einkaufszentrum. Das war vielleicht abenteuerlich. Die Türen gehen von ganz allein auf und zu, überall ist laute Musik und wo man hinsieht Menschen. Ich hab mich vorsichtshalber an Frauchen gehalten und bin immer ganz dicht bei ihr geblieben, man weiß ja nie.

 

In der Post mussten wir ganz lange warten, das fand ich doof und unheimlich, weil ich nicht wusste, was passiert. Weiterlaufen war dann schon viel angenehmer.

 

Das nächste Ziel war eine Zoohandlung, Frauchen wollte eine Leine für Tula kaufen und ich sollte sie anprobieren. Leider gab es die nicht, aber einen kleinen Terrier und eine ganz nette Verkäuferin haben wir getroffen. Ich habe mich übrigens nicht von den vielen Leckereien verführen lassen, die dort herum lagen.

 

Danach durfte ich mich im Auto ausruhen, während die anderen trainiert haben, das hatte ich auch nötig. Bis Frauchen mich dann doch noch aus dem Auto geholt hat. Es ging in eine Reithalle mit lauter fremden Menschen, auch so gefürchtete Männer waren dabei. Ich war mir nicht sicher, ob ich lieber neugierig oder ängstlich sein sollte also entschied ich mich für vorsichtig. Frauchen war ja dabei. Aber dann geschah doch ein Wunder: ausgerechnet die Männer hatten Essen für mich. So habe ich mir ein wenig den Bauch vollgeschlagen, jeder der Umstehenden hatte eine andere Sorte Futter, das lasse ich mir gefallen. Trotzdem war ich erleichtert als ich wieder ins Auto durfte. Über meine Einstellung zu den Menschen denke ich vielleicht noch einmal nach, wenn es genug leckeres Essen gibt.

06.01.2012

 

Frauchen hat mir heute erzählt, dass meine Mama ganz schnell ein Zuhause gefunden hat. Ich verstehe das gar nicht, dass es für mich und meine beiden Schwestern immer noch nicht geklappt hat. Liebe Leute, schaut nicht immer nur auf das Äußere! Klar bin ich etwas unscheinbar, aber dafür bin ich eine so treue Seele – schließlich zählt die innere Schönheit.
Das hier ist meine Mama. Genau wie sie möchte ich auch endlich mein eigenes Zuhause.

08.01.2012

 

Jippie, heute konnte ich mal so richtig durchstarten. Sauwetter, kein Mensch im Wald, da hat Frauchen mir endlich mal vertraut und mich von der Leine gelassen. Erst konnte ich es gar nicht verstehen und bin immer nur 5 Meter vor und wieder zurück. Aber dann hab ich gemerkt, dass die Leine gar nicht mehr da ist und bin mit den anderen um die Wette gelaufen. Naja, hab es wenigstens versucht, leider konnte ich nicht richtig mithalten, aber das ist eine Trainingssache.
Frauchen meint, ich soll mir endlich den Babyspeck abtrainieren und das wird an der Leine nichts.

Ich habe natürlich fein auf Frauchen gehört. Selbst beim Anblick der Damhirsche, die in „unserem“ Wald wohnen, bin ich sofort zurück gelaufen, als ich meinen Namen hörte.

Fotos gibt es natürlich nicht, weil es ja in letzter Zeit nur noch Strippen regnet. Sowas Blödes!

14.01.2012

 

Die Tula ist gar nicht so zickig, wie sie immer tut. Sie mag zwar meine Küsschen nicht, aber mit ihr kann man wunderbar spielen und balgen. Es ist vielleicht doch von Vorteil, wenn man dieselbe Sprache spricht.

 

Auch mit Honey verstehe ich mich immer besser. Manchmal will sie einfach ihre Ruhe haben, aber wenn ich das akzeptiere, ist sie ganz nett. Ihr seht also, ich bin durchaus in der Lage mit meinen Artgenossen prima klar zu kommen. Ein sicherer, souveräner Ersthund in dem Haushalt, in dem ich mal leben werde, wäre nämlich ganz große Klasse. Ich kann mich dann an dem orientieren und ich spiele ja auch unheimlich gern mit anderen Hunden.

15.01.2012

 

Heute ist mir was Komisches passiert auf dem Morgenspaziergang. Eine Pfütze hat mich zu Fall gebracht. Wie ich die gerade ausschimpfen wollte, musste ich feststellen, dass alle Pfützen heute früh einen Panzer angelegt hatten, war kein rankommen. Ich muss dieses Phänomen mal noch näher untersuchen, spannend ist es ja schon. Was die Pfützen sich dabei wohl denken?

 

Aber ich muss ja noch von gestern berichten. Frauchen hat mich mal wieder mit auf den Hundeplatz genommen. Ich habe schon gelernt, dass es immer ein Privileg ist, dort hin mit zu dürfen. Als ich dann nach Mandy und Tula mit auf den Platz durfte, ist Frauchen mit mir wie eine Irre herumgetobt, lustig war das. Eine von den vielen Tanten dort hat dabei Bilder von mir gemacht. Und dann hat sich herausgestellt, dass sie auch noch Essen in der Tasche hatte.
Frauchen meint, die Bilder würden helfen, ein neues Zuhause für mich zu finden. Da bin ich ja gespannt.

 

Ich durfte dann noch ein zweites Mal mit auf den Platz. Weil ich ja schlau bin, habe ich dann schon mal angefangen, die Hände der fremden Leute auf Leckerchen zu kontrollieren – natürlich nur, wenn niemand hin schaute. Man weiß ja nie.

Ich bleibe übrigens immer dicht hinter Frauchen, einen Leine ist gar nicht mehr nötig. So ein braves Mädchen bin ich. Lasst euch das nicht entgehen!

 

Hier die Ergebnisse des Fotoshootings – so ein schlechtes Model bin ich gar nicht, wie Ihr sehen könnt. So sportlich, wie ich hier aussehe, bin ich auch. Viel Bewegung möchte ich haben, dann bin ich glücklich.

17.01.2012

 

Gestern durfte ich fast den gesamten Spaziergang frei laufen. Weil ich so prima höre, hat Frauchen gesagt. Ist ja auch keine Kunst, schließlich gibt es Leckerchen oder Streicheleinheiten dafür. Sogar von den Hirschen lasse ich mich abrufen – da können die noch so frech mit ihren weißen Ärschen vor meiner Nase rumwackeln.

 

Wir drei Mädels sind ein echt gutes Team, wenn wir auf dem Feld so richtig los düsen. Mandy gibt die Richtung vor und Tula und ich versuchen mitzuhalten. Leider bleibt es beim Versuch. Tula ist schon ganz nahe dran, ich muss noch an meiner Kondition arbeiten.
Die Jungs fetzen auf ihre alten Tage nicht mehr ganz so los.

 

 

 

 

 

Tula versucht mir zurzeit beizubringen, wie man artig vor dem vollen Futternapf wartet, bis Frauchen den frei gibt. Wie man an dem Zappelfoto sieht, gelingt mir das Stillsitzen in dieser Situation noch nicht, aber ich bemühe mich.

Für die Körperwärme beim Kuscheln ist dann die Honey zuständig, das mögen die anderen Mädels hier nicht so. Wie praktisch, in so einem großen Rudel zu leben, für jede Lebenslage hat man den passenden Partner.

20.01.2012

 

Nicht, dass hier jemand denkt, ich wäre ein Weichei - NEIN, ich habe heute mit Mandy und Erdmann zusammen die Badesaison 2012 eröffnet. Da ich die ganze Zeit nur am Flitzen bin, habe ich natürlich nicht gefroren. Frauchen hat zwar mit dem Kopf geschüttelt, aber das zeigt ja nur, dass SIE ein Weichei ist, stimmt’s?

 

Übrigens klappt das mit dem Stillsitzen beim Füttern jeden Tag besser. Ich bin auch beim Fressen ganz friedlich und würde nie streiten.

21.01.2012

 

Mit Frauchen hat man es echt nicht leicht. Ständig vergisst sie ihre Schlappen im Flur und ich muss sie ihr dann hinterhertragen. Klar, es ist schön, dann gelobt zu werden, aber nun soll ich auch noch Mandy und Tula erklären, wie das geht mit dem Apportieren. Das geht ja nun echt zu weit. Ich dachte, ich bin hier um von den anderen zu lernen, nun ist es umgekehrt. Echt stressig hier – findet sich denn niemand, der mich hier schnell weg adoptiert??? Ich bringe auch zuverlässig die Hausschuhe – versprochen.

 

 

 

22.01.2012

 

Gestern hat es geschneit, das war toll! Sowas habe ich ja bisher noch gar nicht erlebt. Weiße dicke Flocken fielen vom Himmel, zwischen denen man herumtoben konnte und die man fangen konnte. Da macht da Toben draußen NOCH mehr Spaß. Mal sehen, ob sowas noch mal passiert.

28.01.2012

 

Dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, liegt nicht etwa daran, dass hier nichts los ist – im Gegenteil. Nein, Frauchen sagt, dass wir keine Internet – Flatrate mehr haben und dass wir nun genau auf Datenvolumen oder sowas achten müssen. Ich hab ja keine Ahnung, was das ist, aber nun darf ich wenigstens was schreiben, aber neue Fotos gibt es nicht. Schade eigentlich, denn ich im Schnee bin ein Augenschmaus – Lebensfreude pur, glaubt mir.

 

Aber schon bevor es anfing zu schneien habe ich beschlossen, eine Rennsemmel zu werden. Nun hat die Mandy endlich einen Sprintpartner – ja, Ihr lest richtig, ICH kann inzwischen locker mit der Obersprinterin mithalten und habe Spaß dabei.

 

Hier in „unserem“ Wald sind sie jetzt wie verrückt am Bäume fällen. Kürzlich wollten wir so unseren gewohnten Weg gehen, da lagen da über mehrere hundert Meter lauter Bäume samt Geäst quer über den Weg. Was haben wir für einen Spaß gehabt, über die Bäume zu hopsen und zu klettern. Frauchen sagt: „Agility ist Kindergarten dagegen.“ Ich weiß zwar nicht, was Agility ist, aber es muss was mit Springen und Rennen sein – hoffentlich darf ich das mal kennen lernen, ist bestimmt ein Riesenspaß.

 

Und heute sind wir drei Mädels wie die Wilden durch den Schnee gesprintet, war das ein Spaß – meinetwegen könnte immer Winter sein, wenn auch Schnee liegt.

Nun hat Frauchen ihren Glühwein genossen und wir ruhen uns aus – echt gemütlich hier im Moment.

Wenn das Internet wieder richtig geht, reiche ich auch gerne noch die Fotos nach. Das dauert aber noch eine Woche.

03.02.2012

 

Jippie, wir haben wieder Internet, nun darf ich wieder schreiben und Euch auch Bilder von mir zeigen. Seit einer Woche ist MEIN WETTER. Alle anderen gehen nach 5 Minuten aus dem Garten wieder rein – ICH kann ja gar nicht genug bekommen von dem Schnee und der Kälte.

 

Jetzt würde ich auch lieber durch den Wald toben, aber Frauchen sagt, ich muss warten, weil ich Besuch bekomme. Besuch – ganz allein für mich, hat sie gesagt. Na da bin ich ja gespannt, was da auf mich zu kommt. Eigentlich bin ich ja bei Besuch eher skeptisch, man weiß ja nie.

Zora fix und fertig nach dem Toben im Schnee
Zora fix und fertig nach dem Toben im Schnee

Nun war er da, der Besuch. Den kleinen Rüden habe ich ja erst mal vollgemeckert, Mandy und Trulla haben mich unterstützt. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass er eigentlich ganz nett ist und wir haben ein wenig miteinander geflirtet. Wir haben ihn sogar mit in unser Haus gelassen. Die beiden Frauchen, die mit waren, fand ich etwas gruseliger, aber Leckerchen hab ich mir trotzdem abgeholt. Morgen wollen sie wieder kommen, hoffentlich ist dann die Leckerchentasche wieder aufgefüllt.

04.02.2012

 

Heute sollte ich ohne Frauchen spazieren gehen, mit dem kleinen Rüden und den fremden Tanten. So richtig geheuer war es mir nicht, ich war auch schneller wieder zu Hause als geplant.

Nun hat mir Frauchen offenbart, dass ich für immer zu dem neuen Frauchen ziehen soll. Heißt das etwa erwachsen werden? Na, ich bin ja gespannt, wo es nun hin geht. So richtig geheuer ist es mir nicht.

Zum Glück darf ich meine geliebten Gummilatschen mitnehmen.

letztes Foto in der Pflegestelle
letztes Foto in der Pflegestelle