Andy's Tagebuch

Hallochen, ich bin es, der Andy, auch Rübe genannt, warum auch immer…mein Pflegefrauchen hat gesagt, ich soll meine Freizeit sinnvoll nutzen und ein Tagebuch schreiben – für alle die, die sich für mein Leben interessieren. Bisher ist dieses Leben leider völlig verkackt, wie man so sagt, aber Frauchen sagt, ich soll einen Neuanfang machen und nur noch nach vorn sehen.

27.12.2013

 

An dem Tag verstand ich die Welt nicht mehr. Da kam eine fremde Frau zu uns nach Hause und nahm mich einfach mit. Ich musste in ein fremdes Auto steigen und mich von fremden Hunden ausschimpfen lassen, was ich dort will – dabei habe ich es mir doch nicht ausgesucht. Hier angekommen, jagte mich diese schwarze Abrissbirne namens Ida durch den Garten. Ich erkannte aber, dass sie es nicht so meint und erkundete erst mal das Haus.

Auf den Bildern vom ersten Tag hier sieht er noch sehr gestresst aus, aber das gibt sich schnell.

28.12.2013

 

Einen supertollen Schlafplatz auf dem Hundesofa mit Ausblick nach draußen habe ich mir schon erobert. Den habe ich sogar gegen die Mandy verteidigt, die ihn für sich beanspruchte. Albern, als ob nicht genug Platz für zwei wäre. Pflegefrauchen sagt trotzdem, dass ich der Mandy ganz schön ähnlich bin, nicht nur vom Namen und vom Aussehen her, nein wir bellen auch beide gern, wenn wir aufgeregt sind. Ich habe natürlich eine viel kräftigere Stimme.

Das Ungeheuer!
Das Ungeheuer!

 

 

 

 

 

Mein Pflegefrauchen hat mir auch schon ganz schön Angst eingejagt, kam sie plötzlich mit einem lärmenden Ungeheuer mit langem Rüssel ins Wohnzimmer. Da kann man doch nur die Flucht ergreifen. Naja, sie meint, das müssen wir üben, warum nur?

Geschimpft hat sie mit mir auch schon. Ich habe doch in meinem ersten Zuhause gelernt, dass fremde Hunde attackiert werden müssen und das darf ich nun plötzlich nicht mehr. Naja, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen!

29.12.2013

 

Ich hab mich verliebt! Ihr werdet es nicht glauben – ausgerechnet in die grobmotorische Dampframme Ida. Sie ist gar nicht so, eigentlich ganz nett, ich denke, ich biege sie mir noch zurecht, dass sie ein wenig einfühlsamer wird.

Hier ein paar Bilder von der jungen Liebe:

01.01.2014

 

Letzte Nacht war vielleicht was los, Lärm rundherum. Mich stört das ja nicht weiter, aber der kleine Erdmann hatte schreckliche Angst und tat mir so leid.

02.01.2014

 

Heute waren wir beim Tierarzt. Der hat was von meinem Blut geklaut, dabei bin ich doch glatt auf Frauchens Arm zusammengesunken, aber zum Glück habe ich es überlebt.

 

Außerdem hat Frauchen mir endlich die Damhirsche von nebenan im Hellen gezeigt. Nun sind sie gar nicht mehr so aufregend.

 

04.01.2014

 

Naja, heute habe ich Frauchen wohl nicht so viel Freude gemacht, hab ich doch eine Leine zerrissen. Irgendwie hab ich das gar nicht gemerkt, bin nur wie ein Wahnsinniger, also wie immer, auf die anderen Hunde zugestürzt. Die fanden das aber auch nicht so lustig, verstehe ich gar nicht.

05.01.2014

 

Ich hab mich heute sehr bemüht, nicht noch eine Leine zu zerreißen und es ist mir geglückt.

 

Dafür hat Frauchen wunderliche Sachen mit mir gemacht. Immer, wenn ich irgendwas gemacht habe, hat sie geklickt und es gab ein Leckerchen. Leckeres Spiel! Kann ich nur weiter empfehlen. Ist auch nicht weiter anstrengend, man muss nur mit der Nase stupsen, Pfote heben, nach links und rechts schauen und sowas.

12.01.2014

 

Die Dampframme und ich teilen uns ein Hobby: die Pathologie. Zuerst werden von den toten Plüschtieren Augen, Nase und Ohren entfernt, dann die inneren Organe und zuletzt alle überstehenden Körperteile. Das haben wir jetzt häufig geübt und schaffen das gemeinsam in kürzester Zeit. Im Moment fehlt es an Nachschub, die Plüschtiere sind alle, hier liegen nur noch Leichenteile herum aber unser Forscherdrang ist noch nicht gestillt.

14.01.2014

 

Heute will ich mal darüber berichten, wie doof ich es finde, dass Frauchen ein paar Mal in der Woche einfach so ohne uns aus dem Haus geht. Wenn sie nur mal ein Stündchen geht, mit den Mädels spazieren oder Nahrung beschaffen oder so, halte ich das ja aus, aber manchmal bleibt sie wirklich lange weg, da kann mich auch Herrchen nicht trösten. Das finde ich so blöd, dass ich an allen Fenstern Ausschau halten will, dazu natürlich alle Türen öffne und – ich gebe es ungern zu, weil es sich für einen ganzen Kerl nicht schickt – oft weine ich auch. Mannomann bin ich dann aus dem Häuschen, wenn sie wiederkommt, da kann ich mich gar nicht beherrschen und schreie meine Freude in die Welt hinaus. Naja, Frauchen zeigt sich davon wenig begeistert, warum auch immer. Aber sie sagt, ich sei eine ganz treue Seele und ihrem Blick nach muss das was Gutes sein.

19.01.2014

 

Das war ein schönes Wochenende: zwei Tage auf dem Hundeplatz. Ich darf dort zwar keine Hunde attackieren, bekomme aber ganz viele Leckerchen, wenn ich es nicht tue. Da gebe ich mir natürlich Mühe, viel mehr als sonst. Hihi, da glaubt dem Frauchen keiner, was ich für ein Rüpel sein kann.

 

Ich durfte auch schon mit anderen Hunden spielen dort, das war ein Spaß! Ganz toll ist es auch, mit Frauchen zu spielen, ich muss mich da nur nochmal mit den Spielregeln beschäftigen.

 

Fotos davon gibt es noch nicht, ist ja immer so ein trübes Wetter, da wird das nichts mit dem Fotografieren – sagt Frauchen.

25.01.2014

 

Heute durfte ich als Einziger des Rudels mit Frauchen und Herrchen zum Glühweinabend der Nachbarschaft. Das war lustig, ganz viele Hände zum Streicheln und Kinder zum Toben. Ich war natürlich ganz brav, bin an niemandem hochgesprungen und hab nichts von dem Essen auf dem – zugegebenermaßen verlockend niedrigem – Tisch genommen. Dafür hat Frauchen mit mir zwischendurch immer wieder Ball gespielt. Natürlich brauchte ich die ganze Zeit keine Leine. Naja, wo sollte ich auch hin, in einer Sackgasse mit Grundstücken rundherum, aber immerhin zeugt es von Vertrauen in mich.

Selbstredend war das Lagerfeuer für mich gar kein Problem, ich weiß, dass man da nicht zu nah ran geht.

 

27.01.2014

 

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Ida mich ärgern will. Sie trägt immerzu meine Lieblingsdecke in der Gegend herum. Da muss ich dann manchmal mitten im Zimmer liegen wie auf dem Präsentierteller.

29.01.2014

 

Heute durfte ich mit den Mädels mit zum großen Spaziergang, weil der Erdmann doch so krank ist und nur kurze Runden geht.

Na das war lustig. Als wir auf dem Feld waren, durften wir alle ohne Leine toben, da hab ich mal so richtig die Beine lang machen können. Die Mandy kann mich zwar sonst nicht so leiden, aber als es ums Rennen ging, war sie mit mir auf einer Wellenlänge.

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, Frauchen einen kleinen Schreck einzujagen, hab nämlich Kurs auf die Auto am anderen Ende des Feldes genommen. Aber die Mandy hat mich wieder eingesammelt und mir erklärt, dass es auf den schrillen Pfiff von Frauchen immer lecker Leberwurst aus der Tube gibt. Das wollte ich mir dann doch nicht nehmen lassen.

08.02.2014

 

Mannomann, heute hieß es echt super zeitig aufstehen. Frauchen fuhr dann ganz lange mit Mandy, Trulla und mir mit dem Auto. Beim Autofahren bin ich inzwischen auch schon viel entspannter und brauch nur noch bei langen Strecken diese kleinen Kügelchen. Zum Glück, ich mag nämlich nicht, wenn Frauchen die mir in die Schnute steckt.

 

Angekommen und aus dem Auto raus traute ich meinen Augen nicht – alles voll Hunde! So viele auf einmal hatte ich noch nie gesehen. Die alle anzupöbeln wäre echt anstrengend gewesen also habe ich mich fast die ganze Zeit auf das Artig sein und Frauchens Klicker konzentriert.

 

Die beiden Mädels mussten solche Übungen nicht machen, die sind über einen Parcours aus lauter Sprüngen, Tunneln und anderen Geräten geflitzt und hatten offenbar sehr viel Spaß dabei. Vielleicht darf ich sowas auch mal machen, mal sehen.

 

Auf dem Rückweg und zu Hause war ich dann todmüde von den vielen neuen Eindrücken.

10.02.2014

 

Meine Liebe zu Ida wächst und gedeiht, nun teilen wir schon das Bett. Ein wenig erzogen habe ich sie mir auch schon, Frauchen hilft mir dabei und greift ein, wenn die Dampframme über die Stränge schlägt.

 

Aber auch der Trulla bin ich nicht abgeneigt. Wir flirten schon immer mal. Und da man ja nie genug Eisen im Feuer haben kann, werde ich die Mandy auch noch um die Pfote wickeln, wie man sieht, bin ich ihr schon recht nahe gekommen.

15.02.2014

 

Heute hat Frauchen ihr Versprechen gehalten und mich über Hürden hopsen lassen. Erst habe ich natürlich versucht, unten durch zu laufen, klar, ist ja viel einfacher. Aber den lustigen gelben Ball bekam ich nur, wenn ich gesprungen bin. Und für diesen Ball lohnt es sich wirklich, sich anzustrengen.

 

Als dann ein anderer Hund hopsen durfte, hat Frauchen von mir verlangt, ganz ruhig daneben zu liegen. Das fand ich viel schwieriger als das Hopsen, aber ich habe mir große Mühe gegeben und es gab viele Leckerchen.

22.02.2014

 

Ich durfte heute wieder mit auf den Hundeplatz. Ganz zeitig sind wir losgefahren, damit ich allein auf dem Platz bin und mich besser konzentrieren kann. Und was soll ich sagen – Frauchen war sehr zufrieden mit mir, ich bin über eine Hürde gehopst, durch den Reifen gesprungen und durch den Tunnel gelaufen. Naturtalent hat sie zu mir gesagt. Wenn Frauchen „Platz“ sagt, bleibe ich liegen, bis das „Auf“ kommt und solange keine Ablenkung durch andere Hunde da ist, bleibe ich immer in Frauchens Nähe.

23.02.2014

 

Heute war Trainingsschwerpunkt wieder das Verhalten gegenüber anderen Hunden und Frauchen hat mich ganz allein gehabt, ohne die anderen Rudelmitglieder.  Das finde ich ja sowieso Klasse.

24.02.2014

 

Heute will ich Euch mal meinen Ausguck zeigen. Hat Frauchen bestimmt extra für mich gebaut. Man kann auf diesem tollen Platz sogar sonnenbaden ohne den Überblick zu verlieren.

25.02.2014

 

Ich gebe zu, manchmal übermannt es mich noch und ich drehe durch, wenn ich fremde Hunde sehe, hab mich deshalb auch schon geprügelt. Ein bisschen schäme ich mich auch dafür.

Aber heute bin ich stolz auf mich, drei Hunde sind uns begegnet und ich habe mich nur auf Frauchen konzentriert. Dafür gibt es dann Leckerchen und es ist nicht so stressig. Aber es ist wirklich schwer, gebe ich zu.

10.03.2014

 

DAS war ein aufregendes Wochenende, sag ich Euch! An beiden Tagen durfte ich – nur ich allein – den ganzen Tag mit Frauchen verbringen. Wir waren zusammen zum Seminar. Da hat einer was über Grenzen und positiver Verstärkung erzählt. Das hab ich nicht verstanden, also habe ich in meiner Box geschlafen, Frauchen immer in meiner Nähe. War richtig kuschelig.

In den Praxisteilen wurde es dann aber spannend: Wir sind rausgegangen und Frauchen und ich haben ganz fetzige Übungen gemacht, wofür es ganz viel Leckerchen gab. Da waren auch noch einige andere Hunde dabei, aber ich hab mich prima benommen und die alle in Ruhe gelassen. Frauchen meint, ich sei ein kleiner Streber, was auch immer das heißt.

 

Na gut, ein klein wenig Negatives gibt es auch zu berichten. Schließlich bin ich ein ehrlicher Hund. Ich hab mich ganz schlimm mit meiner großen Liebe, der Ida gestritten. Mir tut das auch ganz leid, aber ich war nicht mehr Herr meiner Sinne, weil mal wieder plötzlich ein anderer Hund auftauchte. Es geht der Ida auch schon wieder besser und wir haben uns versöhnt. Hoffentlich passiert mir sowas nicht noch einmal. Frauchen hat versprochen, noch intensiver daran zu arbeiten mit mir, dafür wäre auch das Seminar gewesen. Frauchen wird mir schon helfen, dass ich mich in Zukunft beherrschen kann, wenn andere Hunde auftauchen. Ich vertraue ihr, finde das ja selber doof, dass ich so aufbrausend bin.

30.03.2014

 

Heute war was los. Frauchen ist mit uns ganz früh aufgestanden und ganz weit mit dem Auto gefahren. Zum Glück stört mich das Autofahren überhaupt nicht mehr. Ich musste zwar viel im Auto warten und Rudi, Mandy und Trulla waren jeweils mit Frauchen unterwegs. Rally-Obedience heißt das, was die drei dort gemacht haben, muss lustig sein und alle haben sie am Ende bunte Schleifen mitgebracht. Als ich aber aus dem Auto durfte, war das total aufregend. Ganz viele Menschen und Hunde, alle liefen durcheinander und waren sehr beschäftigt. Frauchen meinte aber, ich soll mich an sowas gewöhnen und setzte sich mittendrin mit Kaffee und Kuchen an einen Tisch und ich musste ruhig danebenliegen. Ich fand das sehr anstrengend, aber ich bekam auch Leckerchen – nur vom Kuchen hat mir Frauchen  nichts abgegeben.

02.04.2014

 

Frauchen meint, wir machen Fortschritte, was die Begegnungen mit fremden Hunden betrifft. Ich bekomme immer seltener „Ausraster“ und das auch nur, wenn Frauchen zu spät reagiert und mir nicht richtig durch die Situation hilft. Ohne diese Hilfe schaffe ich es nicht. Aber mit Hilfe von meinem Zweibeiner klappt es inzwischen ganz gut, wenn ich auch manchmal ganz schön mit mir kämpfen muss und im wahrsten Sinne des Wortes hin- und hergerissen bin. Üben, üben, üben, sagt Frauchen, auch wenn wir das beide sehr anstrengend finden.

 

 

06.04.2014

 

Heute hab ich es geschafft! Ich hatte beim Spielen mit der Dampframme endlich mal die Hosen an. Sie hatte nichts mehr zu melden und ich war der große stolze Sieger. Das muss ich unbedingt ausbauen, damit das schwarze Monster keine Höhenflüge bekommt.

 

Hier bin ich in stolzer Heldenpose!

13.04.2014

 

Gestern hat Frauchen mich mit auf einen fremden Hundeplatz genommen. Wir waren mit fremden Hunden spazieren, haben mit anderen Hunden zusammen Gehorsam geübt und ich habe mich sehr bemüht, alles richtig zu machen. Da freut sich Frauchen immer sehr drüber und das freut mich wiederum sehr. Nicht einen einzigen Hund habe ich angeblafft.

20.04.2014

 

Gestern waren wir fleißig auf dem Hundeplatz – da kann ich mir immer ganz viele tolle Leckerchen verdienen. Weil ich ein schlaues Kerlchen bin, bekomme ich natürlich ganz schnell heraus, was ich dafür tun muss. Ganz dicht bei Frauchen laufen, sitzen, liegen, stehen, springen, zu einer Markierung laufen, apportieren, was auch immer sich Frauchen so ausdenkt.

Heute war dafür Entspannen und Spielen im Garten angesagt. Sonnenbaden im Garten ist schon was Tolles.

27.06.2014

 

Mannomann, hier hat man einen Stress, da kommt man gar nicht zum Tagebuch schreiben. Immer zu tun, immer unterwegs. Morgen geht es wieder zum Agility-Turnier. Bei solchen Veranstaltungen nimmt mich Frauchen immer mit auf den Platz, mitten zwischen die ganzen anderen Hunde. Inzwischen bleibe ich auch recht gelassen – aber nur, solange Frauchen gut aufpasst. Ich verlange schon ihre ganze Aufmerksamkeit. Wenn sie schlampert, räche ich mich sofort. Das werde ich wohl immer so machen. Ich weiß eben, wie ich die ungeteilte Aufmerksamkeit bekomme.

 

Ansonsten üben wir viel auf dem Hundeplatz und im Garten und vom Kuscheln kann ich gar nicht genug bekommen. Auch die Mandy kann mich inzwischen ganz gut leiden. Podenco-Blut ist eben doch dicker als Wasser.

 

Hier ein paar Fotos vom Hundeplatz. Leider war ich an dem Tag schon ziemlich platt, eigentlich kann ich viel höher springen, Frauchen bin ich schon aus dem Stand über die Schulter gehopst und 1,50 m Zaunhöhe sind für mich ein Klacks.

13.07.2014

 

Gestern war Frauchen ganz stolz auf mich. Ich komme jetzt beim Training auf dem Hundeplatz immer als Erster dran. Das hab ich gut eingefädelt. Weil ich dann nämlich müde bin, belle und randaliere ich nicht mehr so viel im Auto. Frauchen denkt nun, dass ich das auch noch lerne, artig im Auto zu warten. Naja mal sehen, ich denke mal drüber nach.

 

Frauchen hat mit mir eine neue Kehrtwendung geübt, zu dem Linkskehrt und Rechtskehrt kam nun noch die sogenannte „Deutsche Kehre“ – blödes Wort, ist aber ganz einfach. Ich hab natürlich gleich begriffen, dass ich einfach um Frauchen herum laufen soll. Ich soll nun noch lernen, unter mehr Ablenkung zu arbeiten – sogar, wenn FREMDE Hunde auf dem Platz sind. Na da bin ich ja gespannt, wie sie das anstellen will. Bei fremden Hunden in der Nähe hab ich doch Wichtigeres zu tun und muss aufpassen, dass sie mir nicht zu nahe kommen.

20.07.2014

 

Heute bin ich mal so nebenbei beim Spaziergang meinem Job nachgegangen und hab eine Maus gefangen und sie bei Frauchen abgeliefert. Sie wollte mir doch glatt ein Leckerchen dafür geben. Puh – für so eine Selbstverständlichkeit brauch ich doch kein Leckerchen. Ich würde ihr auch gern mal ein Kaninchen bringen, wenn ich im Wald nur mal von der Leine dürfte.

28.07.2014

 

Heute war Frauchen sauer, weil ich mal wieder ein Geschirr kaputt gekaut habe. Die müssen wohl ziemlich teuer sein. Oh je – hoffentlich zieht sie es mir nicht vom Futter ab. Wenn sie mich doch immer wieder allein lässt! Damit kann ich nun mal nicht umgehen.

Auf dem Weg nach Görlitz
Auf dem Weg nach Görlitz

12.08.2014

 

Das war ein anstrengendes Wochenende. Es ging damit los, dass wir alle ein Minihaus  auf Rädern bezogen. Naja, etwas eng war es schon, aber das große Bett habe ich für gut befunden.

 

Mit diesem Haus ging es dann auf große Fahrt, viel weiter als wir sonst mit dem Auto fahren. Am Ziel bekam das Haus einen Vorbau und einen kleinen Garten, praktisch wie zu Hause, nur viel viel kleiner alles. Leider war der Zaun nur 1,25 Meter hoch, so musste ich viel Zeit in meiner Box verbringen, da ich ja sonst sofort Frauchen hinterher springen würde, sobald sie sich entfernt.

 

Dort auf dem Platz hatten noch ganz viele andere Leute ihre Minihäuser aufgebaut und überall wohnten ganz viele Hunde. Tagsüber haben viele dieser Hunde auf dem Parcours gezeigt, was sie können, auch zwei von unseren Mädels. Ich durfte zeitweilig auch zusehen.

Wenn Frauchen mit mir über den Platz ging, habe ich mich ganz brav verhalten, nur allein bleiben, wenn Frauchen weg ging, wollte ich nicht und habe in gewohnter Weise lautstark kommentiert.

Unser Minihaus hängt da hinten dran.
Unser Minihaus hängt da hinten dran.

Von der Trulla gibt es keine Fotos, da sie irgendwie immer im Bett verschwunden war.

16.08.2014

 

Heute war Frauchen stolz auf mich, ich habe zum allerersten Mal eine Gruppenarbeit aus dem Obedience mit gemacht.

 

Frauchen meint zwar, ein paar weniger Hummeln im Hintern täten mir gut, aber fürs erste Mal und bei so vielen fremden Hunden auf dem Platz hab ich mich wirklich bemüht.

 

Seht selbst:

20.10.2014


Ich hab mich lange nicht gemeldet, hier war aber auch viel los. Es ging zu vielen Prüfungen, auch ich durfte zeigen, was ich schon kann.


Nun hat Frauchen Urlaub und ich darf endlich mal wieder an die Tasten.

Im August ging es für uns alle zur Prüfung. Am ersten Tag ist Frauchen nur mit ihren zwei Mädels los und kam freudestrahlend wieder nach Hause. Am Sonntag hat sie Ida und mich auch eingepackt. Vor Ort hat Frauchen dann mit mir die Dinge gemacht, die wir sonst auch immer üben, Fuß, links, rechts, Linkskehrt, Rechtskehrt, Vorsitzen, Sitz, Platz. Der Unterschied war, dass diesmal zwei Leute genau zugeschaut haben und immerzu Notizen gemacht haben. Am Ende hieß es: „bestanden“. Ich weiß nicht, was es bedeutet, aber Frauchen hat sich riesig gefreut. Was wir dort gemacht haben, nennt sich übrigens Rally-Obedience, falls jemand was damit anfangen kann.

Ein paar Mal in der Woche darf ich mit Frauchen allein in den Garten, da bin ich immer ganz aufgeregt, weil ich mir da eine Menge Futter verdienen darf. Leider ist mir meine Aufregung oft im Wege, da kann ich mich schlecht konzentrieren, aber ich arbeite dran.

Free Shaping mit Rübchen

Auf dem Hundeplatz darf ich jetzt schon immer mal in der Gruppe mitarbeiten, da lasse ich mich von den anderen Hunden auch gar nicht stören, selbst, wenn es fremde sind. Schließlich hab ich da besseres zu tun.


Vorletztes Wochenende ist Frauchen mit uns Fünfen zum Campen gefahren. Das mit dem Wohnwagen finde ich ganz spannend, da drin verhalte ich mich auch ruhig. Nur im Vorzelt durfte ich nicht bleiben, weil ich über den Zaun von 1,25 Meter Höhe nur müde lächeln kann, da fliege ich doch ohne Anlauf drüber. Das habe ich Frauchen auch gleich am Samstag früh bewiesen und mir eine Freundin angelacht. Naja, die beiden Frauchen waren darüber irgendwie nicht erfreut, verstehe ich nicht.


Aber ich durfte dort wieder zeigen, was ich schon alles kann. Auch diesmal haben zwei Leute genau zugeschaut, dass sie ja keinen Fehler von mir verpassen. Mannomann, war das aufregend. Aber ich habe mir nur einen kleinen Patzer erlaubt und am Ende hieß es: „Vorzüglich“. Da hat Frauchen sich wieder wie verrückt gefreut, also muss das was Tolles sein.

Es ist aber auch toll, mit Frauchen zu arbeiten, da kann man sich so viel Futter verdienen. Also wer mein zukünftiges Frauchen oder Herrchen werden will, muss schon auch so tolle Dinge mit mir machen, sonst langweile ich mich schnell. Da ich so gut fliegen kann, wäre vielleicht auch Agility was für mich. Das macht auch Spaß und das Schöne dabei ist, dass man nicht stillhalten muss. Stillhalten ist nämlich nicht so meine Stärke. Frauchen meint immer, ich hätte eine unsichtbare Feder im Hintern, was natürlich nicht stimmt, manchmal erzählt sie aber auch einen Unsinn.

2015

26.03.2015


Heute war hier eine Aufregung. Besuch ist ja eh immer schon toll, da finden sich ganz viele Streichelhände. Aber nun sind wir tatsächlich alle sechs zusammen in den Wald gegangen. Natürlich nicht mit Frauchen allein, das hätte mit uns aufgeregtem Rudel nicht funktioniert.

Aber weit waren wir gar nicht, dafür blieben wir ganz lange an einer Stelle und mussten brav stillsitzen. Das war auch ganz schön anstrengend, einer von uns wollte immer aufstehen oder woanders hin schauen. Fotoshooting haben die Zweibeiner das genannt. Frauchen war ganz entzückt vom Ergebnis. Hier ist es, macht Euch selber ein Bild!

Ansonsten übt Frauchen nach wie vor fleißig mit mir, wenn auch meine Lust und Konzentrationsfähigkeit sehr schwanken. Hier mal ein kleiner Zwischenstand:

Wir haben uns auch schon auf unter 10 Meter an eine riesige schwarze Dogge angenähert, da musste ich ganz schön mutig sein, aber ich habe es fast perfekt gemeistert.