Juli 2015

21.07.2015


So, endlich darf ich mal wieder etwas schreiben. In den letzten Wochen und Monaten war nur ackern und üben angesagt, da war leider keine Zeit für mein Tagebuch. Gestern hat mir Frauchen einen ganzen Tag Schlafen und Faulenzen verordnet, da durfte ich auch nicht an die Tasten. Aber unter uns – eigentlich wollte sie nur selbst faulenzen und schlafen.


Keine Angst, ich werde jetzt nicht über die ganzen letzten vier Monate schreiben, da wäre zu viel, aber so die aktuellsten Geschehnisse muss ich schon mal kundtun – nicht ganz ohne Stolz.


Heute früh zum Beispiel saß ein Wildkaninchen mitten auf dem Weg vor uns. Na, was denkt Ihr, was ich gemacht habe? Richtig! Ich bin zu Frauchens Handtarget gelaufen und habe auf den kleinen Snack verzichtet. Das mutige Kaninchen saß dann noch auf einem Seitenweg, an dem wir zweimal vorbei sind, da hab ich nur nochmal kurz geschaut und bin gleich weiter gelaufen.

Rübe bei der Begleithundprüfung. Dank für das Foto an Nicole Schneider.

Noch viel wichtiger ist es aber, vom Wochenende zu berichten. Das war irgendwie ziemlich aufregend. Wir sind Samstag früh zum Hundeplatz, viel eher als sonst, es war schon merkwürdig und es waren auch viel mehr Leute da. Dann hat Frauchen mit mir ihre Übungen gemacht. War auch komisch, weil die Fußarbeit einfach nicht enden wollte, da hatte sie wohl die Zeit vergessen und die Leckerchen scheinbar auch. Ach ja, Frauchen wird immer vergesslicher. Naja, ich hab gedacht, egal, ich mache einfach weiter. Wenn Frauchen sich freut, wird das schon in Ordnung sein. Ich hab mich auch wirklich sehr bemüht, trotz Hitze. Nur bei der letzten Übung konnte ich nicht anders und musste gucken gehen, was da für ein großer schwarzer Hund am Zaun lang läuft. Da Frauchen so freundlich gerufen hat, bin ich aber dann doch zu ihr zurück. Dann haben die Menschen lange geredet und es gab immer noch kein Leckerchen, noch nicht mal einen Ball, Menno! Bis Frauchen anfing zu weinen und mich vor allen Leuten zu knuddeln, da wusste ich gar nicht mehr, was los ist, war ja auch peinlich.

 

Danach ging es draußen weiter, das kannte ich ja auch schon, nur waren diesmal viel mehr Menschen da. Aber Menschen sind ja in der Regel nett, also war ich auch nett, wie immer.

 

Als es dann endlich ein riesiges Leckerchen gab, hat mir Frauchen erklärt, dass ich jetzt ein „Begleithund“ bin, was auch immer das ist. Mal sehen, wen ich so begleiten soll.

Rübe läuft die Obedience Beginner-Prüfung.

Dank an Nicole Schneider fürs Filmen!

Der Sonntag war mindestens genauso verrückt. Wieder so früh aufstehen und wieder so viele Menschen und fremde Hunde auf dem Platz – auf MEINEM Hundeplatz, das muss man sich mal überlegen! Dann ging es aber los wie immer, ich musste neben zwei meiner Hundekumpels sitzen, herumlaufen, stehen und liegen. Das kannte ich zwar alles, aber ich hatte ganz schön zu tun, die Umgebung nicht aus den Augen zu verlieren. Dabei brauchte ich schon das eine oder andere zusätzliche Kommando, ich bin eben nicht so multitaskingfähig, wie ich es gern wäre.


Dann nochmal einzeln auf den Platz. Es fiel mir wieder schwer, mich auf Frauchen zu konzentrieren, rundherum war einfach zu viel los. Die Box habe ich leider viel zu lange gesucht und das „Sitz“ ging einfach nicht. Manches musste mir Frauchen zwei oder dreimal sagen, bis ich es gehört habe. Am Ende tanzte Frauchen wieder ganz komisch herum, knuddelte mich und heulte – Mannomann, was ist nur los mit der? Dann meinte jemand von den anderen Menschen, die da so herumstanden und saßen: „bestanden“, da war dann alles zu spät. Ich sage dazu jetzt nichts mehr. Irgendwann beruhigt sie sich bestimmt wieder.